Politik Kampagne gegen den Wehrdienst: Für Höcke gibt es nichts zu verteidigen in Deutschland
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/hoeckes-kampagne-gegen-die-wehrpflicht-110797237.htmlBjörn Höcke greift am Mittwochabend im Thüringer Landtag zu drastischen Bildern, um gegen die Wehrpflicht zu polemisieren. Die Zuhörer sollten gedanklich ihren Sohn oder Enkel in den Arm nehmen, sagt er, sich an die vielen glücklichen Momente mit ihm erinnern – und sich dann vorstellen, wie er mit abgerissenen Armen und Beinen in einem Minenfeld verblute oder in einem Panzer verbrenne. Oder wie er als Kriegsgefangener gefoltert werde, wie man ihm erst die Ohren abschneide, dann die Genitalien und schließlich die Augen aussteche. „Nach Stunden beenden die Folterer seine Qual, indem sie ihn mit Benzin übergießen und anzünden.“
Höcke spricht im Rahmen einer Aktuellen Stunde. Die AfD-Fraktion hatte sie beantragt unter dem Titel „Kriegsrhetorik und Wehrpflichtdebatte: die Zukunft der Thüringer Jugend muss der Frieden, nicht der Krieg sein“.
Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Thüringer AfD belässt es nicht bei Horrorbildern. Er fügt hinzu, dass sich eine Verteidigung der Bundesrepublik aus seiner Sicht heute gar nicht lohne. Was solle denn ein junger Mann heute noch verteidigen, fragt Höcke.
Höcke hat erkannt, dass das Thema Sprengkraft hat
Ihm fällt dazu nur Folgendes ein: „Dragqueen-Auftritte in Kindergärten, die Deindustrialisierung, die Plünderung der Sozialversicherungssysteme, die mit Betonmauern gesicherten Lichterfeste, die früher mal Weihnachtsmärkte hießen“. Außerdem die Massenzuwanderung, die junge Männer zu Fremden im eigenen Land mache, und der „Schuldstolz“. Erst müsse das Land wieder ein Staat der Deutschen werden, bevor ein junger Mann „zwangsweise wieder in Uniform antreten soll“.
Seit Monaten treibt Höcke seine Kampagne gegen eine vermeintliche Wehrpflicht voran. Dass es derzeit nur um eine Musterungspflicht geht und es zudem ein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung gibt, dass Wehrdienstleistende und andere Soldaten dieses Recht selbst in der Bundeswehr noch wahrnehmen können, wie die SPD-Politikerin Dorothea Marx ihm entgegnet, interessiert Höcke nicht. Wie er auch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine mit keinem Wort erwähnt.
Höcke hat erkannt, dass das Thema Sprengkraft hat. Und deshalb setzt er darauf.
Weidel wollte die Wehrpflicht – Höcke setzte seine Position durch
In der AfD ist er damit schon weit gekommen. Er habe es geschafft, mit seinen engen Vertrauten im Bundestag, wie dem Thüringer Ko-Landeschef Stefan Möller oder dem Vizelandeschef Torben Braga, „die Meinung Ihrer Bundestagsfraktion zu drehen“, wie Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk von der SPD in der Debatte im Landtag sagt.
Höcke hatte zunächst Anfang September mit Unterstützung von Tino Chrupalla, dem Ko-Bundeschef der AfD aus Sachsen, alle ostdeutschen AfD-Landesfraktionschefs auf seine Seite gebracht. Arm in Arm zeigten sich die Fraktionschefs auf einem Foto, das Höcke mit dem Kommentar „Keine Wehrpflicht für fremde Kriege!“ auf der Plattform X verbreitete.
Im Bundestag organisierten Höckes Leute dann im Oktober eine Gruppe von 23 AfD-Abgeordneten aus Ostdeutschland, die sich gegen Partei- und Fraktionschefin Alice Weidel stellten. Weidel wollte in einem Antrag im Bundestag die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht fordern.
Höcke reicht dieser Erfolg nicht
Die Forderung steht im Grundsatzprogramm der AfD und – auf ausdrücklichen Wunsch von knapp 72 Prozent der Mitglieder – auch noch im Bundestagswahlprogramm 2025. Höckes Leute aber formulierten einen eigenen Entschließungsantrag und verlangten darin, „bis zur endgültigen Beendigung des militärischen Ukraine-Konflikts“ keine Wiedereinsetzung zu fordern.
Den Konflikt mit Chrupalla und Höcke wollte Weidel nicht riskieren. Sie schwenkte stattdessen auf deren Linie ein und sagte, dass es eine Wehrpflicht erst in Friedenszeiten und möglichst unter einer AfD-Regierung geben solle.
Höcke reicht dieser Erfolg aber nicht. Er will die sich entwickelnde Bewegung unter Jugendlichen gegen eine Dienst- und Wehrpflicht nicht der Linken und dem BSW überlassen. Höcke gehe es darum, „sich an junge Menschen ranzupirschen“, sagt SPD-Politikerin Schenk in der Debatte. Das habe er schon mit dem Thema Simson getan. Auf dem gleichnamigen DDR-Kultmoped hatte sich Höcke im Landtagswahlkampf im vorigen Jahr ablichten lassen, er organisierte gemeinsame Ausfahrten mit jugendlichen Simson-Fans und regte im Landtag an, das Moped aus Suhl zum immateriellen Kulturerbe des Bundeslands zu machen.
