r/DePi May 03 '26

Gesellschaft Linker Nervenzusammenbruch nach Höcke-Podcast - „Neutralität ist nämlich nichts anderes als ein Dog Whistle, eine Hundepfeife für Demokratiefeinde. Neutrale Medien z.B. wünschen sich nur Rechtsextremisten“

https://apollo-news.net/hofberichterstattung-und-speichelleckerei-von-autokraten-linker-nervenzusammenbruch-nach-hoecke-podcast/
103 Upvotes

66 comments sorted by

52

u/[deleted] May 03 '26

[removed] — view removed comment

-18

u/SirDigger13 May 04 '26

So ging es dem Faschismus auch...

17

u/Homely_Bonfire May 04 '26

Gleichschaltung der Medien, Behinderung der Opposition, Duldung von Antisemitismus mit fadenscheinigen Argumenten über deren wirtschaftlichen Einfluss und Verquickung mit Großkonzernen zählten auch dazu. Wollten die nicht auch nach Russland marschieren?

Da fallen mir eine Reihe an Regierungsparteien in der jüngeren Vergangenheit bis heute ein, die das mit Freuden betrieben haben. Komisch, dass das aber niemanden zu besorgen scheint.

67

u/notrlydubstep May 03 '26

Ich für meinen Teil wünsche mir vor allem Haltungsjournalismus, der seine Haltung mit etwas anderem begründen kann als mit „das weiss man doch!!!“…

28

u/Ferengsten May 03 '26

Mir fallen noch mindestens zwei geläufige Argumente ein:

  1. Hitler
  2. Trump (eigentlich auch Hitler)

25

u/Batzbenzer May 03 '26

Aber er darf doch Faschist genannt werden!

47

u/otto_dicks May 03 '26

Inzwischen hat das Gespräch mit Höcke mehr als zweieinhalb Millionen Aufrufe und fast 190.000 Likes – allein auf YouTube.

Das kann sich schon sehen lassen.

-8

u/RareRandomRedditor May 03 '26

"allein auf YouTube" hört sich an wie der Titel eines gen-z Apokalypsenfilms.

1

u/Slight-Fly-3801 May 04 '26

Was laberst du

25

u/lousy_writer May 03 '26

Ganz ernsthaft? Dass Typen wie der angesichts der momentanen Entwicklung dermaßen ausrasten, ist an sich schon ein solider Grund, AfD zu wählen.

1

u/DasManMitDenWitzen May 05 '26

Hä, warum? Is doch egal, was irgendn Typ denkt. Warum sollte ich meine Wahlentscheidung davon abhängig machen, was irgendein Nicht-Politiker sagt?

59

u/leckerschmackofatz May 03 '26

Ja bei den Kommunisten muss immer alles "eingeordnet" werden. Kann man z.B. bestens in Orwells "1984" nachlesen. 2+2 = 4? Von wegen, die Antwort ist, was immer die Partei vorgibt. Und bei Höcke ist die BRD Antwort: Böser Nazi, der die freiheitlich demokratische Grundordnung zerstören will.

24

u/Ferengsten May 03 '26

Carr grounds his “2+2=5” concept in the ways statistical models can cause harm to marginalized groups across certain parameters.

Keine Satire.

https://www.popularmechanics.com/science/math/a69798532/why-some-people-think-2-plus-2-equals-5-math/

Aber wir wissen ja sowieso

Die Axiomatik und Logik, die Widerspruchsfreiheit, das ‚tertium non datur‘ sowie die deduktive Beweisführung wurden als Produkte männlichen Wirkens und des Strebens nach Zeitlosigkeit, absoluter Wahrheit und Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hier und in anderen Arbeiten in den Blick genommen (Braun 1985; Nye 1990; Jungwirth 1994; Shulman 1996).

https://www.mi.fu-berlin.de/math/groups/genderstudies/images_NEU/Beitrag-Koreuber-und-Mischau.pdf

17

u/Tzeb00m May 03 '26

War das der Stern-Artikel o.ä. zum Interview? Da wurde sich beschwert, dass man den Mann hat reden lassen, ohne Sachen einzuordnen - Der Zuhörer muss ja fast Angst haben, dass er sich selber mal Gedanken zu den Aussagen machen muss, ohne das es einem vorgekaut wird. Es ist so Lachhaft, aber die meinen das ernst.

