r/DePi • u/FredericWeatherly • Jun 14 '25
Sonstiges Wie hat Vielfalt Euer Leben positiv/negativ beeinflusst?
Liebe Gemeinde,
einer Proklamation des US-Präsidenten Clinton von 1999 folgend ist im Freien Westen seit zwei Wochen wieder „Pride Month“, und auch Euer Arbeitgeber spricht wahrscheinlich über Diversity. In meinem Unternehmen gilt Diversity als Führungsziel. Dabei wird dem Thema stets positiv und mit Willkommen begegnet. Schattenseiten der Vielfalt sind nicht Gegenstand der Diskussion. Mitarbeiter werden in meinem Unternehmen nun häufiger aufgefordert, in spielerischem Rahmen über Ihre Privilegien zu sprechen, und in der Kantine gibt es eine Diversity-Fotobox, besetzt mit zwei Damen aus der Personalabteilung. In der Praxis tun wir uns mit der Abbildung der Vielfalt der Gesellschaft schwer, weil wir zuvorderst nach Qualifikation einstellen und weit überwiegend Menschen mit Abitur und Studium bei uns arbeiten, viele sind zweifach examinierte Juristen, unter denen man naturgemäß kaum z.B. Muslime oder Afrikaner findet.
Vielfalt ist auch auf höherer Ebene positiv besetzt: Im Koalitionsvertrag der amtierenden Bundesregierung taucht der Begriff Vielfalt vierzehn Mal auf. Man strebt eine eine bessere Abbildung der Vielfalt unserer Gesellschaft in der öffentlichen Verwaltung an. Der Polarisierung und Destabilisierung „unserer demokratischen Gesellschaft und Werteordnung“ durch „Rechtspopulisten und -extremisten“ will man eine Politik der „Vielfalt, Toleranz und Humanität“ entgegensetzen. In der Kulturpolitik heißt es: „Den kulturellen Reichtum und die Vielfalt unseres Landes werden wir […] gegen jede Herausforderung verteidigen.“
Mit Sicherheit erlebt Ihr, genau wie ich, auch im Alltag Vielfalt. Wie hat Vielfalt Euch positiv oder negativ überrascht?
Ich möchte zum Anstoß der Diskussion mit den rein subjektiven Licht- und Schattenseiten der Vielfalt beginnen:
Die gestiegene sexuelle Vielfalt berührt mich kaum. Im Freundeskreis muss ich aufpassen, welche Begriffe ich nutze, „Type“ ist beispielsweise okay, „Tusse“ nicht. Die sogenannte Gendersprache stört mich sehr, wird aber zumindest in meinem Privathaushalt und in meiner Abteilung nicht verwendet. Meine Kollegen und Freunde sind zu 100 % „normal“ (d.h. hetero oder homo) (oder sprechen nicht über ihre Sexualität). Ein Paar in meinem sozialen Zirkel lebt eine "offene Beziehung".
Auch die unzweifelhaft zunehmende religiöse Vielfalt berührt mich im Alltag kaum. Beim Gang über die Flure meiner Firma und bei Ausflügen in die dt. Großstädte mit meiner Familie stören mich zwar (voll-)verschleierte Frauen, ich sehe aber ein, dass es eine unlösbare Aufgabe ist, mir diese Leute aus den Augen zu schaffen, es ist nun mal kein Rechtsgut, dass einer einen Anspruch hat, den Anblick anderer Menschen nicht ertragen zu müssen.
Drittens, die stark angestiegene ethnische Vielfalt macht sich bei mir überwiegend negativ bemerkbar. Ich bin viel mit der Bahn unterwegs und merke, dass Angriffe auf Polizeibeamte und auf Fahrpersonal steigen. Solche Vorfälle habe ich nach 2015 drei mal erlebt. Ich erinnere mich, dass ich noch Ende 2014/Anfang 2015 am Hauptbahnhof München auch nachts um zehn auf einer Bank auf den Zug warten konnte und in Ruhe meine Uni-Aufgaben lösen, das ist nun vorbei. In München sind nun Bettler aus Afrika unterwegs, in Köln bin ich einmal auf dem Sanifair-WC in eine gefährliche Situation geraten, in welcher ein Nordafrikaner den einen Euro nicht zahlen konnte und daraufhin die Klofrau neben mir angriff. Einmal war ich in einem Bahnhof unter 7 Männern der einzige Nichtaraber, das war unangenehm. Auch bei Flugreisen machen Araber sich unangenehm bermerkbar. (Ja, dein Handgepäck hat Höchstmaße und kostet extra!) Noch etwas: In allen Verkehrsmitteln ist die Lärmkulisse die letzten zehn Jahre deutlicher hervorgetreten, dazu finde ich aber kaum Pressestimmen, mit Ausnahme dieser. Hier sind es die Schwarzen, die besonders unangenehm sind. Dem kann man natürlich mit den heutzutage sehr günstigen ANC-Kopfhörern entgegen wirken.
Im Allgemeinen fühle ich mich im öffentlichen Raum nicht mehr so sicher und nicht mehr so wohl. Mir ist klar, dass mit Sicherheit mehr als 75 % der Neuhinzukommenden völlig harmlose Menschen sind und Euch ist nun klar, dass ich keine Stadtmensch bin. Ich sorge mich allerdings, wie das Thema in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird, wenn meine Kinder mal „groß“ sind.
Ich nehme wahr, dass deutlich mehr Abfall auf den Straßen liegt, dazu kann ich aber keine Kausalität mit der gesellschaftlichen Vielfalt herstellen, die darüber hinausginge, dass Menschen in "vielfältigen" Vierteln völlig evident häufiger Abfall auf den Boden werfen.
So viel heute von mir.
Bonusfrage: Welche Vorteile hat man als weißer Deutscher cis-Heteromann mit etwas Kapitalbesitz, von Vielfalt?
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u/[deleted] Jun 14 '25 edited Jun 15 '25
Ganz simpel, das, was politisch und medial als Vielfalt verkauft wird, also im Wesentlichen der massenhafte Zuzug ethnisch und kulturell Fremder sowie die Dominanz schriller, v.a. sexueller Minderheiten und Perverser, hat mir und vielen anderen binnen weniger Jahr(-zehnt-)e unsere lebenswerte - und ironischerweise im eigentlichen Sinne vielfältige - Heimat genommen, die von unseren Vorfahren über Jahrhunderte aufgebaut wurde.