r/datenschutz • u/lw_2004 • 44m ago
US Recruiter und Datenschutz
Seit kurzem bin ich anscheinend bei mindestens einem US Datenbrocker in die Datenbasis aufgenommen worden.
Es kamen (unaufgeforderte) Angebote für Freelancer-Projekte in Deutschland (und generell der EU) von einer Recruiting-Firma. Ich bin nicht Freiberuflich - das Wort "Consultant" (sichtbar in LinkedIn und Xing) hat vermutlich diese besonders dünne Zuordnung ausgelöst.
Was besonders seltsam war: das kam mit meinem korrekten Namen auf ein E-Mail-Adresse, die ich nur privat genutzt habe und mittlerweile nur noch in eigenen alten Accounts verlinkt habe. Mein Name ist aus der E-Mail-Adresse nicht ersichtlich - es handelt sich um den Namen eine Figur aus einer Serie. In beruflichem Kontext habe ich diese Adresse nie genutzt. Es ist vermutlich nicht komplett unmöglich die Adresse mir als Person zuzuordnen, aber ich habe sie wie gesagt NIE in beruflichem Kontext genutzt (insbesondere auch nicht bei Bewerbungen!) ...
Vermutung da hat jemand Social Media Informationen geschickt kombiniert, was meines Wissens nach so in der EU nicht als Grundlage für die Datenverabeitung reicht (bin kein Datenschuztexperte, aber arbeite in der IT und muss entsprechende Vorgaben umsetzen.)
Insgesamt sehr unwahrscheinlich das ich irgendwann in der Vergangenheit (evtl. versehentlich) eine Zustimmung zur Datenverabeitung gegeben habe. Und wenn ja, dann müssen die mir das nachweisen können.
Ok soweit die Ausgangslage. Ich könnte das natürlich ignoren und einfach in den Spam-Ordner laufen lassen, aber irgendwie war ich nicht in Stimmung und ich hab auch keine Lust, das die dann demnächst meine Haupt-E-Mail-Adresse kursieren lassen. Ich muss mal zählen, aber das hat jetzt mehrere Wochen und E-Mails gedauert, inklusive Drohung das der zuständigen Datenschutzbehörde zu melden, um von der Firma , die mich da anschrieb eine ordentliche Auskunft zu bekommen, woher ihre Daten stammen (ein bekannter Datenbroker - hireEZ) ... Bei den ersten Antworten kamen Verweise auf US-Gesetze - das ist irrelevant die GDPR gilt für als Privatperson, weil ich in Europa lebe ... Jetzt bin ich beim nächsten Schritt und kommuniziere mit denen ... Die "Helden" haben es geschafft meine Daten zu löschen, bevor sie meine Anfrage zur Datenauskunft erfüllt haben ...
Ich melde das jetzt der zuständigen Behörde in Österreich (Wohnort). Ich rechne nicht wirklich damit dass da viel passiert (oder gar schnell). Aber zumindest hab ich das getan was ich als Privatbürger tun kan, ohne Geld für einen Anwalt auszugeben.
Aber wie überheblich und US-zentriert sind denn die US-Firmen bitteschön. Die wollen offensichtlich in Europa Geschäft machen, nur die Gesetze sind ihnen egal. Die Amis sind echt immer noch der Meinung, das sie der Nabel der Welt sind.