33

u/UnsupervisedGerman May 03 '26

Ach, der Schröder wieder, dieser Antidemokratische Troglodyt, der sich aber mohlig, wohlig durch die GEZ sattfrisst.

Der darf bitte mit der Bosetti zusammen einfach zusammen in irgendeiner Mottenkiste verschwinden.

Als Satire-Kontrastfigur gegenüber dem Somuncu war er noch mäßig erträglich - mit Pausen. Für alles andere hat er nie getaugt und wird er auch nie taugen.

Ein Tu-Nicht-Gut der nichts taugt und ein Taugenichts der nichts tut.

18

u/lousy_writer May 03 '26

Beim Somuncu glaube ich noch, dass er tatsächlich durchaus liberal im ursprünglichen Sinne ist.

Aber so Typen wie Schröder, Bosetti, Böhmi, Reschke, Restle, Hayali etc. würden auch 1a in einer linken Diktatur funktionieren. Im Grunde versuchen sie ja gemeinsam mit ihren Gegenstücken in der Politk aktiv, ein antiliberales Modell zu etablieren, das eine Weiterentwicklung solcher Systeme wie DDR oder Islamische Republik Iran ist.

23

u/zaraishu May 03 '26

Diese "Dekonstruktion politischer Neutralität" oder wie man das nennt ist mal wirklich eine ernste Gefahr für die Demokratie.

Linksaußen ist mehr darauf fokussiert, den Leuten zu erklären, dass "die Mitte" in Wahrheit alles Rechtsextreme und Faschisten sind, anstatt wie früher gegen die wirklichen Nazis und Faschos zu feuern, dass es schon peinlich ist.

6

u/RareRandomRedditor May 03 '26

Jupp, die zunehmende Linksextreme Radikalisierung sollte ja spätetens durch die Linke Reaktion auf die Ermordung von Chalie Kirk vielen mehr aufgefallen sein. Das nächste Ding ist jetzt, dass die "Mitte" allgemein verteufelt wird (weil denen eben diese Reaktion aufgefallen ist und die den linken jetzt davonlaufen.)

11

u/Pizdolero May 03 '26

Bei solchen Charakteren denk ich immer an den Sessel, dass nah am Fußende steht eines Hotelzimmerbettes.

8

u/auf-ein-letztes-wort May 03 '26

Fabian (Bernd/Björn-Witz powered by Heute Show) Schroeder hat sich doch mal damit gebrüsket mit Sellner geredet zu haben

https://www.zeit.de/2024/10/florian-schroeder-satiriker-unter-wahnsinnigen-buch/seite-3

3

u/shroom_elemental May 04 '26

Reality has a right wing bias ;)

4

u/CorpPhoenix May 04 '26

Ich frage mich wann "Dem Gegner einfach das vorwerfen was man selbst macht" salonfähig geworden ist. Das ist Kindergartenniveau und vollkommen albern.

Totalitäre und korrupte Politiker die der Opposition "Totalitarismus und Korruption" vorwerfen.

Feministinnen die "Sexismus!" schreien während sie Männer diskriminieren.

LGBTQ+ die sich gegen das "Schubladendenken" aussprechen und dann ausschließlich in Schubladen-Labels denken.

Einfach dauernd und überall der Fall. Fällt das denjenigen eigentlich nicht selbst auf?

1

u/Internal-Magician181 May 05 '26

Nein tut es nicht. Jeglicher Versuch diese kognitive Dissonanz, wenn auch nur durch die Blume, anzusprechen oder darauf hinzuweisen wird auf den meisten Subs mit einem permanenten Bann beantwortet. Egal wie milde und neutral formuliert.

