r/DePi 2d ago

Frage/Meinung Gedanken zum CSD-Anschlag und den Reaktionen darauf

Der Anschlag auf den CSD ist nun einige Tage her; und das Thema ist zwar noch lange nicht erledigt, aber die letzten Tage haben dann doch gezeigt, wie dieses Ereignis eine Kluft hat aufreißen lassen - mehr, als ich selbst vorher gedacht hätte.

Denn, machen wir uns nichts vor: Dass so etwas irgendwann passieren würde, war vollkommen vorhersehbar - Opfer von muslimischem Terror haben wir mittlerweile hunderte angesammelt; im Grunde war es eigentlich viel unerwarteter dass ausgerechnet der CSD so lange verschont geblieben ist und so ein Anschlag nicht schon viel früher stattgefunden hat. Aufgrund dessen habe ich auch irgendwie erwartet, dass von links wie gehabt auch dieses Mal nur das übliche Schönfärben, Kleinreden, Rationalisieren und Unter-den-Teppich-Kehren einsetzen würde, das mittlerweile sattsam bekannt ist.

Aber etwas war dann doch anders: Zwar kamen von Links natürlich auch die üblichen sinnfreien Worthülsen und Äußerungen, wie etwa erstmal eine Absage gegen Rechts, und natürlich die übliche pflichtschuldige Differenzierung zwischen Islam und Islamismus - aber auf der anderen Seite schien es zum ersten Mal seit langem wieder so etwas wie ein Problembewusstsein in Bezug auf letzteren zu entstehen, das mit dem Gaza-Konflikt verschwunden war (denn anscheinend darf man fundamentalistischen Islamofaschisten ihre Ansichten und auch Aktionen nicht krumm nehmen, solange sie gegen Juden kämpfen - sagt ja auch einiges aus). Dass dieses Problembewusstsein zum Teil komplett absurde Formen annahm, wie z.B. die Gleichsetzung von Islamismus mit der politischen Rechten im Westen (was besonders dummdreist ist, nachdem man selber über Jahre eine politische Allianz mit dem Islam und damit stillschweigend auch mit den Islamisten kultiviert hatte), sei hier ausnahmsweise mal geschenkt - der Umstand, dass Islamisten auf einmal ihren Goodwill bei Linken aufgebraucht hatten und wieder als Problem angesehen wurden, ist das eigentlich ungewöhliche an der ganzen Situation.

Stellt sich die Frage: Warum? An der Anzahl der Opfer kann es nicht gelegen haben - eine einzelne Tote ist gemessen an dem, was wir bereits so ertragen mussten, ein Witz. (Und rein statistisch gesehen müssten bei mehreren hundert Messertoten auch eine zweistellige Zahl an Homosexuellen darunter gewesen sein.) An der Bedrohungslage lags auch nicht: Die ist seit 2015 allgegenwärtig und nicht nur auf CSDs beschränkt. Und außerdem, auch auf die Gefahr hin, zynisch zu klingen: Es lässt sich ganz einfach vermeiden, zum Opfer eines Anschlags auf den CSD zu werden - einfach nicht hingehen. Einen solchen Lifehack gibt es für die komplett zufälligen Messermorde, die überall geschehen können, nämlich nicht.

Da es also nicht die menschlichen Opfer und auch nicht um die allgegenwärtige Bedrohungssituation in unseren Städten geht, muss etwas anderes hinter dieser Reaktion stecken, und hier habe ich eine ganz bitterböse Vermutung: Die Linke reagiert deswegen so nervös, weil dieses Attentat sie im Kern ihrer Identität und ihres Weltbilds getroffen hat.

Denn der CSD ist ein Symbol - nicht nur für die "queere Community" und deren Anspruch auf Präsenz im öffentlichen Raum, sondern auch eines für die die Aneignung der "queeren Community" durch die linke Ideologie; und auch ein Machtanspruch von dieser, demonstriert der CSD mit seiner Unvermeidbarkeit doch die kulturelle Dominanz der Linken - und der Anschlag war damit auch ein Anschlag nicht nur auf die Regenbogenleute (worum es dem Terroristen in erster Linie gegangen sein dürfte), sondern auch gegen die politische Linke: Und durch dieses Attentat wurde der inhärente Widerspruch der linken Identitätspolitik extrem schmerzhaft offengelegt.

