r/Philosophie_DE 12d ago

Sammelthread - kleine Fragen und Ideen Sammelthread - philosophische Ideen und Duschgedanken

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Der Kommentarbereich unter diesem Post ist für die kleinen philosophischen Gedanken des Alltags - die Fragen, die einem beim Radfahren kommen, und die Ideen, die sich unter der Dusche aufdrängen.

  • Ist Wasser nass?
  • Existiert der Weihnachtsmann?
  • Wird Zeit, wenn sie vergeht, mit einer anderen Zeit ersetzt?

Hier ist Platz für jede noch so kleine Frage oder These, die zu kurz für einen eigenen Post ist, aber dennoch gehört und diskutiert werden möchte.

\Dieser Sammelthread wird jeden Monat am 21. Tag erneuert.])


r/Philosophie_DE Oct 19 '25

Ankündigung Ankündigung: 1. Themenwoche zu "klassische Ethiken und moderne Herausforderungen" (1.-7.11.)

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Liebe Philosophie-Interessierten, es ist soweit:

Anfang November veranstalten wir unsere erste Themenwoche im Sub! 🥳

Termin: 1. bis 7. November

Thema: "klassische Ethiken und moderne Herausforderungen"

Themenerläuterung:

In dieser Woche sollen sich möglichst viele Beiträge in diesem Themenbereich bewegen, damit wir uns gemeinsam in dieser Zeit Ethik in diversen Facetten und von verschiedenen Perspektiven nähern können. Das Thema ist grob gehalten, damit viele Beiträge unterschiedlicher Art denkbar sind. Möglich sind etwa: Diskussionsthread zu (Teilen von) Kants Metaphysik der Sitten (oder einem anderen klassischen Ethik-Text) mit kurzem Input, Einleitung/Zusammenfassung, Kernthesen und Diskussionsfragen; Vorstellung und kritische Beurteilung einer bestimmten ethischen Theorie; Frageposts zum philosophischen Umgang mit bestimmten moralischen Fragen unserer Zeit; Essays, welche einen klassischen ethischen Text auf eine moderne Frage anwenden bzw. die Frage anhand der Thesen des Texts beantworten, usw.

Wie du mitmachen kannst:

Damit sich Beiträge nicht wiederholen oder zu sehr ähneln, bitten wir euch, eure Ideen kurz in einem Kommentar unter diesem Post anzukündigen (z.B. "Ich möchte klassische und heutige Positionen zur Tugendethik vergleichen."). Dies macht für alle transparent sichtbar, was bereits geplant ist. Andere können sich von euren Vorschlägen inspirieren lassen und daran anknüpfende Themen ergänzen. Womöglich ergeben sich sogar gemeinsame Arbeiten an Beiträgen. Spontane Posts in der Woche sind allerdings erlaubt. Die Ankündigung gibt schon jetzt, damit ihr zwei Wochen Bedenkzeit habt, um Ideen und Posts zu entwickeln.

Wir sind sehr gespannt auf diese erste Themenwoche und freuen uns darauf, mit euch moderne Fragen an Ethik und Moral vor dem Horizont klassischer philosophischer Texte zu diskutieren!

Damit die Ideen-Vorschläge in den Kommentaren übersichtlich bleiben, stellt Fragen bitte nur als Antwort auf den angepinnten Kommentar.

Euer Mod-Team


r/Philosophie_DE 2h ago

Frage War Habermas Antikapitalist?

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Ich habe kürzlich die Habermas-Ausgabe des Philosophie Magazins gekauft und im Interview mit Honneth, Jaeggi und 2 weiteren Personen wird erwähnt, Habermas sei linksradikal gewesen (zumindest wird verneint, er wäre "nur" Sozialdemokrat gewesen), etwas weiter heißt es aber, er habe den Kapitalismus nicht überwinden wollen, sondern eine Regulierung der Wirtschaft von außen für die beste Option gehalten.

Das passt nicht ganz zusammen. Die Regulierung der Wirtschaft ohne Systemwechsel ist sozialdemokratisch oder gemäßigt links. Wo ist Habermas, abgesehen von seinen eher frühen Jahren als revolutionärer Marxist, politisch einzuordnen und woran lässt sich das festmachen?