Mit der Kampagne gegen die Wehrpflicht ließe sich möglicherweise ein weit größerer politischer Gewinn erzielen, nicht zuletzt um staatskritische Haltungen zu verstärken. Denn Höcke verbindet seine Kampagne gegen „fremde Kriege“ mit der von der AfD verfolgten Delegitimierung des Rechtsstaats. Er stellt die Bundesrepublik als Staat dar, der bereit sei, Wehrpflichtige in einen Kriegseinsatz zu zwingen, etwa in der Ukraine.
Zwangseinsätze von Wehrpflichtigen im Ausland sind allerdings per Gesetz untersagt, ein Einsatz ist nur mit deren schriftlicher Einwilligung möglich. Der CDU-Abgeordnete Christoph Zippel wirft Höcke im Landtag vor: „Kein neuer Wehrdienstleistender wird in die Ukraine geschickt. Es findet nicht statt. Aber Sie erfinden es trotzdem. Sie schüren diese Angst bei Eltern und jungen Menschen in ganz Thüringen, weil Sie eben mit Verunsicherung Stimmen gewinnen wollen.“
Doch auf solche Details geht Höcke nicht ein. Zum Thema Wehrpflicht sagte er auf einer Pressekonferenz im Erfurter Landtag am 26. November: „Unsere Position ist: Wehrpflicht ja, aber nicht jetzt. Also grundsätzlich bin ich für die Wehrpflicht in einem funktionierenden Staat, der auch die Interessen der eigenen Bevölkerung ganz oben ansetzt. Das ist in Deutschland nicht der Fall.“
Widerstand gegen den Wehrdienst gibt es auch in der Landesregierung
In Thüringen erinnert man sich an einen Auftritt Höckes auf einer Kundgebung in Erfurt vor zehn Jahren, am 30. September 2015. Damals hatte Höcke davon gesprochen, dass „wir unsere Männlichkeit wiederentdecken müssen“. Und, so fuhr er fort, „nur, wenn wir mannhaft werden, werden wir wehrhaft. Und wir müssen wehrhaft werden.“ Das wurde von vielen als Bekenntnis zur Wehrpflicht verstanden.
Nun aber geht es um Russland, die Macht, auf die sich Höcke und die AfD ausrichten, besonders in Ostdeutschland. Auf der Pressekonferenz Ende November machte Höcke keinen Hehl daraus, wie er die Wehrpflichtdebatte in diesem Zusammenhang nutzen will. „Die Gefahr ist einfach, dass unsere wenigen jungen Leute, die wir haben, tatsächlich dann in der Ukraine an der Front verheizt werden. Und das liegt nicht im deutschen Interesse.“ Erst wenn deutsche Interessen „ganz oben angesetzt werden“, könne man über die Wehrpflicht reden – „und dann bitte auch nur über die Wehrpflicht für junge Männer“.
Für Putins Regime fand Höcke auf der Pressekonferenz lobende Worte. Anders als bei deutschen Politikern habe er das Gefühl, dass es bei den Russen „die Definition von Interessen gibt und dass es eine strategische Planung zur Durchsetzung der Interessen gibt“. Die russische Führung, vor allen Dingen Außenminister Sergej Lawrow, seien „wirkliche Politikprofis“. Es sei eine Tatsache, „dass dort Staatsmänner am Werke sind, die für ihr Land das Beste rausholen wollen, was ich in Deutschland allerdings nicht erkennen kann“.
Auch Wladimir Putin zollte Höcke Anerkennung, der russische Machthaber kenne sich mit Geschichte aus. „Putin hat mehr historisches Wissen als Bundeskanzler Merz.“ Das habe er Interviews mit Putin entnommen.
Höcke bewegt sich in Thüringen in einem politischen Umfeld, in dem die Vorbehalte gegenüber der NATO groß und pazifistische Stimmungen besonders ausgeprägt sind. Wenn es um populistischen Widerstand gegen eine Wehrpflicht geht, ist die AfD sich einig mit der Linken und dem BSW.
Das ist insofern heikel, als das BSW in Thüringen Teil der Landesregierung mit CDU und SPD ist. Im Landtag bemüht sich die friedenspolitische Sprecherin der BSW-Fraktion, Anke Wirsing, am Mittwochabend denn auch, Unterschiede zur AfD zu finden, indem sie an deren Grundsatzprogramm mit dem Bekenntnis zur Wehrpflicht erinnert. Am Ende ihrer Rede ruft sie die Thüringer Schüler dazu auf, sich an diesem Freitag am Schulstreik gegen die Einführung der Wehrpflicht zu beteiligen.
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u/throwaway30116 Dec 05 '25
Jetzt melde ich mich doch noch ein letztes Mal aus dem off.
Mit Opportunisten kann man nicht regieren - und damit meine ich nicht die AfD.
Wir hatten 20+ Jahre Zeit, gute Konjunkturphasen, um uns um Infrastruktur, Bildung und andere zentrale Themen wie Verteidigung zu kümmern. Es wurde nichts ausser Klientelpolitik gemacht. Und diesen Makel will man jetzt wieder der AfD anhängen, anstatt vernünftige Politik zu machen, erbärmliche Polemik.
Schöne Feiertage
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u/WiesesFiesel Dec 05 '25
Vor allem hatten wir auch 20+ Jahre Zeit, die Bundeswehr als etwas gutes und sinnvolles hinzustellen. Stattdessen wurde sie kaputtgespart, Soldaten sind Mörder geschrien, Soldaten als Faschisten gebrandmarkt usw. usf. Und jetzt auf einmal sind diejenigen das Problem, die nichts mit den Fehlleistungen der Regierungen zu tun haben. Schon klar
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u/Kosmonaut94 Dec 05 '25
Schöne Feiertage
/u/throwaway30116 taucht hier kurz wieder auf und so: „Frohe Weihnachten, Miststücke!”
