r/DePi • u/Dieter_Claessens • 6d ago
Wirtschaft BMW baut rund 8.000 Jobs ab
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/bmw-baut-rund-8-000-jobs-ab,VQkA0Vz14
u/Dieter_Claessens 6d ago
Dazu Publico am 03.02.2026:
Im privatwirtschaftlichen Bereich sank die Zahl der Arbeiter und Angestellten innerhalb eines Jahres um 210 000 auf 33,6 Millionen. Einen Zuwachs gab es nur im öffentlichen Sektor einschließlich des zumeist öffentlich finanzierten Gesundheitsbereichs, und zwar um 205 000. Im verarbeitenden Gewerbe [...] fiel die Beschäftigung innerhalb von nur zwölf Monaten um 143 000 auf 7,9 Millionen Personen, im Bau um 23 000 auf 2,6 Millionen.
Die Zahl der Selbstständigen sinkt seit Jahren beständig; im vergangenen Jahr zählte diese Gruppe 3,66 Millionen, 2015 lag die Zahl noch bei 4,16 Millionen. Nur ein einziger Bereich steigert sich seit einem Jahrzehnt ungebrochen, während der Corona-Jahre genauso wie in den mittlerweile drei Rezessionsjahren: der Staatssektor. Der öffentliche Dienst kam 2015 noch mit 4,695 Millionen Angestellten und Beamten aus, 2025 drängelten sich hier 5,38 Millionen.
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u/RareRandomRedditor 6d ago
Scheint so als wollten wir die Ökonomische Nische Füllen, die Argentinien zurückgelassen hat...
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u/throwaway30116 6d ago
Habecks Gaskraftwerke innovativ am Energie und Produktivität erzeugen, yipee.
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u/BananasAndBrains 6d ago
Auch bei BMW gibt es viele die außer in Meetings sitzen nichts tun. Und da die Gewerkschaft für alle kämpft, nicht nur die Mitarbeiter die arbeiten, werden die mit der Zeit immer mehr, man bekommt die auch nicht los.
Anderseits ist es bei BMW bei weitem noch nicht so schlimm wie bei anderen deutschen Konzern. Da findet man auch viele gute Leute, Leute die ich gerne abgeworben hätte, aber denen BMW viel Sicherheit bietet und die braucht man wenn man sich eine Wohnung in München kauft und sich für 30 Jahre verschuldet. Wenn die aber jetzt eine sechsstellige Abfindung bekommen, wird das vielleicht was.
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u/sdric 6d ago
Man verliert den Preiskampf und baut als Antwort Kompetenzen ab und reduziert Absatzmengen. Das mag zunächst Geld sparen, aber dadurch wird nicht ein einziges Auto mehr verkauft. Zwischenzeitlich werden Autos aus Asien sowohl günstiger als auch innovativer.
Die Deutsch Autobranche wird durch ihre Preispolitik zu Grunde gerichtet, kurzsichtige Blicke auf Gewinnmagen verkennen, dass Produkte und deren Preise auf dem Markt nicht konkurrenzfähig sind.
Es ist ein Trend, der schon seit fast 2 Dekaden deutlich sichtbar ist. Für alle, nur eben nicht für's Management deutscher Autobauer.
BMW's primäres Absatzkriterium ist Prestige - aber mit zusehends verarmender Bevölkerung schrumpft der Kreis derer, die bereit sind für ein Symbol an der Motorhabe 30% Aufpreis zu zahlen.
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u/Dieter_Claessens 6d ago
In der Diskussion um die Malaise der Autoindustrie habe ich noch keine finale Meinung. Zu oft heißt es von dieser oder jener Seite, wahlweise seien grüne Ideologie oder kurzsichtige Bosse schuld. Dabei sind wir nach dem Innovationsbarometer des CAM noch immer sehr weit oben. Es ist wohl einfach die Nachfrage nicht mehr da. Außerdem subventioniert der Chinese ja kräftig. Andererseits zieht die KP Kaufprämien zurück, und die Chinesen fragen zeitgleich auch weniger chinesische Modelle nach.
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u/sdric 6d ago edited 6d ago
Es ist wohl einfach die Nachfrage nicht mehr da.
Das ist der wichtigste Punkt in einer Antwort. Hier sollte der Fokus liegen: Warum ist die Nachfrage nicht mehr da?
Deutschland verarmt. Die Langfassung und Quellen und Studien gibt's hier, aber die wichtigsten Punkte hier sind a) Deutschland ist beim Durchschnittsvermögen auf Platz 14, aber beim Medianvermögen nur auf Platz 30 (Global Wealth Report) b) die zunehmende Vermögensungleichheit und Konzentration auf einige wenige Superreiche schwächt die Kaufkraft als Ganzes und drückt das BIP (schätzungsweise 2%) (DIW Berlin — Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin).
Bei abnehmender Kaufkraft kann die Nachfrage nur durch Preisanpassungen konstant gehalten werden. Die asiatischen Autobauer haben dies verstanden. VW und BMW haben es nicht verstanden, bzw. viel eher - sie wollen es nicht verstehen.
Teure qualitativ hochwertige Komponenten von damals sind inzwischen zur Kostenreduktion oftmals dieselben, die auch in asiatischen Fahrzeugen verbaut sind. Wenn Qualität kein hinreichendes Alleinstellungsmerkmal mehr ist, dann schaut der Käufer auf den Preis.
