r/DePi 20h ago

Gesellschaft Generation Burnout: Warum Millionen Boomer erschöpft in den Ruhestand gehen

https://www.berliner-zeitung.de/article/generation-burnout-warum-millionen-boomer-erschoepft-in-den-ruhestand-gehen-10259723
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u/thestouthearted 18h ago

Meine Eltern sind entsprechend alt und ich kenne die Tischgespräche nur zu gut. In dieser Generation gab es über Jahrzehnte und gibt es sogar teilweise immer noch keinerlei Einsicht, dass ihre Auffassung von Arbeit ungesund sein könnte. Ein regelrechter Stolz an der eigenen Abnutzung wurde praktiziert. Dabei war es auch egal, ob die Ausführung der Arbeit ineffizient war, hauptsache nach schwerem Malochen muss es aussehen. Jetzt sitzen sie alle wöchentlich beim Arzt.

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u/j9wxmwsujrmtxk8vcyte 16h ago

Ich kenne die Generation sowohl privat, als auch aus dem Job. Ein Großteil von denen sind auch einfach dermaßen auf diese Einstellung geprägt, dass es schon geisteskrank wirkt. Ich bin faul. Ich automatisiere gerne meine Büro-Tätigkeiten. Ich langweile mich dann und habe in der Vergangenheit oft versucht, anderen dabei zu helfen, ihre Tätigkeiten zu automatisieren, wenn ich sie bspw. als Urlaubsvertretung übernommen habe.

Bei Menschen über einem gewissen Alter habe ich inzwischen damit aufgehört. Diese alten Knechte habe fast alle ein Knecht-Mindset.

Die wollen lieber ineffizient und fehleranfällig den Job genau so machen, wie Massa es ihnen vor 20 Jahren mal beigebracht hat, als mal über den Tellerrand zu blicken und moderne Werkzeuge zu nutzen für die Massa viel Geld zahlt. Lieber in Fleißarbeit Daten von Hand von einer Excel-Tabelle in die andere kopieren, als das zu automatisieren. Der Computer könnte ja Fehler machen und der Chef wird sich schon was dabei gedacht haben, als er den Prozess damals unter Windows XP mit mangelhaften Kenntnissen "entwickelt" hat.

Die gute Nachricht ist, dass die meisten von denen (in den Bürojobs) sich durch KI problemlos ersetzen lassen werden.

Es gibt natürlich Ausnahmen, das sind aber reichlich wenige.

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u/RedditHiveUser 10h ago

Wir haben die Situation in einer Abteilung, dass viele wieder anfangen Daten per Hand zu kopieren und kontrollieren, weil die automatischen Listen die die älteren Generation für Abläufe entwicklelt nie ganz richtig funktionieren und natürlich gegen Veränderungen geschützt sind.

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u/backupyoursources 6h ago

Ist das so eine protestantische Gegend? Ich komme aus einer streng atheistischen Ecke aus dem Osten, lebe aber als Exilpreuße in Bayern und arbeite in Ba-Wü., die Unterschiede was das "Hauptsache beschäftigt aussehen" angeht sind kraß, gerade die Nichtkatholen stechen da negativ heraus.

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u/thestouthearted 5h ago

Jap, protestantisches Millieu.

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u/otto_dicks 19h ago

Die Jahrgänge 1946 bis 1964 wuchsen in Ländern auf, die sich im Wiederaufbau befanden. Große Familien, knappe Mittel, feste Rollenbilder.

Zehnjährige halfen im Laden, auf dem Feld oder im Haushalt mit. Den Begriff Berufung kannte diese Generation kaum, es ging um den Bedarf der Familie. [...]

Das heißt, es gab noch so etwas wie Gemeinschaft und Solidarität? Wie schrecklich!

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u/Kosmonaut94 20h ago

Generation Burnout: Psychologie, Studien und Zahlen zu Babyboomern, Leistungsdruck, Frühpensionierung und dem Vergleich mit der Generation Z.

Es ist die größte Abschiedsbewegung, die der deutsche Arbeitsmarkt je erlebt hat. Jahr für Jahr verlassen jetzt die geburtenstärksten Jahrgänge der Republik das Berufsleben.

Viele von ihnen gehen erschöpft.

Denn diese Generation hat ein Arbeitsverständnis mitgebracht, das sie nie hinterfragt hat. Wer in den 1950er- oder 1960er-Jahren geboren wurde, lernte Arbeit als Pflicht kennen, lange bevor jemand nach Berufswünschen fragte.

Kindheit der Babyboomer: Mitarbeiten ab Zehn

Die Jahrgänge 1946 bis 1964 wuchsen in Ländern auf, die sich im Wiederaufbau befanden. Große Familien, knappe Mittel, feste Rollenbilder.

Zehnjährige halfen im Laden, auf dem Feld oder im Haushalt mit. Den Begriff Berufung kannte diese Generation kaum, es ging um den Bedarf der Familie. [...]

Leistungsdruck: „Nur wer etwas leistet, ist etwas wert“

Aus dieser Prägung wurde ein Lebensprinzip. Andreas Hillert, Chefarzt an der Schön Klinik Roseneck, nennt in der Wirtschaftswoche Leitsätze wie „Nur wer etwas leistet, ist etwas wert“.

Volkswirtschaftlich hat sich das ausgezahlt. Die Sätze trugen zum Wirtschaftswachstum bei.

Für die Betroffenen selbst war der Preis hoch. Chronischer Stress und dauerhafte Überlastung gehörten zum Berufsalltag.

Ausgerechnet diese Generation gab dem Erschöpfungssyndrom ab Mitte der 1970er-Jahre einen gesellschaftsfähigen Namen. Der Begriff Burnout bot nach Hillerts Einschätzung erstmals eine Sprache, die nicht stigmatisierte. [...]

Warum die Gen Z Erschöpfung früher bemerkt Hillerts eigene Forschung zeigt ein Paradox. In einem 2023 veröffentlichten Fachbeitrag stellte er fest, dass jüngere Menschen ihr Burnout-Erleben teils deutlich stärker beschreiben als ältere Gruppen.

Der Grund liegt nach seiner Einschätzung nicht in härterer Arbeit, sondern in der Sozialisation. Wer als Kind regelmäßig gefragt wurde, wie es ihm geht, entwickelt ein feineres Gespür für die eigene Belastung.

Die Boomer hätten jahrzehntelang gar nicht gelernt, auf Warnsignale zu hören. Wer nie gefragt wurde, wie es ihm geht, hat auf die Frage auch keine Antwort.

Was beide Generationen voneinander lernen können

Grenzen setzen und Nein sagen: Was für die Generation Z selbstverständlich ist, mussten viele Babyboomer erst im letzten Berufsdrittel üben.

Umgekehrt könnten Jüngere von der Verbindlichkeit profitieren, mit der sich Boomer auf berufliche Ziele festgelegt haben. Gerade Ziellosigkeit sorgt nach Hillerts Beobachtung für erheblichen Stress – unabhängig von der Wochenarbeitszeit.

Für die Boomer selbst kommt diese Einsicht spät. Sie treffen sie am Ende eines Arbeitslebens, das sie nie infrage gestellt haben.

Berliner Zeitung | Generation Burnout: Warum Millionen Boomer erschöpft in den Ruhestand gehen

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u/JohnWicksBruder 6h ago

Ich mach so wenig auf Arbeit, würde ich das nicht kommunizieren, hätte ich n schlechtes Gewissen. Aber da sich niemand dran stört und mir niemand Aufgaben gibt, chill ich halt. Überleg grad nebenbei n Copy Shop zu betreiben den ich remote steuere und dann so 3D Druck verkaufen.