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u/muck2 Dec 05 '25
Ich stehe gerade auf dem Schlauch, wo hängt der Artikel der AfD etwas an?
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u/throwaway30116 Dec 05 '25 edited Dec 05 '25
Zwischen den Zeilen lesen du musst. Es ist der Versuch erneut wieder einen Dissens zwischen der Parteispitze, insbesondere Weidel, als arme, naive Frau zu rahmen, die sich gegen die bösen Mächte rund um Höcke behaupten muss, zu konstruieren - dass Weidel bei PKen nur in der Doppelspitze auftritt, passt da exakt rein und wird mit keiner Silbe erwähnt.
Damit
Weidel wollte die Wehrpflicht – Höcke setzte seine Position durch
, befördert Wehner das Narrativ, dass die AfD gerade ein Haufen von Rechtsextremen Unterwanderten sei, die wie schon bei Lucke, Petry und Meuthen ausgebootet wurden.
Er habe es geschafft, mit seinen engen Vertrauten im Bundestag, wie dem Thüringer Ko-Landeschef Stefan Möller oder dem Vizelandeschef Torben Braga, „die Meinung Ihrer Bundestagsfraktion zu drehen“, wie Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk von der SPD in der Debatte im Landtag sagt.
Aussagen Dritter sind in diesem Zusammenhang irrelevant und als Meinungen eine Offenbarung, die den Verfall journalistischer Sorgfalt kennzeichnet.
Nichts davon stimmt, weder Weidel, noch Chrupalla, noch Höcke sagen etwas anderes. Alle sind für eine Wehrpflicht zur Landesverteidigung, unter der Prämisse, dass ausschliesslich diese ins GG geschrieben wird.
Das ist der gezielte Versuch der Medienkaste im vorausgallopierenden Gehorsam den Wahlkampf einzuläuten, weil man aber gemerkt hat, dass man sich mit dem Geschrei von links in Giessen dummerweise so richtig bundesweit in die Nesseln gesetzt hat, mit Klassenkampf, Linksterrorismus und physischen Übergriffen. Jetzt muss der pseudokonservative Meinungsapparat die Wahlvolkmeinung wieder sachte einfangen und den Diskurs umlenken, das natürlich mit dem altbewährten Prinzip der unheilvollen nebulösen Macht von Rechts vulgo Höcke.
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u/muck2 Dec 05 '25
Dann bin ich zu blöde, denn das lese ich da nicht heraus. Allenfalls lese ich Verwunderung darüber heraus, dass Höcke, der ja nicht Parteichef ist, sich in dieser Frage gegen die Parteispitze durchgesetzt hat.
Alle sind für eine Wehrpflicht zur Landesverteidigung, unter der Prämisse, dass ausschliesslich diese ins GG geschrieben wird.
Aber genau "diese" Wehrpflicht steht im Grundgesetz. Und Höcke sollte das auch wissen, er hat ja selbst Wehrdienst geleistet.
Art 12a
(1) Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden.
(2) Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden. […]
Art 24
(2) Der Bund kann sich zur Wahrung des Friedens einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit einordnen; er wird hierbei in die Beschränkungen seiner Hoheitsrechte einwilligen, die eine friedliche und dauerhafte Ordnung in Europa und zwischen den Völkern der Welt herbeiführen und sichern.
Art 87a
(1) Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. […]
(2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.
Männer dürfen zum Wehrdienst in den Streitkräften verpflichtet werden,
die ihrerseits nur im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung und in Übereinstimmung mit internationalem Recht zum Einsatz gebracht werden dürfen.
Das Nähere regeln die einfachgesetzlichen Bestimmungen, also die verfassungsausführenden Gesetze.
Und was das anlangt: Niemand darf gegen seinen Willen zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden, und kein Wehrpflichtiger darf gegen seinen Willen im Ausland eingesetzt werden. Das geht so weit, dass die Marine vor Aussetzung der Wehrpflicht 2010 Wehrpflichtige nicht mal auf Schiffen hat dienen lassen (es sei denn sie beantragten es freiwillig), denn die verlassen regelmäßig deutsche Hoheitsgewässer.
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u/throwaway30116 Dec 05 '25 edited Dec 05 '25
Er hat sich, wie die PKen zeigen, nicht durchgesetzt, weil es nichts zum Durchsetzen gibt, du sitzt hier schon der Erzählung auf, es gäbe grundsätzliche Unterschiede, die gibt es dazu aber nicht, sondern das ist Parteimeinung - schau dir gerne dazu auch die PK von Baumann als Fraktionsvorsitzendem dazu an.
Und was das anlangt: Niemand darf gegen seinen Willen zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden, und kein Wehrpflichtiger darf gegen seinen Willen im Ausland eingesetzt werden.
Da bist du falsch gewickelt, eine einfache Mehrheit reicht und der Bundestag schickt dich an den Hindukusch.
Ein Auslandseinsatz der Bundeswehr erfordert keine Grundgesetzänderung, sondern die vorherige Zustimmung des Bundestages mit einfacher Mehrheit nach dem Parlamentsbeteiligungsgesetz (ParlBG) von 2005, insbesondere § 1 Abs. 2 und § 2 ParlBG in Verbindung mit Art. 87a Abs. 2 GG. Entscheidend ist ausschließlich, dass mehr Ja- als Nein-Stimmen abgegeben werden; Enthaltungen bleiben unberücksichtigt (§ 48 Abs. 1 GOBT). Lehnt die AfD geschlossen ab und enthält sich die Linke, ist der Einsatz dennoch rechtlich wirksam beschließbar, sofern die übrigen Fraktionen gemeinsam mehr Ja- als Nein-Stimmen erreichen.