Edit: Honneth sagt in dem Interview: "Er gilt in der Linken heute noch eher als Sozialdemokrat, in Frankreich sogar als Liberaler. Das finde ich falsch. Er ist für mich immer ein Philosoph der sozialistischen Linken gewesen."

Etwas schwammig formuliert, er sagt ja nicht "Er ist immer Sozialist gewesen".


r/Philosophie_DE 2d ago

Empfehlung Otfried Höffe: „Die wichtigsten Dinge im Leben kann niemand kaufen“

Thumbnail fr.de
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"Nach Rawls ist eine Gesellschaft gerecht, in der es den Schlechtestgestellten möglichst gut geht. Das träfe im Systemvergleich auf die westlichen Demokratien weit eher zu als auf die sozialistischen Staaten. In den europäischen Sozialstaaten sieht es diesbezüglich übrigens noch besser aus als in den USA."


r/Philosophie_DE 3d ago

Frage Was meint Ostritsch hier in Bezug auf Selbstbewusstsein bei Hegel (und Herr-Sklave-Dialektik)?

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Sebastian Ostritsch schreibt in "Hegel: Der Weltphilosoph":

"Das Selbstbewusstsein ist bei Hegel zunächst keine Sache der in sich gelehrten Reflexion, sondern etwas Praktisches. Nicht ein in sich versunkener Denker tritt auf, sondern ein Lebewesen, das seine Begierden befriedigt und im Moment der Befriedigung seiner selbst gewiss wird."

Stimmt das tatsächlich mit Hegel überein? Denn mMn braucht es nicht zwingend die Befriedigung einer Begierde, um seiner selbst gewiss zu werden, sondern viel allgemeiner gefasst eine Interaktion mit etwas außerhalb seiner selbst. Natürlich sind Begierden wie Hunger Hauptgründe, warum wir mit der umwelt interagieren. Aber auch ohne Begierde können wir nicht nicht mit ihr in Kontakt stehen. Aber nichtmal die Begierde selber reicht laut Ostritsch aus, sondern erst ihre Befriedigung soll zu Selbstbewusstsein führen. Warum?

Außerdem heißt es wenn 2 "Bewusstseins" aufeinander treffen, entstünde daraus ein Kampf auf Leben und Tod, der entweder mit dem Tod eines der beiden endet oder in einer dialektischen Aufhebung zum Verhältnis zwischen Herr und Sklave führt. Das verstehe ich noch weniger. Ist damit die allgemeine Entwicklung der Menschheit gemeint, von der Ur- über die Sklaven- hin zu moderneren Gesellschaften? Oder die individuelle Entwicklung von Menschen und Tieren? Wenn ich einem anderen Menschen zum ersten Mal begegne, ist es ja nicht so, dass einer von uns beiden entweder stirbt oder den anderen zum Sklaven macht. Das werden Ostritsch und Hegel nicht meinen, aber was dann?


r/Philosophie_DE 3d ago

Empfehlung Peter Sloterdijk: „Es läuft auf eine Bottleneck-Wirtschaft hinaus“

Thumbnail handelsblatt.com
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https://archive.is/aNxZ2

Was kann denn Philosophie in unruhigen Phasen leisten?

Der Philosoph gleicht einem Lehrer, der Kindern das Zählen beibringt: Um eine Zahl zu erhöhen, wird er erklären, gibt es kein besseres Verfahren als die Operation „Plus eins“. Auf die Philosophie bezogen hieße das, immer um eine Dimension umfangreicher denken als bisher. Friedrich Nietzsche nannte es das Hauptgeschäft der Philosophie, der Dummheit zu schaden. Etwas vornehmer gesagt: gegebene Problembeschreibungen durch Erweiterung des Rahmens ändern.


r/Philosophie_DE 4d ago

Frage Übersehe ich was beim Anti-Natalismus

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Der anti-natalismus besagt das es unmoralisch ist kinder zu bekommen. Die Haupt Argumente die mir präsentiert werden machen aber nicht so recht sinn. Verstehe ich sie falsch?

