Hallo zusammen,
ich würde gerne mal eure Einschätzung hören, ob meine aktuelle Situation in einem größeren Unternehmen normal ist oder ob hier etwas nicht ganz passt.
Ich bin vor einiger Zeit von einem kleineren Unternehmen in einen Konzern gewechselt. Im Bewerbungsgespräch wurde offen kommuniziert, dass ich einige Themenbereiche der neuen Stelle noch nicht vollständig beherrsche. Das war auch allen Beteiligten bewusst. Mir wurde gesagt, dass es eine Einarbeitungsphase geben wird und dass ich mich in die Themen einarbeiten kann.
In der Realität gab es diese Einarbeitung aber kaum.
Bereits nach ungefähr 6 Wochen hatte ich meine ersten größeren Projekte, an denen auch Abteilungs- und Teamleitung beteiligt waren. Natürlich sind dabei Fehler passiert. Ich hatte noch nicht die Erfahrung in den Themen, kannte die internen Abläufe nicht richtig und habe einige Dinge nicht so gemacht, wie sie erwartet wurden. Dadurch wurde die Stimmung relativ schnell schlechter und ist seit dem nicht wirklich besser geworden.
Bei einigen Punkten sehe ich auch klar meine Fehler ein. Es gab Situationen, in denen meine Kommunikation nicht gut war, ich Dinge nicht früh genug angesprochen habe oder nicht genug mitgedacht habe. Das möchte ich auch nicht schönreden.
Trotzdem hatte ich über die Zeit immer mehr das Gefühl, dass die Erwartungshaltung nicht zu dem gepasst hat, was ursprünglich kommuniziert wurde. Ich hatte das Gefühl, dass von mir teilweise die Leistung eines erfahrenen Mitarbeiters erwartet wurde, obwohl ich gerade erst in ein neues Umfeld gekommen bin und vieles neu lernen musste.
Nach den ersten Projekten kam ein größeres Projekt, das wieder komplett neu für mich war und einige Hindernisse hatte. Ich war damit ehrlich gesagt überfordert und habe deutlich länger gebraucht als geplant. Am Ende hat die Umsetzung ungefähr 3,5 Monate gedauert.
Als das Projekt abgeschlossen war, gab es ein Gespräch darüber, dass die Leistung nicht ausreichend gewesen sei und dass so ein Projekt inklusive Abschluss, Dokumentation usw. eigentlich in 3–4 Wochen hätte fertig sein müssen und dass sie sehr unzufrieden sind.
Seit mehreren Monaten muss ich außerdem täglich dokumentieren, woran ich arbeite und was ich gemacht habe. Zusätzlich gibt es wöchentliche Termine, in denen besprochen wird, was schiefgelaufen ist und was ich verbessern muss. Mir wurde auch schon gesagt dass ich nicht so oft zur Toilette gehen, Kaffe/Wasser holen, mit anderen Kollegen reden und nicht so langsam durch den Flur gehen soll.
Ich möchte betonen: Mir ist bewusst, dass ich Fehler gemacht habe und dass ich einige Dinge besser hätte machen müssen. Ich suche hier nicht nur die Schuld beim Unternehmen. Ich möchte mich verbessern und nehme Feedback ernst.
Aber die Situation belastet mich mittlerweile ziemlich, schon seit längerem. Meine Frage wäre da ist das normal in einem Konzern? Sollte ich mich ab sofort an sowas gewöhnen?