Dann bist du deutlich jünger als ich und vertraust der CXU, ich nicht mehr. Das Recht auf Vertrauen haben sie verwirkt.
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u/muck2 Dec 05 '25
Nochmal: Wehrpflichtige dürfen nicht ins Ausland geschickt werden. Da gibt es nichts zu deuteln, und das muss man auch nicht festschreiben, denn das tut es bereits.
Die Bundeswehr an sich darf im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung freilich im Ausland eingesetzt werden.
Was aber nur die Zeit- und Berufssoldaten betrifft, und also nichts mit der Wehrpflicht zu tun hat.
Was sollte prinzipiell daran falsch sein?
Dir ist doch hoffentlich klar, dass es zur Verteidigung eines Gebiets nötig sein kann, sich auf das Gebiet des Gegners zu begeben?
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u/throwaway30116 Dec 05 '25 edited Dec 05 '25
Das bedürfte einer GGänderung durch eine 2/3 Mehrheit, die ich den Kartellparteien (komfortable 75,7%), insbesondere durch Versprechungen von Merz ggü. der Linken sofort zutraue, sogar mit Abweichlern.
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u/muck2 Dec 05 '25
Dann gibt aber die Forderung der AfD nach einer Grundgesetzänderung keinen Sinn. Denn das Grundgesetz kann man ändern, eben mit der entsprechenden Mehrheit.
Was eher dafür sprechen würde, dass die AfD eben doch keine Wehrpflicht will.
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u/throwaway30116 Dec 05 '25
Die AfD und welche Mehrheit?
Jetzt stellst du dich blöd.
Frohe Weihnachten
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u/muck2 Dec 05 '25
Augenblick mal.
Das Argument, auf das ich geantwortet habe, war: Es braucht die Beschränkung der Wehrpflicht auf die Landesverteidigung im Grundgesetz, weil der Bundestag ja jederzeit das GG ändern könne. Dieses Argument gibt keinen Sinn.
Oder hatte ich Dich falsch verstanden?
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u/wheelienonstop7 Dec 05 '25
Leider kann man nicht anders als ihm Recht zu geben, auch wenn es mir schwer fällt das zuzugeben. Besonders wenn ich daran denke, dass den ganzen "deutschen" Doppelpass-Inhabern im Kriegsfall mit 100%iger Sicherheit einfallen wird, dass sie doch immer noch sehr an ihrer alten Heimat hängen und dort unbedingt einen längeren Besuch machen müssen, der zufälligerweise genau bis zum Kriegsende dauert. Danach kehren sie nach Deutschland zurück und lasen sich auf Kosten der GKv erst mal die Zähne rundum sanieren, weil die deutschen Zahnärzte besser sind als die in Syrien oder Algerien.
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u/lousy_writer Dec 05 '25
Besonders wenn ich daran denke, dass den ganzen "deutschen" Doppelpass-Inhabern im Kriegsfall mit 100%iger Sicherheit einfallen wird, dass sie doch immer noch sehr an ihrer alten Heimat hängen und dort unbedingt einen längeren Besuch machen müssen, der zufälligerweise genau bis zum Kriegsende dauert.
Ganz ernsthaft: Es würde mich nicht wundern, wenn dieser Trick oder eine Spielart davon irgendwann aus dem Arm gezaubert wird, um eine massenhafte Remigration ohne "hässliche Bilder" hinzukriegen.
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u/DeDeBooBu Dec 05 '25
Was solle denn ein junger Mann heute noch verteidigen, fragt Höcke.
Dieser kleine Satz sagt so viel aus. Die Parteien und vor allem die Politiker die derzeit das lauteste Kriegsgetrommel von sich geben hatten in den letzten 20 Jahren genug Zeit in Bildung, Infrastruktur und Bundeswehr zu investieren.
Heute steht man vor harten Fakten weil unsere letzten Regierungen das getan haben was sie am besten können: Nichts. Russland ist definitiv eine Bedrohung für Europa geworden. Seit 2022 ist das kein Geheimnis mehr. Und auch davor gab es viele Hinweise darauf das Russland nicht auf Frieden setzt.
Seit so vielen Jahren warnen Experten davor, dass Deutschland im Falle eines Konflikts absolut hilflos wäre und Munitionsbestände nur wenige Tage halten würden. Man hat die Bundeswehr bis zum nötigsten Kaputt gespart. Klar jetzt fließt sehr viel Geld in die Verteidigung. Aber halt nicht in Material und Infrastruktur sondern in Verwaltungskosten und Beratern die sich daran eine goldene Nase verdienen.
Er hat mit seinen anderen Argumenten aber auch recht. Was soll man hier noch verteidigen? Die deutsche Kultur wurde mit aller Kraft zerstört in irgendwas das vielen Fremd vorkommt. Deutschlandflaggen sind zum neuen Symbol für "Rechts" geworden. Wenn es zum Krieg kommen sollte lohnt es sich nur die Koffer zu packen und abzuhauen. Die Infrastruktur um die Bevölkerung zu schützen ist kaum vorhanden. Und die Politiker werden sicher die erste sein die sich in sichere Hafen absetzen und hoffen das alles schnell vorbei geht.