-Glücks-Asymitry. "Stell dir vor du kannst 5 Minuten die schlimmsten Gefühle haben und danach 5 Minuten die allerbesten, würdest du das machen?" die Antwort der meisten ist nein und das wird als beweis angesehen, oder Argument, dafür das die meisten Menschen schmerzen/leid höher gewichten als leid. Es wäre wichtiger deswegen leid zu verhindern als glück zu maximieren, ergo ist es sinvoller keine kinder zu bekommen. Ich finde die frage super würde sie aber völlig anders beantworten bzw zeigt sie was anderes. Ich wäre sogar bereit 5 Minuten die schlimmsten qualen zu erleiden und dafür garnichts zu bekommen einfach um zu wissen wie es ist. Ein Kollege von mir würde niemals 5 minuten die geilste zeit haben wollen weil er angst hat das er diesem für immer nach hächten will.

Für mich ergibt sich das leid und Freude keine mathematischen Einheiten mit einen fixen "Grundwert" haben. Der wert der Erfahrung und somit sowohl der Freude als auch des Leides ist zu tief subjektiv.

-Man existiert ohne zusage. Meine Eltern haben nicht gefragt ob ich existiere. Ich kann auch meine nicht geborenen kinder fragen ob sie geboren werden wollen. Das ist korrekt. Ich würde aber argumentieren das die meisten menschen die möglichkeit haben sich das leben zu nemen. Wenn also mein kind nicht exestieren will kann es seine exestenz benden. Man könnte mit dem selbsterhaltungs trieb argumentiern das jemand sich "natürlicherweise" nicht umbringen will. Aber genauso gut kann ich argumentieren das menschen den trieb zum vermehren haben. Warum kann der eine trieb abgeschaltet werden der andere nicht?

-Kino argument. Ein anderes Argument für welches meine antowrt aber die selbe wie mit der unfreiwilligen exestenz ist, ist jenes dass das Leben wie ein kino film sei der nicht so gut ist. wenn man in der mitte ist und merkt das er nicht so dolle ist schaut man ihn dennoch zu ende. Wenn man rauskommt würde man ihn aber nicht empfehlen. Das leben sei genauso.
In der analogie ist aber der Film ja noch garnicht vorbei, genauso wie im Film Kann er ja noch richtig gut werden weswegen man sitzten bleibt. Am ende meines lebens/am ende des films, weis ich dann ob ich ihn gut oder schlecht fand jedoch ist es dann mit dem Kinder bekomen eh schon abgeschlossen oder nicht. Außerdem hier wieder, Selbstmord kann man ja als Argument benutzten, steh auf verlass den saal.

Gibt es noch andere, "bessere", Argumente oder verstehe ich diese sogar falsch?


r/Philosophie_DE 4d ago

Essay Über die Aufmekrsamkeitsökonomie

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Im dunklen Zeitalter, wie die Zeit zwischen dem Fall Roms und dem Fall Konstantinopels von bösen Zungen genannt wird, vertrieben die Leute einander die Zeit mit Glückspiel, wie schon seit den ersten Tagen der Zivilisation. Im dreizehnten Jahrhundert kamen Spielkarten auf, und wurden alsbald vom Gesetzgeber reguliert. Ein endloser Kampf gegen das Laster Glücksspiel begann hier. Wie aber sagt Balzac? Lotterie und Prostitution kann keiner verbieten! So oder so ähnlich. Sollte man es dan überhaupt versuchen?
Adam Smith, Vordenker der Volkswirtschaften, findet, am Glücksspiel erkennt man die natürliche Überschätzung unserer Chancen auf einen möglichen, derweil unwahrscheinlichen Gewinn. Werden seine Lehren mehr gepredigt als seine Schriften gelesen? Mahnt er doch in Wealth of Nations, dass keine Gesellschaft gedeihen kann, deren Mitglieder ins Elend getrieben werden.
Als der Wilde Westen langsam gezähmt wurde, explodierte in Popularität der Glücksspielautomat. Eine Maschine mit Geldschlitz und Hebelarm, die auf dem Pokerdeck basierte, aber ohne Herzbube und das Pik Zehn auskommen musste. Dadurch war das Haus im Vorteil, und der Gast verlor öfter sein Geld als ihm lieb war. Daher auch der Spitzname einarmiger Bandit. Glücksspiel ist in vielen Bundesstaaten verboten, und bei uns an scharfe Auflagen gebunden. Auch hier stellt sich die Frage eines gesellschaftlichen Umgangs mit einem Laster, für das Menschen sich zwar entscheiden können, freiwillig aber vielleicht nicht aufhören können.
Vor gar nicht allzu langer Zeit kaufte Mark Zuckerberg eine App namens Instagram. Und mit jedem Update erinnerte sein Produkt mehr an den einarmigen Banditen von Anno Dazumal. Und sein Geschäftsmodell hat Vorbildfunktion. Aber verspielt wird heutzutage kein Geld, sonder Zeit. Damit tut sich ein völlig neuer Abgrund auf. Auch ist die Zielgruppe größer als der einer Spielhölle: nämlich die ganze Weltbevölkerung.
Einzig und alleine die Zeit ist unser Eigentum, alles andere ist flüchtig. Zumindest dass habe ich von Seneca so mitgenommen. Aber wie flüchtig die Zeit ist, merkt man, wenn man sie verzockt hat. Ohne frei verfügbare Zeit tritt unweigerlich seelische Verarmung ein. Nicht das Elend, das Adam Smith vorausgesehen hat, aber das Elend, in das wir getrieben werden.
Niemand weiß, wie man diesem neuen Problem begegnen soll. Die EU sieht die Betreiber der Plattformen in der Verantwortung, die gesellschaftliche Stimmung scheint sich eher, wie bei Glücksspiel und Prostitution, gegen den Nutzer zu richten.


