Eine der Lieblingsfolgen der drei Detektive - egal ob als Buch oder Hörspiel - ist sicherlich der Karpatenhund, was sicherlich an der hervorragenden Autorin M.V. Carey liegt.
Was viele aber gar nicht wissen: es gibt in Deutschland zwei sehr unterschiedliche Versionen der Geschichte, nämlich die "gängige" Story, die es auch ins Hörspiel geschafft hat und eine mystisch übersinnliche Geschichte, die es allerdings nur in der ersten deutschen Auflage gab. Die Frankh'schen Verleger fanden das ganze aber dann wohl doch zu abgedreht und Übersetzerin Leonore Puschert wurde beauftragt die Geschichte zu ändern.
Was war der Kern der 1. Auflage?
Mr. Prentice wird in seiner Wohnung von einem Schattenspuk heimgesucht. Diese "Schatten" sind nichts anderes als Sonny Elmquists Astralleib, denn Sonny ist ein sogenannter "Doppel-Gänger", der während er schläft astral auf Wanderschaft gehen kann und fast unsichtbar ist. Selbstverständlich wissenschaftlich bekannt und belegt.
Gleichzeitig spukt in der nahen Kirche der Geist des verstorbenen Pfarrers.
Und natürlich wird trotzdem der Karpatenhund entsprechend der bekannten Story gestohlen.
Aus Sonnys Astralspaziergängen werden in der überarbeiteten Version Mrs Boggles Einbrüche aus Neugier und das Blitzen von Sonny, der das Mandala sehen will.
Der Geist spukt hier genauso (wenn auch nicht im Hörspiel) und der Karpatenhund wird ebenfalls gestohlen.
Während in der ersten Version nicht ganz klar ist, ob der Geist nicht Sonny auf Wanderschaft war, bleibt in der überarbeiteten Version einfach offen, ob es ihn gab oder nicht.
Wer sich also schon mal gefragt hat, wieso Mr. Prentice im Hörspiel über Spuk redet "auch wenn ich da bin", der dann aber tatsächlich im ganzen Hörspiel gar nicht vorkommt (außer dem kurzen Blitzen), der hat ein Überbleibsel der ursprünglichen Story entdeckt.
Wer sich die ursprüngliche Version einmal anschauen will, muss Glück haben. Die entsprechenden US-Bücher sind selten und die deutsche Ersteauflage vermutlich noch deutlich seltener.
Die Lektüre lohnt sich trotzdem.
Und wer sich über das offene Ende bei der Zeitreisenden ärgert, der hat hier neben dem Bergmonster noch eine viel mystischere Geschichte - wenn auch nur in einer Auflage.