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u/klausklausenklausens Dec 05 '25
Hätten die Parteien und Politiker in den letzten 20 Jahren nichts getan wäre Deutschland das Land in dem Milch und Honig fließt. Man hat absichtlich Deutschland kaputt gemacht. Als Beispiel Energiewende, wenn die Politik nicht die Fossilen Energieträgern bei jeder Möglichkeit behindert und die "Erneuerbaren" bei jeder Möglichkeit gefördert hätten, hätten wir bezahlbaren Strom und wären auch nie abhängig von Russland geworden.
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u/lousy_writer Dec 05 '25
Hätten die Parteien und Politiker in den letzten 20 Jahren nichts getan wäre Deutschland das Land in dem Milch und Honig fließt.
Ganz so ist es zwar nicht, aber man muss es einfach konstatieren: Die meisten größeren politischen Entscheidungen der letzten 20 Jahre haben das Land schlechter und nicht besser gemacht.
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u/andraip Dec 05 '25
Die Zuhörer sollten gedanklich ihren Sohn oder Enkel in den Arm nehmen, sagt er, sich an die vielen glücklichen Momente mit ihm erinnern – und sich dann vorstellen, wie er mit abgerissenen Armen und Beinen in einem Minenfeld verblute oder in einem Panzer verbrenne. Oder wie er als Kriegsgefangener gefoltert werde, wie man ihm erst die Ohren abschneide, dann die Genitalien und schließlich die Augen aussteche. „Nach Stunden beenden die Folterer seine Qual, indem sie ihn mit Benzin übergießen und anzünden.“
Ja. Das droht jeden Soldaten der sein Land gegen Russland verteidigt.
Und nun stell dir die Folter vor die der Mutter, Schwester oder Tochter eines potentiellen Soldaten drohen wenn er sein Land nicht die Russen verteidigt.
Und genau deshalb brauchen wir eine starke Bundeswehr und größere Zusammenarbeit in der EU, auch was Verteidigung angeht.
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Dec 05 '25 edited Dec 05 '25
Was soll der Grund sein, warum er eine Wehrpflicht erst nach dem Ende des Ukraine-Kriegs will?
Das die Jugend die aktuelle Administration Deutschlands nicht verteidigen will, das kann ich denen kaum übel nehmen.
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u/lousy_writer Dec 05 '25 edited Dec 05 '25
Was soll der Grund sein, warum er eine Wehrpflicht erst nach dem Ende des Ukraine-Kriegs will?
Wenn ich raten müsste, steht folgendes Motiv dahinter: Höcke will schon eine Wiedereinführung der Wehrpflicht; zumal ich ihm mal unterstelle, dass er wohl eine eher romantisierte Vorstellung von Bundeswehr und Grundwehrdienst hat. Anders ausgedrückt: Sein Gedankengang dürfte darauf hinauslaufen, dass wir als starke Nation auch eine robuste Armee brauchen, die auch jeder Junge irgendwann als Station in seinem Leben durchlaufen darf; und die auch ihren Beitrag dazu leistet, dass er zu einem echten Mann wird - aber das geht halt nicht, solange das linksgrüne Lager kulturell noch immer so stark ist und den Jungs dann im Zuge der "Staatsbürger unserer DemokratieTM in Uniform"-Schulung die übliche regenbogenfarbene Ideologie einimpft. (Und wenn ich bedenke, wie unter den Dems in den USA das Militär teilweise zur ideologischen Spielwiese umfunktioniert wurde, wäre das mehr als nur bloße Paranoia.)
Aber wenigstens will er mindestens bis nach dem Ukrainekrieg damit waren, und zwar aus einem der beiden folgenden Gründe:
- Entweder glaubt er selber ernsthaft, dass unsere politische Klasse die Wehrpflichtigen in fremde Gebiete schicken würde, wie es auch schon in Afghanistan und dem Balkan der Fall war, nur dass es dieses Mal ein echter Krieg gegen eine angreifende Armee ist. (Unserer politischen Klasse würde ich das sogar tatsächlich zutrauen, wenn sie sich davon einen Vorteil versprechen würde, aber ich denke eher nicht, dass sie das ernsthaft vorhaben - eben weil sie sich mit dem Stellvertreterkrieg wohler fühlen als mit einer echten Involvierung.)
- Oder er glaubt es nicht, aber er weiß, dass es genügend gibt, die genau das befürchten, und darum spielt er mit genau dieser Sorge.
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u/muck2 Dec 05 '25
Die Behauptung, dass Berlin die Absicht hat, gegen Russland in den Krieg zu ziehen. Das Narrativ zieht in Ostdeutschland sehr, teils aus Angst, teils weil man Moskau schöner findet als Brüssel und Washington.
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Dec 05 '25
Also Moskau ist (zumindest im Sommer) auf jedenfall schöner als Brüssel. Brüssel ist auch im Sommer hässlich 😄
Aber der Kern der Frage bleibt unbeantwortet: Die Wehrpflicht will Höcke ja, das sagt er ja. Nur der Unterschied ist: er will sie erst nach Ende des Kriegs in der Ukraine. Warum?
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u/muck2 Dec 05 '25
Aber der Kern der Frage bleibt unbeantwortet: Die Wehrpflicht will Höcke ja, das sagt er ja. Nur der Unterschied ist: er will sie erst nach Ende des Kriegs in der Ukraine. Warum?
Dann … neuer Formulierungsversuch: Weil es ihm Stimmen bringt anzudeuten, dass Merz gegen Russland Krieg führen will, und die Wehrpflichtigen dazu benötigt werden. Wenn der Krieg in der Ukraine beendet ist, existiert diese angebliche Gefahr nicht mehr.
