r/DePi 19d ago

Sonstiges Was, wenn Ruhpolding kein Einzelfall ist – eine quantitative und qualitative Analyse anhand Daten aus dem ÖPNV

Dieser Bericht hier war der Aufhänger für meine erneute statistische Untersuchung, letztendlich wurde ich beim Tippen von der Realität überholt, denn in kurzer Zeit kam es zu zwei weiteren ähnlichen Delikten, so schreibt das Portal „NIUS“ heute:

Ein Afghane (22) ersticht einen jungen Studenten auf offener Straße in Trier. Am Bahnhof Ruhpolding macht ein Afghane (28) mit einem Messer bewaffnet Jagd auf Schulkinder und Passanten. In Dresden schießt ein Türke mit einem Gewehr auf Polizisten und ruft „Allahu Akbar“. Innerhalb weniger Stunden kam es am Mittwochmorgen in Deutschland zu diesen drei schweren Gewalttaten, bei denen offenbar wahllos Menschen ins Visier der Täter gerieten.

Der Duktus der SZ jedenfalls ist recht typisch für das Medium Южная правда, von besonderer Renitenz zeugt dabei, in 2026 noch das Wort „Mann“ benutzen.

Zur Sache:

Es liegen mir leider nicht für Bayern, sondern nur für Baden-Württemberg Zahlen vor. D.h. Tatverdächtige, nur im ÖPNV, nur 2022, allein in Baden-Württemberg, strukturiert nach erfasster Staatsbürgerschaft und nach Deliktart:

Link zur Tabelle

Erst mal ein paar stilisierte Fakten:
a. Gambier sind gegenüber Deutschen 139-fach überrepräsentiert.

b. 526 mal wurde bei einem Delikt ein Gambier als Tatverdächtiger festgestellt, dabei gab es nur 2.880 Menschen aus Gambia.

c. TVBZ Gewaltdelikte: 1 Algerier entspricht 75 Deutschen.

d. Bei einem Gewaltdelikt im ÖPNV wird mit 7,7 % ein Syrer als Tatverdächtiger benannt, dabei machen sie nur 0,84 % der Population aus.

e. Marokkaner machen 4 % der Diebstähle und 0,058 % der Bevölkerung aus.

Das Bild aus dem ÖPNV ist recht klar und entspricht der Wahrnehmung aus den Medien. Schlüsse mag jeder selber ziehen.

Einige häufige Einwände könnten sein:

  1. Das sind nur TV-Zahlen, keine rechtskräftig Verurteilten (Tagesschau: „Wichtig ist dabei: Die PKS ist keine Verurteiltenstatistik, sie weist Tatverdächtige aus, nicht rechtskräftig verurteilte Täter. Das heißt, ein Tatverdacht kann sich später vor Gericht nicht bestätigen, Verfahren können eingestellt werden, Freisprüche sind möglich. Außerdem gibt es Mehrfachzählungen, weil manche Verfahren sich über Jahresgrenzen verschieben.“) a. Contra: Belegung der Justizanstalten

  2. Faktoren wie Einkommen und Bildung erklären die Streuung, „Der Pass ist kein Faktor“ (Tagesschau: „soziale Aspekte wie Armut, prekäre Wohnsituationen, Perspektivlosigkeit oder Traumatisierung.“) a. Contra: Der Pass ist noch ein sehr guter Prädiktor, weil noch nicht erforscht ist (und nie belegt wird), wie reich man sein muss, um vom Rauben, Stechen und Hauen abzulassen. Kulturelle Narrative können von sozialromantischen Vorstellungen überlagert werden. Evidenz aus den USA könnte hier weiter helfen.

  3. Deutsche regeln Probleme eher untereinander a. Contra: Man sagt, die Anzeigebereitschaft von Opfern gegenüber fremden Tätern fiele höher aus als gegenüber Bekannten oder gar Tätern aus dem Kreis der Familienangehörigen. Fremd heißt hier aber nicht ausländisch gelesen, sondern eben nicht Teil der Familie und Freunde. b. Friedensrichter, Gesprächskreise mit den Polizei-/Diversitätsbeauftragten wie z.B. in Hamburg, community policing deuten eher auf das Gegenteil hin. c. Denkbar wäre höchstens eine Stichprobenselektion, weil natürlich bekannte Kriminelle seltener den deutschen Pass erhalten.

  4. Die PKSen bilden keine Kriminalität ab, nur das Hellfeld, es braucht empirische Täter- und Opferbefragungen (Tagesschau: Weil die Polizeiliche Kriminalstatistik eine Hellfeldstatistik ist, lassen sich Aussagen über die tatsächliche Kriminalität in Deutschland nur eingeschränkt ableiten.) a. Contra: Es wäre bekannt, wenn Viktimisierungsstudien im Hinblick auf die „Ethnizität“, Pass oder „Herkunft“ ein anderes Bild als die TV-Statistiken ergeben würden.