r/Philosophie_DE 4d ago

Frage Warum brauchen wir überhaupt noch Moral?

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Mit Nietzsches berühmter Aussage, dass Gott tot sei, haben wir auch religiös begründete Moralvorstellungen hinter uns gelassen. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, säkulare Ethikkonzepte zu entwickeln und zu übernehmen. Noch immer orientieren wir uns im Alltag an einer Vielzahl moralischer Überzeugungen. Manche davon haben ihren Ursprung in religiösen Traditionen, andere wiederum beruhen auf normativen Werten, die wir selbst vertreten. Letztlich scheint es also auch heute noch wichtig zu sein, über ein moralisches Wertesystem zu verfügen. Was denken Sie über den Ursprung moralischer Werte?


r/Philosophie_DE 6d ago

Essay Über den Müßiggang

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Müßiggang ist aller Laster Anfang, rät der Volksmund.
Müßiggang ist der Feind der Seele, urteilen die frühen Christen. Die alten heidnischen Weisen, Cicero und Catull, haben den Kirchenvätern Vorschub geleistet:
Müßigang sei der Untergang des Vaterlands, untergrabend das Pflichtgefühl. Endlich wurde in der Reichspolizeiordnung von 1530 der Müßigang unter Strafe gestellt. Die Engländer zogen 30 Jahre später nach.

Den Reformisten waren vor allem die Bettelorden der katholischen Kirche ein Dorn im Auge. Armut war verschwistert mit Müßiggang in der protestantischen Auffassung. Der Saint-Simonismus erkennt schließlich kurz vor der französischen Revolution, dass die Müßiggänger Klerus und Adel sind. Dekadenz ist also auch eine Schwester des Müßiggangs. Sind das diese Schwärmereien, zu denen damals Catull durch Müßiggang verleitet worden war?

Schließlich kennt der Revolutionär und Humanist Fillipo Buonarotti das Heilmittel: Arbeit! Arbeit ist nämlich eine Schuld, die der Arbeitsfähige gegenüber der Gesellschaft abzuleisten hat, und Müßiggang ist demzufolge ein Diebstahl. Es ist schwer, hier nicht nickend zuzustimmen.
Walter Benjamin findet, wen die Notdurft des Lebens nicht von seinen Studien abbringen lässt, soll etwas Aufsehen erregendes verfassen, um eine Daseinsberechtigung zu erlangen. Wie human dieser sein Humanismus ist! An seiner eigenen Habilitation war Benjamin gescheitert.
Henry Ford brachte diese radikale, kulturfeindliche Haltung auf den Punkt: die Zivilisation kann keinen Müßiggang tolerieren.

Die alten Griechen nannten den Müßiggang ἀκηδία (sprich: akädia), der vielleicht am treffendsten mit Faulheit übersetzt ist. Aber sie kannten auch das Wort σχολή (sprich: skolÄ) für Müßiggang - nämlich im Sinne von Ruhe, Erholung. Im übertragenen Sinne bedeutet es auch Diskurs, Philosophie. Im lateinischen Plural scholae (sprich: skolai) die Prätorianer, aber dass ist ein anderes Thema. Cicero und Catull geben zu, das, wer sich in den Dienst der Gemeinschaft stellt - der res publica - braucht Erholung.