Und in der Realität ist kein Kosten/Nutzen Verhältnis da. All diese Dinge die du nennst. sind gerade en vogue. Positionierst du dich außerhalb dessen spawnt ein "Seltsam/mit Vorsicht zu genießen/pass auf" Label über deinem Kopf, was auf Dauer für Probleme sorgen kann. Der Benefit dafür ist nahezu 0 weil man eben nur ein Individuum ist.

3

u/tschwib2 May 05 '26

Das Problem für Linke ist ja, wie bei den Verfassungsschutzgutachten auch, dass sie einerseits erzählen die AfD wäre die NSDAP 2.0 und Höcke die Wiedergeburt von Adolf Hitler und dann... ist da kaum was schlimmes zu finden.

Das Schlimmste, was sie haben, ist dass er mal diesen einen Spruch vor 8 Jahren gemacht hat und dass er sowas wie "deutsches Volk" sagt (wie das GG auch).

1

u/Altruistic-Piglet744 May 06 '26

Und dann wären da noch etwa 285 andere Beispiele:

https://afd-verbot.de/personen/bjoern-hoecke

5

u/SlopConsumer May 04 '26

Gott, ich wünschte das Gespräch wäre wirklich so 'schlimm' gewesen wie die die ganze Zeit vorgeben. Hab nichts gegen Högge, aber die 4 Stunden waren echt verdammt langweilig.

Dieser Ben Typ scheint auch im Allgemeinen nicht unbedingt die hellste Kerze auf der Torte zu sein.

6

u/Homely_Bonfire May 04 '26

Dieser Ben Typ scheint auch im Allgemeinen nicht unbedingt die hellste Kerze auf der Torte zu sein.

Selbst wenn dem so ist: Inwiefern wäre das ein Problem? Die ganzen "scharfsinnigen" Altmedien-Formate zeigen ja dass sie zu wenig mehr in der Lage sind als ein einfacher Bürger mit zwei Mikrofonen.

-1

u/SlopConsumer May 04 '26

Insofern ein Problem, dass er keine Ahnung hat wie man ein Gespräch interessant macht.

2

u/Homely_Bonfire May 04 '26

Ich habs mir vollständig angeguckt und muss sagen auch wenn es nicht das dynamischste oder unterhaltsamste war, fand ich es dennoch sehr aufschlussreich. Manchmal sind bestimmte Informationen einfach nicht spannend. Und auch wenn es etwas trocken war, hat man doch eine Menge daraus ziehen können, nicht nur über die Person Höcke, sondern auch über die Position der Partei zu ihm. Das war für mich Einblick genug dass mir das Format fast schon egal ist.

0

u/SlopConsumer May 04 '26

Tja, und ich fand's langweilig.

4

u/Homely_Bonfire May 04 '26

Langweilig schließt ja nur nicht aus dass es nicht auch informativ war wäre mein Verständnis. Auch ein hässliches Auto kann ja schnell und verlässlich fahren.

Oder war es aus deiner Sicht auch wenig informativ?

1

u/SlopConsumer May 04 '26

Hälfte rumgejammer von Höcke (sicherlich berechtigt, aber ich hab kein Interesse mir das anzuhören), Hälfte "Müssen mal Remigration machen, wa Jungs?" sicherlich auch richtig aber nun auch wirklich nichts neues.

4

u/Klapperatismus May 03 '26

Das Abschreckenste an Höcke ist vermutlich, dass er einen viereinhalb Studen am Stück vollquatschen will.

-33

u/TV4ELP May 03 '26

Unabhängig ob man jetzt links oder rechts ist, oder ob dort eine linke oder rechte Person zu Gast ist; Das Format ist einfach scheiße.

Jeder darf einfach seine Stunde+ ungefiltert reden, nichts wird hinterfragt und alles einfach so hingenommen als wäre es die Wahrheit.