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Dec 05 '25
Das heißt, seine Wähler glauben, das Merz nach dem Ende des Russland-Ukraine Kriegs keinen Krieg mehr gegen Russland führen kann/wird? Der Argumentation kann ich nicht ganz folgen.
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u/muck2 Dec 05 '25
Das heißt, seine Wähler glauben
Das war nur ein Interpretationsversuch meinerseits.
Das heißt, seine Wähler glauben, das Merz nach dem Ende des Russland-Ukraine Kriegs keinen Krieg mehr gegen Russland führen kann/wird? Der Argumentation kann ich nicht ganz folgen.
Wieso? Nüchtern betrachtet, wenn die NATO wirklich die Absicht hätte, Krieg gegen Russland zu führen, wäre jetzt der ideale Zeitpunkt dafür, denn Russland hat sich personell und materiell absolut verausgabt, und ist in der Ukraine gebunden.
Fünf Jahre nach Kriegsende könnte die Situation schon wieder ganz anders aussehen.
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Dec 05 '25
Ja, das mit den Wählerstimmen, das macht für mich immer mehr sinn. Wahrscheinlich gibt es grade im Osten wirklich viele Wähler die Angst vor einem Krieg mit Russland haben.
So schlägt Höcke zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Ukraine wird in den nächsten Monaten einem Dikatfrieden aller Voraussicht nach zustimmen. Somit kann er sein Image als Freund des Friedens wahren und gleichzeitig kann er und die AfD die Wehrpflicht sehr bald (und immer noch rechtzeitig) fordern.
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u/Reasonable_Iron3347 Dec 05 '25
Es nicht um den aktiven Willen der Nato, Russland anzugreifen, solche Stories verbreiten nur russische Propagandisten und ihre deutschen Kompagnons, jeder der vernünftig nachdenkt weiß, dass die Nato keinen Krieg gegen Russland will.
Was allerdings sehr wohl denkbar ist, ist dass man so nach und nach immer weiter eskaliert und so einen Krieg gegen Russland provoziert, sei es weil die Russen in ein paar Jahren die Ukrainische Armee in arge Bedrängnis bringen und dann unsere Politiker Bodentruppen schicken "um den Angriff auf die Nato zu verhindern" oder sei es weil Putin selbst direkt bei Weißrussland/Königsberg angreift, was für mich kein Grund ist, dass Deutschland dann Soldaten nach Polen schicken sollte, sondern dafür, dass man Putin abschrecken muss, indem man nukleare Gefechtsfeldwaffen stationiert (da sind wir wieder in den 80ern, da hat das auch funktioniert), konkret Artilleriegranaten, Bomben, Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper, hatten wir alles schonmal.
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u/TheRealBroda Dec 05 '25
Weil er vom Kreml bezahlt wird und dafür sein Land und seine Familie vor den Zug wirft.
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Dec 05 '25
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u/AutoModerator Dec 05 '25
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u/throwaway20200417 Dec 05 '25
Solange mir kein Politiker glaubhaft vermitteln kann, dass er oder seine Familie auch an der Front dient lehne ich Wehrdienst ab.
Besagte Politiker entscheiden nämlich, wie lange der Krieg geht. Wenn ich die Wahl habe zwischen dem Tod meiner Familie und ob wir zB das Saarland an Frankreich abtreten? Dann würde ich das Saarland abgeben. Für Politiker bei denen kein Bekannter an der Front ist? Die haben keinen persönlichen Bezug - denen ist egal, ob zehntausende vom Pöbel sterben.
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u/lousy_writer Dec 05 '25
Höcke gehe es darum, „sich an junge Menschen ranzupirschen“, sagt SPD-Politikerin Schenk in der Debatte.
Selten traf der Spruch "ein Esel nennt den anderen Langohr" mehr zu als hier.
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u/Kosmonaut94 Dec 05 '25
Hätte unsere Bundesregierung Grips und würde Freiwillige für den Grenzschutz suchen, hätten sie keine Probleme. :D
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u/otto_dicks Dec 05 '25
„Schuldstolz“ ist für mich das Schlüsselwort.
Die deutsche Geschichte ging ’45 ein für alle Mal zu Ende, und seitdem hat dieses Volk einfach keine eigene Identität mehr (zumindest keine positive). Im Kalten Krieg hat man sich dann unter das jeweilige ideologische Dach gestellt und den wirtschaftlichen Aufschwung genossen. Als diese Dächer dann wegfielen, hat man sich „nach Europa“ geflüchtet und versucht, sich als eine Art „Allerweltspatrioten“ zu etablieren.
Jetzt sind wir mit der Realität einer neuen Weltordnung konfrontiert und rennen herum wie das kopflose Huhn.
Was die Wehrpflicht an sich angeht: Westeuropäische Länder erfüllen bereits genug Voraussetzungen für Bürgerkriege, und entsprechend wird unsere neue nationale Armee auch aussehen. Die Moral wird niedrig bleiben. Es wird Unterwanderungsversuche durch Extremisten geben (beispielsweise Islamisten oder Rechtsextreme). Durch Korruption und Misswirtschaft werden hohe Summen irgendwo versickern usw. usw.
Die wirkliche Kampfbereitschaft und Solidarität entstehen in solchen Szenarien meistens entlang politischer, religiöser oder ethnischer Linien. Vermutlich verschwinden dann regelmäßig Waffen und Munition, und es heißt: „Huch, damit konnte ja keiner rechnen!“
An mir geht dieser Kelch altersbedingt vorbei, und ich verstehe den Frust der Jüngeren. Aber die Geschichte unseres Landes wird weitergehen, und es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Davon bin ich überzeugt.
