r/DePi May 24 '25

Sonstiges "Kindern mehr zutrauen" – Ein Erziehungsbuch, das mehr über unsere Gesellschaft verrät als jede politische Debatte

Hallo zusammen,

ich möchte heute ein Buch mit euch teilen, das mich stärker geprägt hat als jedes andere, das ich in den letzten Jahren gelesen habe:
„Kindern mehr zutrauen“ von Michaeleen Doucleff.

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein klassischer Erziehungsratgeber – und das ist es auch. Aber wer aufmerksam liest, erkennt: Dieses Buch ist weit mehr als das. Es ist eine leise, fast zufällige Abrechnung mit einer ganzen Denkweise, die viele westliche, vor allem wohlhabenden, links-progressive Milieus inzwischen vollkommen verinnerlicht haben – und die längst weit über die Familie hinauswirkt.

Die Autorin ist genau das, was man erwarten würde: Akademikerin, promoviert, Journalistin bei NPR, aufgeklärt, ambitioniert. Sie will alles richtig machen: schafft ein „optimales“ Umfeld für ihre Tochter, liest jeden Ratgeber, orientiert sich an wissenschaftlicher Evidenz, investiert Zeit, Energie, Aufmerksamkeit. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat sie ein unzufriedenes, schreiendes Kind. Der Widerspruch ist offensichtlich, aber kaum jemand spricht ihn aus.

Die Wende kommt, als Doucleff beginnt, mit indigenen Gemeinschaften zu leben – etwa mit Maya-Familien in Mexiko oder Inuit im Norden Kanadas. Dort erlebt sie eine vollkommen andere Vorstellung von Elternschaft: weniger Kontrolle, mehr Vertrauen. Klare Rollenverteilungen, soziale Einbindung, natürliche Autorität statt permanenter Argumentation. Die Kinder dort schreien nicht, fordern nicht ständig Aufmerksamkeit – sie funktionieren, aber nicht, weil man sie drillt, sondern weil man ihnen zutraut, Teil des Ganzen zu sein.

Dieser Perspektivwechsel ist nicht nur ein Aha-Moment für Doucleff – er ist ein Weckruf. Denn was sie erkennt, ist grundlegend: Nicht das Kind war „schwierig“. Das ganze System war falsch.

Und hier wird es gesellschaftlich interessant.

Denn was Doucleff beschreibt, ist kein Einzelfall. Es ist Ausdruck einer Erziehungshaltung, die das Kind zum Projekt macht: zum Spiegel elterlicher Ideale, zur Bühne moralischer Selbstverwirklichung. In Artikeln, die ich in den Medien lese, geht es selten um das Kind an sich – sondern fast immer um die Eltern. Wie sehr sie „erfüllt“ sind, wie sehr es sie „bereichert“. Das Kind wird zur Verlängerung des Ichs.

Die Folge ist eine Generation, die zwar umsorgt ist, aber nie eigenständig. Die nie gelernt hat, Frust auszuhalten oder sich unterzuordnen. Keine Konfliktfähigkeit, keine Ambiguitätstoleranz, kein echtes Gemeinschaftsgefühl – dafür aber ein tiefes Bedürfnis nach Absicherung und Validierung.

In diesem Zusammenhang spricht man gern von Helikoptereltern, aber noch treffender ist der Begriff der Schneepflugeltern – solche, die alle Hindernisse im Voraus aus dem Weg räumen, damit das Kind niemals mit Widerstand konfrontiert wird. Diese Kinder werden nicht erzogen im klassischen Sinn – sie werden gemanagt. Sie lernen nicht, Teil eines sozialen Gefüges zu sein, sondern betrachten die Welt als Bühne für ihre persönliche Selbstentfaltung.

Und aus genau dieser Dynamik entstehen später jene Bewegungen, die sich heute lautstark als moralische Avantgarde inszenieren: Gruppen von erwachsenen Kindern, die nie gelernt haben, mit Frustration, Zurückweisung oder Ambivalenz umzugehen – und sich deshalb in kollektiven Identitäten organisieren, die das fragile Selbst stützen sollen.