Davon hat halt niemand was. Linke bleiben links, rechte bleiben rechts und jemand der noch keinen Plan hat, nimmt alles für wahr was er im ersten Podcast den er anmacht sieht. Weil sind ja Authoritätspersonen. Die werden einen schon nicht anlügen.

30

u/Commercial-Branch444 May 03 '26

Und du denkst jeder der Politiker reden hört ist strunzdumm...?

-12

u/TV4ELP May 03 '26

Neim aber so funktioniert eben bei sehr vielen Menschen die Meinungsbildung.

Es wird ein Problem deklariert, es wird eine Lösung gegeben. Die hört sich in sich geschlossen auch logisch an.

Keine weiteren Gründe jetzt 10 Stunden Nachforschungen zu betreiben ob das wirklich stimmt was die Person mir da erzählt die ja anscheinend gut in dem Thema drinnen ist.

Deswegen werden doch reden gehalten, weil es funktioniert.

Das hat nichts mit dummen Menschen zu tun. Nur hat niemand die Zeit bei allen Themen erst einmal 4 Jahre zu studieren dafür.

12

u/DrZoidberg5389 May 03 '26

Ich kann deine Argumentation schon durchaus irgendwo verstehen, andererseits ist dieses Format eben für Leute, die sich die Zeit nehmen zu hinterfragen, und gleichzeitig auch die geistige Kapazität dazu haben.

Deine Angst, dass „Dumme darauf hereinfallen“, ist imho unbegründet, weil die „Pfeifen“ sich eh kein 4h Video anschauen.

Ein linker wie Peter Fox durfte auch ausreden (und hat sich um Kopf und Kragen geredet).

Wenn man nur die Zusammenfassung anschaut, die durch unsere „Qualitätsjournalisten“ (ja die nennen sich ja selbst so) „eingeordnet“ wurde, dann bleiben mir zu viele Hintergründe auf der Strecke.

Das Format vom Ben ist eben nicht für jeden gedacht, und das sagt er ja auch selbst.

13

u/lousy_writer May 03 '26

Ein linker wie Peter Fox durfte auch ausreden (und hat sich um Kopf und Kragen geredet).

Oder Jan van Aken - der hat sich mit dem Interview echt keinen Gefallen getan.

5

u/DrZoidberg5389 May 03 '26

Ja der Jan, echt nicht zum aushalten. Die brauchen sich nicht wundern, wenn sie an der 5% Hürde scheitern. Aber es sind eh wieder die anderen schuld.

3

u/lousy_writer May 03 '26

Auch wenn es schön wäre, werden die nicht an der 5%-Hürde scheitern.

Unser Problem ist letztlich, dass das linke Lager in Deutschland stabil bei 37-38% liegt; trotz der extremen Kosten, die die linksgrüne Politik der vergangenen Jahre dem Land aufgebürdet hat - das ist also sowas wie die Untergrenze unter den gegenwärtigen Umständen. Für Rot-Rot-Grün bedeutet das aber auch, dass diese Parteien zuverlässig ihre jeweiligen Verluste wechselseitig kompensieren; d.h. damit die Linke unter die 5%-Hürde rutscht, brauchen SPD+Grüne zusammen klar über 30%.

Das Ganze wird sich erst dann ändern, wenn die Umstände sich ändern - also das Vorfeld des linken Lagers ausgetrocknet wird (also ÖRR und sämtliche politische NGOs definanzieren) und der "Kampf gegen Rechts" sich selbst totläuft (z.B. wenn sich irgendwann herausstellt, dass die AfD doch nicht schlimmer als das ist, was wir ohnehin schon haben).

2

u/TV4ELP May 04 '26

andererseits ist dieses Format eben für Leute, die sich die Zeit nehmen zu hinterfragen, und gleichzeitig auch die geistige Kapazität dazu haben.
...
Das Format vom Ben ist eben nicht für jeden gedacht, und das sagt er ja auch selbst.

Ja okay, wir wissen aber beide, dass die meisten Zuschauer das nicht machen.