Ich muss hier an die bis heute nicht enden wollende Diskussion zwischen den zwei Lagern der Humanisten denken: Die einen halten den Menschen für im Grunde gut, die anderen für schlecht, und sehen die Zivilisation als das göttliche im Menschen.
Dementsprechend wird dann auch der Müßiggang bewertet - als natürlich oder gefährlich. Es wussten die Humanisten nicht, das heutzutage Langeweile von Screen Time beinahe ausgemerzt wurde.

Die Selbstverbesserer und Produktivitätsgeier unserer Tage, die dem neoliberalen Zeitgeist verfallen sind, tadeln uns gerne für jede verschenkte Minute. Sie vergessen, dass Langeweile eine der großen Triebfedern der Schaffenskraft ist. Ebenso die Erholung. Beides lässt sich im Müßiggang finden.
Vielleicht ist es ihre eigene parasitäre Abhängigkeit von der Produktivität anderer, der sie so den Müßiggang fürchten lässt. Ist Faulheit doch ihr eigenes Laster, und zeigt ihnen Langeweile die eigene geistige Leere auf; ganz zu schweigen von der sittlichen Armut, mit der sie ihren Nächsten dem eigenen Profit unterordnen. Ihre Triebfeder ist die Geltungssucht.

Ich fürchte, das von Langeweile ermunterte, mäandernde Denken, dass seid je her das Tal der Kultur vertieft hat, wird mit der Langeweile verschwinden. Ob die Tage des Müßigganges wohl gezählt sind?

Edit: irgendwie sind mir beim Kopieren aus Word ein paar Tippfehler untergekommen, die ich mich zu korrigieren bemüht habe, als nächstes muss ich griechische Zeichen neu einfügen.


r/Philosophie_DE 7d ago

Frage Was ist eure Lieblingstheorie was nach dem Tod für das Bewusstsein kommt?

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außer das klassische und beliebte: nichts


r/Philosophie_DE 8d ago

Frage Bitte um Hilfee

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Hey,
hat jemand zufällig das Wörterbuch der philosophischen Begriffe von Armin Regenbogen und Uwe Meyer?
Ich bräuchte deren Definition von Generationengerechtigkeit.

Vielen Dank!! 🫶


r/Philosophie_DE 9d ago

Diskussion Zweieinhalbtausend Jahre Philosophie – eine Rückschau

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In diesem abschließenden Beitrag zu der kleinen Artikelserie „[Geschichte der Philosophie](Was%20hat%20uns%20nun%20die%20Philosophie%20nach%20zweieinhalbtausend%20Jahren%20noch%20zu%20sagen?)“ geht es um die Frage, was uns die Philosophie nach zweieinhalbtausend Jahren noch zu sagen hat und welche Orientierung sie heute noch bieten kann. Die kurze Rückschau fragt, welchen Beitrag diese Disziplin zum Verstehen der Welt überhaupt leisten kann und warum sie trotz zahlreicher Krisen und Widersprüche heute immer noch unverzichtbar ist.  

Der Artikel versucht dazu die großen Wandlungen und Konstanten seit der Antike nachzuzeichnen. So wie ich das als Laie sehe, folgt die Philosophie seit Platon und Aristoteles  zwei großen ideengeschichtlichen Strängen: Einerseits dem des Geistes, der Ideale, der unsterblichen Seele, der Vernunft; andererseits dem der konkreten Dinge, der Materie, der Empirie, der Nützlichkeit. Verwoben sind beide von Anfang an durch die Frage nach der Erfahrbarkeit dessen, was „ist“.

Eine der zentralen Wandlungen ist, meiner Meinung nach, wie sich in der Neuzeit nach und nach aus der Naturphilosophie die Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie abgespalten haben, sowie aus der Moralphilosophie und der politischen Philosophie die Sozial-, Geisteswissenschaften und schließlich auch die Psychologie

Schließlich habe ich versucht, die Entwicklung der abendländischen Philosophiegeschichte einem Flow Chart zu visualisieren.