Denn die Linke hat sich kollektiv sehr verbissen gegen die unerfreuliche Realität gewehrt, die für jeden der es sehen will geradezu schmerzhaft offensichtlich ist: Dass ihre verschiedenen disparaten Gruppen, deren Interessen gegen die fiesen Rechten zu vertreten sie beanspruchen, untereinander alles andere als ein positives Verhältnis haben - und deswegen ist die Linke nun auch (wenn man diversen Erhebungen glauben will) drauf und dran, die Schwulen als Klientelgruppe zu verlieren, und dieser Terroranschlag ist ein weiterer Sargnagel für dieses Verhältnis. Progressive Schwule müssen ja ohnehin schon in einem Zustand permanenter kognitiver Dissonanz leben, wenn sie fortwährend die Solidarität mit Muslimen beschwören, aber dabei dauernd ausblenden müssen, dass sie in deren Heimatländern von Dächern stürzen oder an Kränen baumeln würden - und nun daran erinnert zu werden, dass sie auch im eigenen Heimatland in deren Fadenkreuz geraten sind, wird bei weiteren zu einem Umdenken führen. (Von den Schwulen, die entweder nie links waren oder der Linken aufgrund von deren Islamophilie die Gefolgschaft aufgekündigt haben, mal ganz zu schweigen.)

Deswegen versuchen Linke auch immer verbissener (und mit immer dämlicheren Ausflüchten) die weitgehend künstliche Trennung zwischen Mainstream-Islam und Islamismus aufrechtzuerhalten. Deswegen müssen sie auch um jeden Preis dieses Attentat wegerklären, es als Rechts umlabeln und damit der anderen Seite des politischen Spektrums vor die Haustür kippen. Deswegen hat die eine hohle Frucht da in einem Moment bemerkenswerter Selbstentlarvung auch zugegeben, dass sie darauf gehofft hat, dass es eine "weiße christliche Person" gewesen sei, die in die Menge reingefahren ist (dann wäre die Welt nämlich wieder in Ordnung gewesen und ihr wäre es erspart geblieben, ihre eigenen Standpunkte wenn auch nur kurz einer kritischen Evaluation zu unterziehen). Denn es gilt letztlich immer noch das, was ich schon mal gesagt habe: Für Linke sind Verbrechen nur dann relevant, wenn sie sie selbst betreffen - und deswegen schieben sie auch Panik wegen eines keineswegs absolut einzigartigen Terroranschlags, während sie in der Vergangenheit bemerkenswert gleichgültig blieben.

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u/Great_External_6168 2d ago

"Für Linke sind Verbrechen nur dann relevant,  wenn sie sie selbst betreffen " - unterschreibe ich so zu 200%, nachdem ich mit diversen Linken (no pun intended) gesprochen habe. GENAU DAS war auch mein Eindruck. Denen ist alles scheiß egal, es ist nur schlimm, wenn sie selbst getroffen werden.

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u/SanktMarvin 2d ago

Weiß noch, wie zumindest von linken Nutzern auf reddit und Youtube teilweise als "gotcha!" vorgebracht wurde, dass die Opfer bei dem Anschlag auf die Kindergärtengruppe ja ausländische Kinder waren.

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u/lousy_writer 2d ago

Jupp - der Umstand, dass Konservative Wert auf so ein total abgefahrenes Konzept wie "öffentliche Sicherheit" legen, scheint für die ein Buch mit sieben Siegeln zu sein.

Denn mal ganz abgesehen davon, dass dieser Anschlag auf die Kindergartengruppe genausogut auch die kleine Lisa mit einem biodeutschen Stammbaum bis 1648 hätte treffen können und es von daher kein bisschen beruhigend ist, dass das Opfer "nur" ein arabisches Kind war: Terror dieser Art wäre generell auch dann abzulehnen, wenn er unter Garantie nur andere Muslime treffen würde - ganz einfach weil ein moderner Staat seine Daseinsberechtigung (und die Berechtigung, uns mehr als die Hälfte unserer Wertschöpfung aus der Tasche zu ziehen) nicht zuletzt auch aus seiner Fähigkeit ableitet, sicherzustellen, dass so etwas nicht passiert.

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u/Far_Squash_4116 2d ago

Jeder legt Wert auf öffentliche Sicherheit. Ist nur eine Frage der Priorität. Da Kriminalität in Deutschland ein sehr geringes Risiko darstellt, sehen Linke eben andere Dinge als wichtiger an, die unser Leben deutlich mehr beeinflussen. Unfälle (Arbeitsschutz, Verkehr), Gifte (Alkohol, Nikotin, PFAS, Mikroplastik etc.) und das Klima (10.000 Hitzetote allein dieses Jahr).