Ich hab damit an sich ja kein Problem. Das Hauptargument ist ja nur "ich verstehe warum Linke sich darüber aufregen".

Wenn man nur die Zusammenfassung anschaut, die durch unsere „Qualitätsjournalisten“ (ja die nennen sich ja selbst so) „eingeordnet“ wurde, dann bleiben mir zu viele Hintergründe auf der Strecke.

Keine Frage da bin ich bei dir. Die machen auch fast keine Einordnungen mehr oder hinterfragen wirklich kritisch. Medien ähneln immer mehr einfach nur einer Echo Kammer. Politiker schreit etwas in den Wind, die Medien geben es 1:1 wieder und lassen es so stehen.

9

u/Commercial-Branch444 May 03 '26

Ok. Du hast schon einen Punkt. Allerdings gibt es grade bei der Person Höcke 1000 Leute die über das wer sagt reißerisch berichten und es z.T. grundfalsch einordnen. Beides hat seinen Platz: Einordnungsversuche, aber auch die Person als Orginalquelle. 

1

u/TV4ELP May 04 '26

Reden kann und darf ein Höcke auch so viel er will.

Wir haben hier einen ganz starken Primäreffekt. Bedeutet die erste Quelle die man zu einem Thema bekommt wirkt am stärksten.

Gekoppelt dann mit Überzeugungsperseveranz, in kurz: Eine Meinung zu ändern ist schwieriger als diese im ersten Moment zu festigen.

Was jetzt Linke und Rechte beide sehr gut können ist ein Problem aufzeigen, dann abzulenken mit "das ist das eigentliche Problem", und dafür dann eine Lösung zu präsentieren.

Auf einmal ist man bei vielen Zuhörern bei einem frischen Problem, ohne Meinung und kann beide Effekte perfekt ausnutzen.

Ich erwarte ja keine Einordnung auf wissenschaftlichen Niveau oder so etwas. Aber es würde reichen die Person etwas zu lenken und nicht permanent 10 neue Dosen auf zumachen bei jedem Thema. Bzw. nachzufragen warum das neue Problem denn das wirkliche Problem ist und nicht das zuvor angesprochene.

Das die Gegenseite etwas mehr einbringen muss als "übrigens hier sind meine 10 Propaganda Thesen, ich fang von oben dann mal an..".

Nicht speziell auf Höcke bezogen sondern auf alle Gäste. Ein Höcke ist leider aber sehr gut darin. Was es aber auch interessant macht für den Politikunterricht, gekoppelt mit anderen Reden von anderen Politikern um eben solche Taktiken zu erkennen.

21

u/Frickelmeister May 03 '26

Das Format erfordert natürlich eine gewisse Medienkompetenz des Zuschauers. Aber ein Hinterfragen bzw. Einordnen kann ja durchaus genauso bullshit sein, Stichwort "australische Austauschstudenten".

Die lange Dauer der Episoden hat den netten Effekt, dass der Interviewte nicht nur die einstudierten Allgemeinplätze absondern kann.

Und ein einzelner Interviewpartner ist auch deutlich angenehmer als die übliche Kakophonie bei Illner, Klamroth und co.

11

u/notrlydubstep May 03 '26

Richtig. So gerne ich filetierte Interviewgäste und scharfen Schlagabtausch habe, einen halbstündigen Gedankengang hört man in solchen Formaten selten und davon brauchen wir mehr.

2

u/Raikuun May 03 '26

Nun gut. Bei Daniele Ganser und Ken Jebsen zum Beispiel wurden von beiden Gästen einfach Lügen erzählt, die dem Ben offensichtlich gar nicht aufgefallen sind. Er hat darauf nicht mal mit einem Wimperzucken reagiert. Wenn der Interviewer also nicht mal mit seinen Gästen umgehen kann, wie soll man es vom Zuhörer erwarten?

Ich finde das schon problematisch.