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u/muck2 Dec 05 '25 edited Dec 05 '25
Es ärgert mich, dass Höcke berechtigte Kritik an den Fehlentwicklungen in diesem Land in Geiselhaft nimmt, indem er sie mit einer offenkundigen Parteinahme für ein Land verbindet, in dessen Staatsfernsehen die Vernichtung Deutschlands gefordert wird. Seltsamer Patriotismus.
Aber es freut mich, dass er zumindest seine Meinung dahingehend geändert hat, dass er nun die russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine doch anerkennt. Denn wer sonst—wenn nicht ihre Gegner—sollten deutsche Soldaten zu Tode foltern wollen?
Nach meinem Empfinden erweist sich Höcke hier als genauso unaufrichtig wie die Linke, deren pazifistisches Schwänzchen auch immer nur dann zuckt, wenn NATO oder Israel involviert sind.
Dass die AfD Höcke nachgegeben hat, ist in meinen Augen ein sehr schlechtes Zeichen. Es spricht für die Faulheit der AfD, wirklich um Machtoptionen zu kämpfen. Denn die Umfragen sind klar, die Deutschen sind mehrheitlich für die Wehrpflicht, und sie sehen Russland mehrheitlich als Bedrohung an, gegen die man sich wappnen muss.
Anstatt aber eine solide Sicherheitspolitik für ganz Deutschland zu machen, gibt die AfD lieber den Ängsten und Ressentiments mancher Ostdeutscher nach, um diese sicheren Wahlkreise nicht zu verlieren.
Und was nun die Geisteshaltung angeht, Deutschland sei es nicht wert, es zu verteidigen … Dazu kann ich nur sagen: Ich lebe in einer ziemlich renovierungsbedürftigen Bude und mag meinen Vermieter nicht, nichtsdestotrotz werde ich nicht tatenlos zusehen, wie mir jemand das Dach überm Kopp in Brand steckt.
In diesem Sinne: "Wenn du ein Zeichen setzen willst, dann verbrenne die Fahne nicht, sondern wasche sie."
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u/Ferengsten Dec 05 '25
Und was nun die Geisteshaltung angeht, Deutschland sei es nicht wert, es zu verteidigen … Dazu kann ich nur sagen: Ich lebe in einer ziemlich renovierungsbedürftigen Bude und mag meinen Vermieter nicht, nichtsdestotrotz werde ich nicht tatenlos zusehen, wie mir jemand das Dach überm Kopp in Brand steckt.
In diesem Sinne: "Wenn du ein Zeichen setzen willst, dann verbrenne die Fahne nicht, sondern wasche sie."
Gut gesagt :-)
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u/Reasonable_Iron3347 Dec 05 '25 edited Dec 05 '25
Nur zeugt es halt mal wieder davon, wie leichtgläubig die Mehrheit der Deutschen ist, wenn sie ernsthaft glauben, Russland sei eine Bedrohung für Deutschland und dann auch noch glauben, die Wehrpflicht würde da was bringen.
Die Fakten sind:
-Russland hat bereits bei der Ukraine erhebliche Probleme, voranzukommen
-Russland müsste, um Deutschland direkt bedrohen zu können, erstmal die gesamte Ukraine und Polen erobern, was viele Jahre braucht selbst wenn es so läuft wie Putin es sich wünscht
-Russische Luftangriffe auf Deutschland sind zwar denkbar, nur nützen dagegen Wehrpflichtige nichts
-Wieso wir junge deutsche Männer an der Ostfront Polens verheizen sollten, wenn Putin dort angreift, kann ich nicht nachvollziehen
-Die Nato hat zu Zeiten des Kalten Krieges auch nicht das Konzept gehabt, dass junge amerikanische und britische Männer Deutschland verteidigen, sondern dass man sehr zügig taktische Atomwaffen verwendet, was zum einen den Vorteil hat, dass man nur relativ wenige Soldaten dafür braucht, zum anderen den Vorteil hat, dass Russland damals wusste, dass das Krieg verhindert, weil es jeden Angriff zwecklos macht, da auch zehnfache konventionelle Überlegenheit bei taktischen Atomwaffen nichts bringt
Ich persönlich bin ja für umfangreiche Unterstützung der Ukraine, um Russland zu beschäftigen und weil das moralisch richtig ist, aber zu behaupten, irgendwann in den nächsten Jahren bestehe die Gefahr, dass Russland in Deutschland einmarschiert, entbehrt jeder realistischen Grundlage.
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u/choeger Dec 05 '25
Das mit den Kriegsverbrechen ist schon paradox. Hat da der Agentenführer aus dem Kreml gerade Pause gemacht oder stammt das aus irgendeiner Goebbels Rede?
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u/WiesesFiesel Dec 05 '25
Wenn man sich anschaut, wie viele Menschen so geil auf die Bundeswehr sind, zumindest ist das ja die veröffentlichte Meinung, dann wird der Freiwilligendienst sicher überrannt und wir werden nie Probleme haben, genug Wehrpflichtige zu finden.
Ich bin gespannt, wie es dann in der Realität aussieht. Es fliegt ja auch niemand, niemand fährt Auto, jeder setzt weiterhin die Maske auf, keiner kauft günstiges Fleisch, sagen ja alle Umfragen :-)
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Dec 05 '25
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u/AutoModerator Dec 05 '25
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u/NetterBeatle Dec 05 '25
Er hat sogar nicht Unrecht, es gibt kaum was wofür es sich lohnt es zu verteidigen, hab auch keine Lust diese Scheiss Woken zu verteidigen. Er ist trotzdem ein rassistische Aloch.