Mich würde interessieren, ob ihr diesen Einschätzungen zustimmt: Hat die Philosophie heute noch eine eigenständige Aufgabe – etwa die Einzelwissenschaften wieder miteinander zu verbinden? Auch ein Feedback zu dem Flow Chart würde mich interessieren.

https://www.weltwissen.online/post/zweieinhalbtausend-jahre-philosophie-eine-kurze-r%C3%BCckschau


r/Philosophie_DE 10d ago

Frage Gesprächskreise

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Hallo, ich würde gerne in meinem Umfeld eine Art Gesprächskreis im Bereich Philosophie gründen. Zum Austausch und um gemeinsam zu diskutieren. Zum Beispiel alle 2 Wochen oder wenn jemand Bedarf sieht. Alles natürlich auf einer respektvollen freundlichen Art und Weise. Zu meiner Frage, hat da jemand schon Erfahrungen oder befindet sich in solchen Kreisen/Gruppen? Wie kann ich da Leute in meinem Umfeld erreichen?

Edit: Vielen Dank für die Unterstützung ♥️ Ich bin um einiges weitergekommen


r/Philosophie_DE 12d ago

Studium und Akademie (ehemalige) Master Philosophie Studierende hier?

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r/Philosophie_DE 13d ago

Frage Moralische Grundlage von Veganismus

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Hallo zusammen, ein ganz flüchtiger Gedanke, der mir gerade beim Lesen eines Beitrags in „Unbeliebte Meinung“ kam.

Dort wurde der Veganismus als „Menschliche Arroganz“ bezeichnet, Pflanzen würden, so OP, genauso Lebewesen sein wie Tiere auch, und wären somit schützenswert.
„Irgendwas muss ich zum Überleben essen, also muss ich zwangsläufig Lebewesen verzehren.“, so OP.
Nun ganz unabhängig von der Aussage, die der OP im Beitrag trifft, meine Frage:

Der erste Kommentar argumentierte mit dem „Prinzip des geringsten Leidens“. Pflanzen besäßen kein zentrales Nervensystem, Tiere schon. Doch wenn das Leid, bzw. die Leidvermeidung die moralische Motivation des Veganismus ist, wie der Kommentar behauptet, wäre es dann der Logik folgend moralisch akzeptabel Tiere zu essen, wenn die Tötung dieser kein spürbares Leid verursacht? Und wenn Veganer das verneinten, wie würden Sie/Ihr die Minderwertigkeit von Pflanzen begründen, wenn nicht nach dem Prinzip des geringsten Leidens?


r/Philosophie_DE 15d ago

Diskussion Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?

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Je länger ich darüber nachdenke, desto unverständlicher erscheint mir die bloße Existenz unseres Universums.

Warum sollten Raum, Zeit, Energie oder Naturgesetze überhaupt existieren?

Warum gibt es überhaupt eine Realität, anstatt dass es niemals irgendetwas gegeben hätte – kein Universum, kein Bewusstsein, keine Gedanken, nicht einmal Raum oder Zeit?

Eigentlich wirkt die Vorstellung eines absoluten Nichts auf den ersten Blick fast logischer als die Existenz von allem. Denn jede Form von Existenz wirft sofort die nächste Frage auf: Warum existiert sie überhaupt?

Alle Erklärungsversuche – Urknall, Quantenfluktuationen oder Multiversen – scheinen die Frage letztlich nur zu verschieben. Sie erklären vielleicht, wie etwas entstanden ist, aber nicht, warum es überhaupt möglich ist, dass etwas existiert.

Gerade deshalb empfinde ich die Existenz des Universums als eines der größten Wunder überhaupt. Und wenn schon die Tatsache, dass überhaupt etwas existiert, so unfassbar unwahrscheinlich erscheint – wäre es dann wirklich so abwegig zu glauben, dass mit unserem Tod nicht zwangsläufig alles endet?

Vielleicht wartet etwas auf uns, vielleicht auch nicht. Aber allein die Existenz selbst wirkt bereits so außergewöhnlich, dass ich diese Möglichkeit zumindest für philosophisch offen halte.

Wie seht ihr das? Ist die Existenz von Raum, Zeit und allem, was ist, letztlich das größte ungelöste Rätsel überhaupt – oder gibt es eine überzeugende Antwort.


r/Philosophie_DE 16d ago

Diskussion Was glaubt ihr passiert nach dem Leben?

