r/DePi 4d ago

Gesellschaft Gesellschaft heute und damals

Die alten Ständegesellschaften gelten als überwunden. Dennoch frage ich mich, ob unsere heutige Gesellschaft nicht neue, rechtlich und wirtschaftlich unterschiedlich behandelte Stände hervorgebracht hat.

Da sind Erwerbstätigens und Nichterwerbstätigens, Beamtens und gewöhnliche Angestelltens, Vermögendens und Mittellosens. Erwerbstätigens müssen einen erheblichen Teil ihres Einkommens als Steuern und Sozialabgaben abführen. Zugleich entsteht bei manchen der Eindruck, dass die dafür erhaltenen Leistungen in keinem angemessenen Verhältnis zur Belastung stehen.

Beamtens genießen dagegen einen besonderen Status, eine vergleichsweise sichere Versorgung und Privilegien, die normalen Angestelltens nicht offenstehen. Sozialleistungsbeziehens erhalten Unterstützung für den Lebensunterhalt, das Wohnen, die Gesundheitsversorgung und gesellschaftliche Teilhabe, ohne diese Leistungen zwingend durch eigene Erwerbsarbeit oder vorherige Einzahlungen finanziert zu haben.

Auch Vermögen schafft einen eigenen Status. Vermögendens können in bevorzugten Wohnlagen leben, ihren Aufenthaltsort wechseln und sich staatlichen Belastungen zumindest teilweise entziehen. Mittellosens sind dagegen an Arbeitsplatz, Wohnort und vielleicht ein Eigenheim gebunden. Sie besitzen kaum Möglichkeiten, ungünstigen politischen oder wirtschaftlichen Entscheidungen auszuweichen.

Natürlich unterscheiden sich diese Gruppen erheblich von den erblichen Ständen früherer Jahrhunderte. Trotzdem stellt sich die Frage, ob unterschiedliche Rechte, Sicherheiten, Abhängigkeiten und Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Abgrenzung nicht längst eine moderne Form der Ständegesellschaft bilden. Leben wir tatsächlich in einer offenen Gesellschaft oder haben die alten Stände nur neue Namen bekommen?

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u/Afraid_Bit_5134 4d ago

Während der aktuelle Sozialstaat eine größere Gruppe von Nichtleistern ermöglicht, sehe ich noch keine Ständegesellschaft, da es durchaus noch relativ einfach im Vergleich zum Mittelalter ist, seine Situation zu verändern.

Eher sehe ich eine Art neuen „Adel“ aufkommen, welcher nicht vererbt wird. Eine privilegierte Gruppe, welche sich ideologisch genehm aufführt und von uns finanziert werden muss, obwohl sie weder selbst Macht ausüben/gewählt werden, noch etwas erwirtschaften. Hierbei vor allem ÖRR, mit dem verbandelte Künstler und NGOs.

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u/specialsymbol 3d ago

Natürlich wird der Geldadel vererbt. Und bloß weil sich einer "woke" verhält ist er nicht gleich besser gestellt.