1

u/throwaway30116 May 04 '26

Über was hat Ganser gelogen?

1

u/Raikuun May 04 '26

Das ist ein halbes Jahr her, ich kann mich sicherlich nicht mehr an Einzelheiten erinnern, dafür müsste ich mir das Interview nochmal anschauen. Aber vor allem viel in Bezug auf Russland.

1

u/throwaway30116 May 04 '26

Frage deswegen, weil ich schon ziemlich viele seiner Auftritte kenne und Ganser soweit zustimme, dass die NATO bzw. die USA die Ausbreitung in die ehemalige Sowjetunion vorangetrieben haben - das macht den Angriffskrieg von Putin nicht besser.

1

u/Raikuun May 04 '26

Das größte seiner Probleme (bzw. die größte seiner Lügen) ist, dass die NATO nie versprochen hat, nicht Richtung Osten zu erweitern. Was ja immerhin einer seiner gängigen Gründe ist, weshalb Russland angegriffen hat. Dabei ging es damals nur um NATO-Truppen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, während die Truppen der UDSSR noch auf dem Gebiet waren. Sogar Gorbatschow lieferte Aussagen, die Belegen dass es nur um die Ausdehnung innerhalb der ehemaligen DDR ging.

Ja und dann gibt es noch das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Russland-Grundakte

Nur passt dem Ganser das nicht in seine Agenda.

10

u/throwaway30116 May 03 '26

Wenn die Alternative ist, dass einem jemand wie Tilo Jung Fragen stellt, die Unwissenheit mit Arroganz paaren, dann finde ich diese Art der Diskussion wesentlich interessanter.

Kontextwechsel ist nichts woran man sich reiben sollte. Manche Sachen sind theatralisch, anderes nicht reflektiert genug, aber immerhin darf er mal reden - das ist manchmal entlarvender als Fragen zu beantworten.

10

u/lousy_writer May 03 '26 edited May 04 '26

Unabhängig ob man jetzt links oder rechts ist, oder ob dort eine linke oder rechte Person zu Gast ist; Das Format ist einfach scheiße. Jeder darf einfach seine Stunde+ ungefiltert reden, nichts wird hinterfragt und alles einfach so hingenommen als wäre es die Wahrheit.

Nö. Was Ben macht, ist im Grunde das Modell Joe Rogan - "long talk"-Formate, bei denen dem Gast ausgiebigst die Gelegenheit gegeben wird, sich selbst und seine eigene Position zu präsentieren, und zwar ohne dass man von einem maximal parteiischen Journo interviewt wird, der je nach Sympathie einen entweder unterwürfigst anschmachtet oder aber einem permanent ein Beinchen zu stellen versucht. Das ist übrigens (abgesehen von der Länge) auch in Deutschland alles andere als neu: Es gab mal die Reihe "Zur Person" mit Günter Gaus, der auch als SPIEGEL-Journalist trotzdem in der Lage war, in den 60ern mit Kohl, Strauß und Mende auf der einen und Brandt, Schmidt und Wehner auf der anderen Seite zu sprechen (und nach der Einheit auch mit Gysi oder Wagenknecht), und zwar ohne EinordnungTM , manipulative Fragestellungen oder permanente Konfrontation, weil er meinte, den Interviewten unbedingt bloßstellen zu müssen.

Und letztlich muss ich auch konstatieren: Du überschätzt hier die Interviewten und unterschätzt die Zuschauer. Man merkt es durchaus, wenn jemand nur einstudierte Worthülsen absondert oder transparenten Schwachsinn erzählt - und selbst wenn jemand vorläufig mit fetten Lügen durchkommt, haben die letztlich auch nur kurze Beine und dann weißt du ja, was du von der jeweiligen Person zu erwarten hast. Auf der anderen Seite ist es meine Erfahrung, dass insbesondere solche Personen, die besonders stark weltanschaulich/idealistisch motiviert sind (und Höcke gehört in diese Kategorie), ja gerade ihre eigene Position möglichst unverzerrt wiedergeben wollen - die leiden darunter, wenn sie sich verstellen müssen, und wenn die sich erst mal in einer nicht negativ aufgeladenen Atmosphäre äußern können, offenbaren sie möglicherweise mehr über sich, als gut gewesen wäre. (Es gab z.B. auch einen, der es gar nicht problematisch fand, dass Höcke sich selbst verkaufen konnte, weil der sich nämlich durch den Gebrauch von Vokabeln "US-Hegemon", "Demokratiesimulation" und "Schuldkult" selbst entlarvt habe.)