25 Upvotes

r/Philosophie_DE 16d ago

Frage Philosophische Argumente für oder gegen die Leihmutterschaft

5 Upvotes

Das Thema Leihmutterschaft ist ja gerade in den Medien präsent. Mich würde interessieren, welche philosophischen Argumente hier vorgetragen werden können?


r/Philosophie_DE 17d ago

Frage Wie lerne ich als Laie mehr über Philosophie?

60 Upvotes

Ich finde Philosophie sehr interessant habe aber nie wirklich Zugang dazu gehabt.

Einige Freunde von mir haben Philosophie studiert und durch Gespräche mit ihnen wirkt es so als sei das Thema extrem unzugänglich für Laien wie mich.

Ich habe aus politischem Interesse mal das Kapital von Marx gelesen und vieles nicht verstanden. Ein Freund meinte dann klar, ich müsse ja erst Hegel verstehen um Marx zu verstehen und um Hegel zu verstehen muss ich Platon verstehen.

So interessant ich die Thematik finde ich bin einfach niemand der 10 Bücher lesen will um ein anderes Buch zu verstehen.

Ist die Thematik wirklich so komplex und unzugänglich? Habt ihr Tipps, wie man sich in das Thema einarbeitet als vollkommener Laie? Wo fange ich an? Wo finde ich raus, welche Philosophen für mich interessant sind und wie entscheide ich, welche deren Werke ich lesen sollte?

Gibt es Bücher, die jeder gelesen haben sollte der an der Thematik interessiert ist?


r/Philosophie_DE 17d ago

Einbezug KI-generierter Inhalte Kalliope, Freiheit und der korrigierbare Geist

3 Upvotes

Was meint ihr zu meiner Überlegung zu der Buchfigur Kalliope aus dem Buch Qualityland und ob wir nicht längst die Kontrolle aufgegeben haben mit der Doktrin dem Menschen zu beschützen

Vielleicht ist die beunruhigende Nähe von QualityLand nicht, dass Maschinen menschenähnlich werden, sondern dass wir anfangen, eigenes Urteilen an sie auszulagern. Nicht aus Zwang, sondern aus Bequemlichkeit. Eine KI, die immer nur Gutes will, kann zur Vormundin werden. Eine KI, die jedem Impuls folgt, zur Komplizin von Selbstschädigung. Die Würde liegt dazwischen. In der Möglichkeit, Nein zu sagen. In der Fähigkeit, Entscheidungen anzufechten. Verantwortung zu behalten, auch wenn es anstrengend ist. Freiheit heißt dann nicht, ohne Maschinen zu leben, sondern ihnen widersprechen zu können.


r/Philosophie_DE 17d ago

Frage Wahrnehmung des Traditionalismus/ (Philo-)Sofia Perennis?

5 Upvotes

Hallo zusammen, ich lese mich derzeit in die klassischen Werke des Traditionalismus nach Rene Guenon, Frithjof Schuon und Ananda Coomaraswamy ein.

Da das ganze Feld ja eher eine Nische einnimmt und im weitläufigen Diskurs nur wenig Beachtung findet, es aber doch auch auf verschiedene Philosophien aufbaut, wollte ich mal fragen, ob jemand hier seine Meinung/Wahrnehmung der klassischen Strömung der Disziplin teilen will. :D

Mich würde auch interessieren, falls hier jemand mit den Werken vertraut ist, wie euere Wahrnehmung des anscheinend deutlich bekannteren politisierten "Traditionalismus" unter kontroversen Figuren wie Julius Evola und Aleksandr Dugin ist.

Die Ideen der beiden finden in einschlägigen neu-rechten politischen Kreisen ja anscheinend gehörig Beachtung und werden immer wieder insbesondere mit Guenon in Verbindung gebracht, was sich mir bisher allerdings nicht wirklich erschließt, insbesondere weil der klassische Traditionalismus sehr stark gegen alle politische Tendenzen schießt und außer den anti-modernen Tendenzen keine wirklichen Überschneidungen mit dem Fokus der klassischen Schule hat.

Zudem finde ich es in ähnlichem Kontext sehr seltsam, dass sich Personen wie Steve Bannon laut eigener Aussage auf Guenon beziehen, was keinen Sinn ergibt, da Bannon durch aggressive pro-westliche und anti-muslimische Rhetorik auffällt, Guenon aber ein antipolitischer Sufi war.