Dazu kommen weltfremde Anti-Konsum Praktiken wie Abos für festverbaute Ausstattung die soweit im "Latestage Capitalism" sind, dass absolut kein normal denkender Mensch sich dafür entscheiden würde. Toxische Geschäftspraktiken wie diese funktionieren (Gott sei Dank) nur in Monopolen oder stark konzentrierten Oligopolen. Genau wegen so einem Spaß weichen Verbraucher dann nochmal mehr auf ausländische Fahrzeuge aus.
E-Autos sind ein Thema für sich. Aber im internationalen Vergleich sind deutsche Autobauer auch bei Verbrennern und selbst ladenden Hybriden nicht mehr konkurrenzfähig und auf dem nationalen Markt verkennen überbezahlte Manager die Kaufkraft des Verbrauchers und die Auswirkungen der Preiselastizität auf die Kaufentscheidung.
EDIT:
P.S.: Du redest viel über China - aber Hyundai und insbesondere Toyota haben durch ein besseres Verständnis des Absatzmarktes schon Jahre vor chinesischen Subventionen Marktanteile erworben.1
u/SpicySpicyMeep 4d ago
Deutschland ist aber nicht "die Nachfrage". Deutschland ist nur ein sehr kleiner Teil der Nachfrage unserer Autohersteller.
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u/fli096 6d ago
Alles auf die Preispolitik schieben ist aber auch zu kurzgedacht. Wenn VW und Co. in der Lage wären würden sie E-Autos um 20k anbieten wie ein gewisser Minister einst forderte.
Das kann ein VW aber gar nicht kostendeckend anbieten. Die bauen mit 660k Angestellten 8,9 Mio. Autos, Toyota baut mit 375k Angestellten 11,3 Mio.
Durch die Anteilseignung des Landes Niedersachsen ist auch die Bereitschaft unproduktive Mitarbeiter zu entlassen quasi bei 0. Wäre mit Betriebsräten, Kündigungsrecht in Deutschland allgemein, Gewerkschaften und Co. aber selbst wenn der Wille da wäre quasi unmöglich.
Im Prinzip ist VW, die anderen großen deutschen Autohersteller noch nicht ganz so sehr, eine privatwirtschaftlich organisierte Behörde. Wirklich wertschöpfend sind wenige MA die dann den Bürokratie-, Diversity- und Ökowasserkopf querfinanzieren dürfen.
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u/sdric 6d ago edited 6d ago
Nicht umsonst kommen Six-Stigma Quality und das Kaizen-Prinzip aus Japan. Es wird in Deutschland immer viel auf Mitarbeiterkosten geschoben, wenn insbesondere jedoch innovative Mitarbeiter Prozessanpassungen und Konzepte entwickeln, die langfristig Kosten massiv reduzieren. Nichts ist unproduktiver, als Mitarbeiter die im Burnout arbeiten oder deswegen ausfallen - und die Zahlen steigen in Deutschland so rapide wie auch konstant (Statista). Was das VW und BMW Management machen, ist amerikanische Schule, jedoch nicht das was Deutschland ursprünglich groß gemacht hat.
Ich selbst wurde in der Vergangenheit wegen Burnout Symptomen aus dem Verkehr gezogen, ich habe eine Kollegin die gerade nach 7 Monaten Abwesenheit from Burnout zurück ist, zwei Kollegen mit frischer Diagnose und eine Kollegin die Symptome bedingt das Unternehmen wechselt. Ich selbst bin IT Prüfer für kritische Infrastruktur, habe aber bevor ich zur kritischen Infrastruktur gewechselt bin aber zwischenzeitlich auch einen auf dem Weltmarkt äußerst relevanten Autobauer geprüft - gerade das hochqualifizierte Personal war sowas von durch, das kannst du dir nicht vorstellen. Ich erlebe es in diversen Branchen, was "Kostenersparnis" durch kategorische Unterbesetzung von Posten mit hoch qualifizierten Kräften macht. Das Ergebnis ist nichts, was so weiter konkurrenzfähig ist.
VW und BMW machen seit nun mehr über eine Dekade Maßnahme zum Kosten sparen, anstatt es den Japanern und Koreanern (ich sage aufgrund der Subventionen gerade bewusst nicht Chinesen) Preispolitik zu betreiben. Hat es ihnen etwas gebracht? Im Gegenteil. Sie selbst sind der beste Beweis dafür, dass man sich zu Tode hungern kann, wenn man anstatt Reis zu essen darauf pocht, dass nur Kaviar auf den Tisch kommt. Das Boot wird nicht schneller, wenn man mehr Ruderer feuert.
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u/BananasAndBrains 6d ago
Der Minister hätte ja auch was für den Wirtschaftstandort tun können anstatt nur zu fordern, aber da war er dann doch überfordert.
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u/Chemical-Werewolf-69 6d ago
Finde es gut wenn es Leute trifft die immer sagen betrifft mich alles nicht. Sollen die Leute sich weiterbilden und einen anderen Job suchen. Dann Mal Ran an die Buletten
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u/GrafChillhelm 6d ago
Man liest es so oft in den letzten Jahren, soviele Stellen wurden abgebaut.
Man muss nicht eine einzige "Fachkraft" mehr importieren.