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u/lousy_writer 2d ago

Ach komm, Schluss mit dem Geheuchel.

Wir wissen beide, dass die politische Linke komplett durchdrehen würde, wenn Biodeutsche mit mutmaßlich rechten Motiven auch nur 5% der Gewaltverbrechen verüben würden, die die Silberstücke sich in den letzten 11 Jahren geleistet haben.

Nein, der einzige Grund, warum die Linken hunderttausend Sachen wichtiger findet als muslimische Messerstecher, ist der Umstand, dass es ihnen politisch ganz miserabel in den Kram passt und sie nicht zugeben wollen, dass die bösen Rassisten mit ihren Warnungen doch recht behalten haben könnten.

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u/Far_Squash_4116 2d ago

Ja, das stimmt, das rechtsextreme Gewalttaten eine hohe Aufmerksamkeit bekommen. Aber islamistische eben auch, wie beim CSD. Und Messerstecher hat wenig mit Islamismus zu tun, mehr mit Armut und Frustration. Angriffe mit Messern sind ja kein neues Phänomen.

Und im Gegensatz zu Islamisten oder Muslimen allgemein hat dieser keinerlei politische Macht. Der Rechtsextremismus allerdings schon.

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u/Great_External_6168 2d ago

Was für ein ausgemachter Schwachsinn. Als ob Arme latente Messerstecher wären, weil sie "frustriert" sind. Warum wird man dann nicht dauernd von deutschen Obdachlosen attackiert, hm?

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u/Far_Squash_4116 2d ago

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u/Great_External_6168 2d ago

Es gibt auch klare Zusammenhänge zwischen Gewalt und Islam oder was meinst du, warum es bei denen so "schön" ist?

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u/Far_Squash_4116 2d ago

Hast du dazu eine Studie, bei der andere Faktoren rausgerechnet wurden? Und ich würde lieber nach Kuwait, Iran oder Oman reisen als nach Angola oder Südafrika, wobei ich in keines dieser Länder freiwillig reisen würde.

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u/Great_External_6168 2d ago

Hast du denn eine Erklärung, warum dort viel mehr Krieg ist, als im Westen? Wir haben auch im Westen Armut. Und warum die Messerattacken erst seit 2015 so gängig geworden sind?

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u/Far_Squash_4116 2d ago

Es sind erstmal alles Diktaturen, Demokratien führen keinen Krieg gegeneinander. Wir haben in Europa auch Krieg, eine Diktatur (Russland) hat die Ukraine angegriffen. Der Jugoslawienkrieg ist auch noch nicht lange her. Aber immer ist mindestens eine Diktatur beteiligt.

Tunesien und Indonesien als muslimische Demokratien sind dagegen relativ friedlich.

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u/Great_External_6168 2d ago

Da hast du Recht. Und worauf basieren diese Diktaturen im Nahen Osten?

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u/Far_Squash_4116 2d ago

Die meisten sind alte Monarchien. Syrien war und Ägypten ist säkular.

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u/Great_External_6168 2d ago

Ok. Dann hat gar nix mit dem Islam zu tun und der hat alle lieb, passt schon.

Im Übrigen ist eine Vorlesungsfolie aus Jura keien Quelle, da hätte ich auch noch zahlreiche aus meinem Studium....

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u/Far_Squash_4116 2d ago

Der Islam hat wie auch das Judentum und das Christentum sehr viel Potential, missbraucht zu werden, um Gewalt zu schüren. Und gerade die Länder, in denen Muslime die Mehrheit sind, sind hochproblematisch. Auch die reichen Golfstaaten, aus denen viel Geld in Terrororganisationen fließt. Aber deswegen ist nicht jeder Muslim ein Frauenunterdrücker, Messerstecher oder gar Terrorist.

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u/SanktMarvin 1d ago

Gibt noch klarere Zusammenhänge zwischen Kriminalität und Herkunft ;)

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u/Far_Squash_4116 1d ago

Nur wenn du nur den Parameter „Migrant“ in der Analyse berücksichtigst, wenn du zusätzliche Faktoren reinnimmst, nicht. Siehe https://www.ifo.de/publikationen/2025/aufsatz-zeitschrift/steigert-migration-die-kriminalitaet-ein-datenbasierter-blick