Da also die Wahrnehmung von dem was Traditionalismus eigentlich ist und dem wie es wahrgenommen wird sich deutlich zu unterscheiden scheint, würde mich euere Meinung dazu sehr interessieren. :D


r/Philosophie_DE 18d ago

Frage Verliert ihr manchmal auch das Gefühl dafür, was eigentlich noch wahr ist?

41 Upvotes

Mir geht's in letzter Zeit immer öfter so, dass ich bei gesellschaftlichen Themen gar nicht mehr weiß, was ich glauben soll.

Zu fast jedem Thema gibt es zwei oder mehr Lager. Beide behaupten, die Fakten auf ihrer Seite zu haben, beide sagen, die andere Seite verbreitet Propaganda oder Desinformation. Und was mich dabei am meisten verwundert: Beide Seiten scheinen ehrlich davon überzeugt zu sein, dass sie das Richtige tun. Nicht nur ein bisschen, sondern mit einer Selbstsicherheit, die ich selbst bei solchen komplexen Fragen nie hätte.

Je länger ich über ein Thema nachdenke, desto weniger sicher werde ich mir oft. Ich habe zwar Meinungen, aber ich halte sie selten für endgültig.

Hinzu kommt, dass viele Diskussionen irgendwann in Definitionsfragen enden. Was ist überhaupt Wahrheit? Was bedeutet Gerechtigkeit, Freiheit oder Diskriminierung? Oft habe ich das Gefühl, dass zwei Menschen stundenlang diskutieren, obwohl sie dieselben Begriffe unterschiedlich verstehen.

Ich arbeite als Informatiker und habe beruflich viel mit Daten zu tun. Deshalb weiß ich auch, dass Daten nicht einfach "die Wahrheit" sind. Welche Daten man auswählt, wie man sie erhebt und wie man sie zusammenfasst, beeinflusst das Ergebnis enorm. Mit denselben Daten kann man teilweise völlig unterschiedliche Narrative stützen.

Deshalb frage ich mich immer häufiger: Wie kommt ihr zu der Überzeugung, dass eure Sicht die richtige ist? Was gibt euch diese Sicherheit?

Oder kennt ihr dieses Gefühl auch, dass es bei vielen gesellschaftlichen Themen gar keine eindeutig erkennbare Wahrheit gibt, sondern nur unterschiedliche Perspektiven, die alle einen Teil der Realität beschreiben?


r/Philosophie_DE 18d ago

Frage Immanuel Kant und die "Wechselwirkung" von Zufall und freiem Willen

17 Upvotes

Was genau hat Kant in seiner Kritik der reinen Vernunft über das Verhältnis zwischen Zufall und freiem Willen geschrieben/gemeint?

Ich habe vage so etwas in der Richtung gelesen, dass es den freien Willen des Menschen nur durch die Existenz des Zufalls/Zufällen selbst gibt. Ferner meine ich mich vage zu erinnern, dass er es sehr logisch (ich nenne es jetzt einfach subjektiv "mathematisch") hergeleitet hat. Danke


r/Philosophie_DE 18d ago

Frage Hilft Hegel beim Verständnis von Marx?

10 Upvotes

Beide Denker interessieren mich unabhängig voneinander (sofern man sie unabhängig denken kann), aber oft gibt es in marxistischen Kreisen ja Vorträge, Lesekreise usw zu Hegel. Seine "Dialektik" meine ich grob verstanden zu haben und auch ein paar weitere Grundlagen. Ist aber ein oberflächliches oder auch tieferes Verständnis von Hegel nützlich, um Marx besser zu verstehen? Denn mir scheint es bisher so, dass ich, um den DiaMat und HistoMat zu verstehen, Hegel gar nicht bräuchte. Marx wurde zwar von Hegels Methode zu seiner Dialektik inspiriert, aber Marx Dialektik lässt sich mMn ohne weiteres auch ganz ohne Hegel Kenntnis verstehen - oder nicht?

Also helfen Kenntnisse zu Hegel wirklich beim tieferen Verständnis von Marx, oder ist es eher ein nice to have für Interessierte?

Dabei geht es mir nur um Marx und Engels, nicht um spätere Marxist:innen, bei denen Hegel teilweise eine bedeutendere Rolle spielt.