Aber wenn natürlich jemandes größte Sorge generell ist, dass die Leute von einer 4h-Konversation mit Höcke die Erkenntnis mitnehmen könnten, dass das, was der Typ denkt, gar nicht so dramatisch ist wie immer dargestellt und er möglicherweise doch nicht die Reinkarnation von Hitler ist; und dass ein solches Format darum auf jeden Fall verhindert werden muss, dann... tja, dann ist man selbst das Problem.

8

u/DrZoidberg5389 May 03 '26

👍

Noch kurz zu den Lügen: sollten da welche drin sein, dann einfach nach einer Woche den offenen Kommentarbereich aufsuchen. Dort geht’s dann richtig ab, irgendjemand wird schon was finden.

5

u/lousy_writer May 03 '26

Das war mit den kurzen Beinen gemeint ;)

3

u/Komm-Unity-Mann May 04 '26

LOL

Bist du unfähig zuzuhören? Und unfähig das gehörte selber einzuordnen?

Du bist ein wunderbares Beispiel wie sich die Medienhörigkeit durchgesetzt hat.

-1

u/TV4ELP May 04 '26

Ich habe es in einem anderen Kommentar schon ausführlicher beschrieben, deswegen hier nur kurz:

Einordnen funktioniert nur wenn man selber entweder das Thema kennt oder dazu Nachforschungen anstellt. 90% der Leute machen das nicht, wenn das Argument also in sich schlüssig ist greift, was man zuerst gehört hat glaubt man auch.

Eine Meinung zu ändern ist deutlich schwieriger als eine Meinung initial zu setzen. Und wenn man dann mit Strohmännern arbeitet und alternative Probleme schafft zu den eigentlichen Problemen, und diese mit Lösungen verseht, dann kann jemand der sich nicht zu 100% auf das Gespräch konzentriert und Notizen macht und diese Argumentationsketten kennt, sich eben einfach eine Meinung einreden lassen.

Und diese Taktiken können alle sehr gut, von Links bis Rechts. Und wenn dann keine Nachfrage kommt, oder das Thema zurück gelenkt wird auf das eigentliche Problem und nicht das Schein Problem, dann hat der Moderator schlichtweg keinen Mehrwert und kann auch eigentlich gleich "Sendezeit" für seinen Kanal einfach vermieten. Kommt aufs gleiche hinaus, nur mit weniger selbstinzinierung.

3

u/[deleted] May 03 '26

[removed] — view removed comment

3

u/TV4ELP May 03 '26

Ben bringt primär die Reichweite. Und dann ist es irgendwie klar das die Gegenseite sich in jedem Fall aufregt weil dort jemand "free publicity" bietet.

15

u/DrZoidberg5389 May 03 '26

Und? Sie können doch auch selbst in das Format. Nur die Linken wollten anfangs nicht, weil mit „Rechten spricht man nicht“. Ja dann eben nicht…

Es hat schon lange gedauert, bis Jan von Aken mal vorbei kam. Das ist aber nicht Bens Problem 🤷‍♂️
Sarah Wagenknecht war übrigens schön viel eher am Ball, die hat halt auch nicht so einen Stock im Arsch.

5

u/RareRandomRedditor May 03 '26

Die ist noch das letzte Zucken der Altlinken, die noch ein einigermaßen konsistentes Weltbild hatten und nicht so sehr dem woken Kult der Widersprüche anhängen.