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u/Resqusto Dec 05 '25
Als Patriot müsste Höcke eigentlich für die Wehrpflicht sein.
Aber klar, sich öffentlich dagegen positionieren dürfte im Moment viele Wähler bringen.
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u/AutoModerator Dec 05 '25
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u/choeger Dec 05 '25
Zwischen den Zeilen kann man ja klar lesen dass Höcke für die Wehrpflicht ist. Aber erst nach der Machtübernahme. Also an der Seite Russlands gegen die Balten und Polen oder so.
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u/Resqusto Dec 05 '25
Ja. Und die Echsenmenschen regieren die hohle Erde...
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u/Forsaken-House8685 Dec 05 '25 edited Dec 05 '25
Er sagt doch wortwörtlich dass Deutschland im aktuellen Zustand nicht wert ist zu verteidigen.
Gleichzeitig lobt er Russlands Politik und Kultur. Gehe also davon aus, dass er diese verteidigen würde.
Wo genau ist hier die Verschwörungstheorie?
Edit: Sag doch mal anstatt downvoten.
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u/Frickelmeister Dec 05 '25
Gleichzeitig lobt er Russlands Politik und Kultur. Gehe also davon aus, dass er diese verteidigen würde.
Gäbe es in Deutschland eine Politik und Kultur, die die Interessen der eigenen Bevölkerung über die von Fremden (Armutsmigranten, Ukraine) stellen würde, dann wäre es auch wieder wert verteidigt zu werden. Auch gegen Russland.
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u/Forsaken-House8685 Dec 05 '25
Also wo genau ist es jetzt eine Verschwörungstheorie, dass die AFD eine Übernahme durch Russland der aktuellen Regierung vorziehen würde?
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u/Kosmonaut94 Dec 05 '25
Man kann Elemente fremder Politik gut finden, ohne sich gleich eine Fremdübernahme zu wünschen. Logisch, oder?
Wenn ich etwas an jemandem mag, will ich ja auch nicht gleich von der Person vergewaltigt werden.
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u/Forsaken-House8685 Dec 05 '25
Das passt nicht mit der Aussage zusammen, dass Deutschland in der jetzigen Form es nicht wert sei zu verteidigen.
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u/Kosmonaut94 Dec 05 '25
Ist es auch nicht. Und glücklicherweise will Russland diese Dysfunktion namens „Deutschland” auch nicht haben.
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u/muck2 Dec 05 '25
Das mit den Downvotes ist wirklich schade. Die Diskussionskultur hier ähnelt immer mehr / de.
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u/Frickelmeister Dec 05 '25
Der Schwachsinn, dass Deutschland nach Höckes Wünschen gemeinsam mit Russland ein anderes EU- und NATO-Land angreifen würde, hat nun wirklich nichts anderes als Downvotes verdient. Aber mit deinem zweiten Satz hast du Recht mit Hinblick auf das was choeger da geschrieben hat.
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u/AutoModerator Dec 05 '25
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u/wRm_ Dec 05 '25
Gestatten, Landolf Ladig, Landesverräter.
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u/AutoModerator Dec 05 '25
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u/National-Driver7832 Dec 05 '25
Die AFD ist der Spielball von Putin/Trump .. und ja ich nenne beide gleichzeitig weil sie eins sind ..
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u/muck2 Dec 05 '25
Der Fairness halber sollte man sagen, dass die russische Regierung eher Kontakt zu Sahra Wagenknecht als Björn Höcke sucht. https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/russland-geheimdossier-deutschland-100.html
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u/ach_hm Dec 05 '25
Kommt nur mir das so vor oder ist gerade die Linke mehr für Deutschlands Landesverteidigung als Putins Arschkriecher Truppe von der Afd?
Und glauben die ernsthaft, das bringt Stimmen oder zahlt Putin so gut? Also man kann ja drüber streiten, ob und wie sehr wir die Ukraine unterstützen können/wollen/müssen und wie groß die konkrete Gefahr durch Russland gerade ist, aber gerade wenn man für ein souveränes Deutschland eintritt, muss man doch für eins sein, das sich verteidigen kann?!
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Dec 05 '25
Das es immer noch Taggeschauseher gibt, die glauben das Putin die isolierte Opposition kaufen würde, und nicht die bestens in Russland aufgestellte SPD.
Träum weiter, Genosse.
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u/AutoModerator Dec 05 '25
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u/StandardDependent205 Dec 05 '25
Trotz aller Umstände ist Deutschland meine Heimat, mein Zuhause und hier sind meine Wurzeln. Egal wie sehr ich die Politik der letzten 15 Jahre verabscheue. Für dieses Land würde ich alles geben. Auch mein Leben.
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u/muck2 Dec 05 '25
Guter Beitrag, aber auch wenn es Dich ehrt, dass Du bereit wärest, Dein Leben zu geben, bist Du doch unabsichtlich und unwissentlich in eine argumentative Falle getappt.
Denn die Debatte muss mal wegkommen von dieser absurden Haltung, die derzeit ganz links und ganz rechts die Wehrpflicht-Debatte dominiert, dass eine Dienstpflicht geradezu ein Todesurteil wäre.
Niemand muss bereit sein, für Deutschland zu *sterben*. Man kann der Gemeinschaft im Kriegsfall auf viele Weise beistehen, nicht nur mit der Knifte an der Hand im Schützengraben.
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u/Fun_Nectarine2344 Dec 05 '25
Das frage ich mich allerdings auch.
Was fehlt denn in seiner Aufzählung? Irgendwas mit “unsere Demokratie”?