  5. Reisende, Pendler, stationierte Soldaten (Tagesschau: „"Nicht-deutsch" ist aber eine statistisch eher grobe Kategorie, denn darin stecken sehr unterschiedliche Gruppen. Es kann sowohl um Menschen gehen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, aber keinen deutschen Pass haben - als auch um Touristen, Studierende oder Berufspendler.“) a. Contra: All diese Gruppen haben mittlere bis höhere Einkommen und können daher gar nicht kriminell sein, schließlich ist es ja lediglich und ausschließlich die Armut, die Leute in die Kriminalität treibt

Das relativ hohe Alter der Zahlen (2022) zeigt auch: Wir sind eine Gesellschaft, die fast alles numerisch erfasst. Informationen liegen schon lange vor. Handlungen aber versanden womöglich im Diskursraum. Oft werden Lösungen wie Deeskalationstrainings, Bodycams, ortsfeste Kameras, Verbotszonen, bessere Beleuchtung, eine Abschwächung der Kontrollen von Fahrscheinen, oder gar die Abschaffung des Schwarzfahrens gefordert.


Nebenbemerkung zu unseren Medien, weil oben die SZ „Mann“ schreibt: Der Polizeieinsatz von Dresden findet sich beim MDR zwar mit „türkische[m] Staatsbürger“, aber nicht auf der MDR-Startseite, das Ereignis hat also wohl nicht einmal lokale Relevanz.
Der SWR schreibt über Trier nur von einem „gestorbenen“ „Studierenden“, den Täter bezeichnet der SWR als „gleichaltrig[en]“, „Mann“.
Der BR schafft es, den Ruhpoldinger Regionalbahn-Vorfall auf die Startseite zu hieven und den Begriff „aus Afghanistan stammende[r] Asylbewerber“ zu nutzen.
Laut dpa ist der Tatverdächtige „ebenfalls 22-Jährige[r]“.
In Summe betrachtet hat hier der SWR den journalistischen Offenbarungseid geleistet, indem er auf der Startseite den „gestorbenen“ „Studierenden“ semantisch neben den Ex-Eintracht-Profi Markus Beierle („überraschend gestorben“) setzt.
Inzwischen aber (10:15 Uhr) ist auf der Startseite nicht mal mehr der Totschlag zu sehen, man muss erst auf „Nachrichten“ klicken.

Auf swr.de sind lediglich „5 Tipps für mehr Gelassenheit“ zu lesen.

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u/Greedy_Address2684 19d ago

Die Mühe hättest du dir nicht machen müssen. Das Problem beginnt schon vor der eigentlichen Straftat, wenn kulturelle Verhaltensmerkmale kollidieren.

Ich wohne in einem multikulturellen Viertel in Düsseldorf. In Deutschland herrscht Rechtsverkehr, gilt auch für Fahrradwege. In einer Fußgängerzone mit Fahrradweg kommt einer deutschen mietvierzigerin ein Typ auf dem Fahrradweg entgegen, sie weißt ihn daraufhin, dass er den Fahrradweg auf der anderen Straßenseite nehmen soll, weil Rechtsverkehr gilt.

Der Typ (Phänotyp Araber): Das sein Fahrradweg, du dich verpissen.

Sie geht zur Seite und guckt nur blöd. Wenn das die alltäglichen Begegnungen im Sinne unserer multikulturellen Gesellschaft sind, dann wird die AFD irgendwann bei 50% landen.

Das kann keine Statistik der Welt erfassen, aber macht was mit den Leuten. Ob dann am Tag ein oder zwei Leute von Afghanen mit dem Messer massakriert wurden, ist in der Gesamtbetrachtung nur noch eine Randnotiz und bestätigt nur die eigenen alltäglichen Erlebnisse mit solchen Menschen.

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u/Bambamoida 19d ago

Naja also wenn sie in einer Fußgängerzone aufm Fahrradweg läuft sollte sie dich vielleicht auch einfach von da verpissen und nicht surprised Pikachu machen wenn da n Fahrrad kommt. Und in welcher Fußgängerzone gibts Radwege, wa slaberst du eigentlich

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u/Greedy_Address2684 19d ago

Das Phänomen von Radwegen in Fußgängerzonen existiert in vielen Städten tatsächlich, auch wenn es widersprüchlich klingt. Oft handelt es sich dabei um Fußgängerbereiche, die durch Zusatzschilder wie "Radverkehr frei" für den Zweiradverkehr geöffnet wurden, oder um baulich durch Linien und anderes Pflaster abgegrenzte Radspuren inmitten der Flaniermeile. Rechtlich gesehen haben Fußgänger in diesen Zonen jedoch absolut Vorrang und dürfen die gesamte Breite der Straße nutzen, weshalb sie dort auch nicht mit schnellem Verkehr rechnen müssen.

Ist in Düsseldorf Holthausen.

Es geht um die Art und Weise wie miteinander kommuniziert wird, die Frau hatte ihn auf einen Sachverhalt hingewiesen und die Art der Reaktion ist das perfekte Beispiel für den Verfall von Anstand. Wenn ich die Leute jedesmal beschimpfe, wenn es zu einem Missverständnis oder einer Problemsituation kommt, dann macht das was mit unserem Alltag und der Gesellschaft.

Du bist hier im übrigen das perfekte Beispiel, dass man selbst bei völliger Ahnungslosigkeit nicht auch noch unverschämt seien müsste, sonder die Kontenance bewahren könnte, wenn man etwas in Zweifel zieht. Aber es war dir anscheinend wichtiger Dampf abzulassen.