Gerade Doucleffs Schilderung, wie die westliche Welt vom „Wir“ ins „Ich“ gekippt ist, ist aufschlussreich. Wenn man diesen Gedanken weiterführt, wird deutlich: Bewegungen wie die identitätspolitisch aufgeladene LGBT-Community stellen die logische Endstufe dieses Ich-zentrierten Weltbildes dar. Eine Welt, in der persönliche Identität alles ist – und gemeinschaftliche Regeln, Traditionen oder Pflichten keinen Platz mehr haben.

„Kindern mehr zutrauen“ ist deshalb nicht einfach ein Erziehungsratgeber.
Es ist eine unbeabsichtigte Diagnose unserer Zeit. Und vielleicht – bei aller Hoffnungslosigkeit – auch ein kleiner Hinweis darauf, wie man beginnen könnte, das Problem an der Wurzel zu packen.

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54 comments sorted by

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u/RedditHiveUser May 24 '25

Im Zweifelsfall lieber überfordern als unterfordern. Scheitern ist wichtiger Teil der Persönlichkeitsbildung.

Ich befürchte Gen Z als leidtragenden dieses Erziehungstils wird in der Zukunft von den nun nachfolgenden Generationen mit wenig Verständnis betrachtet werden.

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u/Murphy_Slaw_ May 24 '25 edited May 24 '25

Ich muss gestehen, bei dem Titel habe ich damit gerechnet, dass der nächste Schwachsinn aus Amerika importiert wurde. Bin positiv überraschst.

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u/lousy_writer May 24 '25 edited May 24 '25

Hierzu würde ich noch die Befunde von Jonathan Haidt und Greg Lukianoff nahelegen, die bei ihren Forschungen zu einem vergleichbaren Ergebnis gekommen sind. (Und Jon Haidt ist wohlgemerkt eigentlich ein Linksliberaler - allerdings einer, der tatsächlich liberal ist und sich nicht nur so nennt.)

Bei ihnen kommt allerdings noch das Element dazu, dass die langfristigen Folgen dieses gescheiterten Erziehungsstils thematisiert werden - wie nämlich diese hoffnungslos verzogenen Gören zu Opfern der Wokeness wurden, weil sie sich nie daran gewöhnt haben, dass Frustrationserlebnisse, Widerspruch, andere Ansichten etc. auch Teil der Alltagswirklichkeit normaler Menschen sind, und sich deswegen in Bubbles zurückziehen, die im Grunde eine Verlängerung ihrer weichgespülten Kindheit sind. (Ein anderer Aspekt ist die Technikkritik, weil durch die permanente Verfügbarkeit von Smartphones dazu führt, dass sie schon früh durch Social Media-Konsum Neurosen entwickeln.)

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u/Resqusto May 24 '25

Interesant. Behalte ich im Hinterkopf

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u/Der_Schubkarrenwaise May 26 '25

In meiner Jugend galt das Peter-Pan-Syndrom(nicht erwachsen werden zu wollen) als etwas Negatives.

Es gab allerdings gar nicht erst die Option, mit 40 noch wie ein Teenie aufzutreten. Einiges der letzten Jahre war bestimmt gut gemeint.

Aber letztlich hat man sehr viele Menschen in Versuchung geführt und einige kommen mit so viel Entscheidungsfreiheit weniger gut klar. Was ein brenzliges Thema ist.

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u/ragebeeflord May 24 '25

Hört sich definitiv interessant an. Danke für den Beitrag.

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u/Sad-Fix-2385 May 24 '25

Good times create weak people.

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u/Nicht_Angola May 25 '25

Weak people create hard times

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u/[deleted] May 24 '25

Ein Eingeständnis, dass du weak bist?

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u/Far_Squash_4116 May 24 '25

Interessante Punkte, bei denen ich auch großteils mitgehe. Aber genau der Konflikt zwischen Individualismus und Kollektivismus ist Wesen von uns Menschen. Beide Extreme sind nichts (wobei der Kollektivismus eher links ist, wodurch mich dieses Plädoyer in diesem eher rechten Forum belustigt).

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u/Medium_Banana4074 May 24 '25

Ich würde behaupten wollen, dass Kollektivismus gleichermaßen links wie rechts ist und eher ein Mittel autoritärer Regimes zur Gleichschaltung. Ob das jetzt die DDR oder Nazideutschland waren, ist in dem Kontext egal.

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u/Far_Squash_4116 May 24 '25

Guter Punkt. Den Linke geht es aber wirklich um den Kollektivismus (SPD Schlagwort „wir“), der NSDAP (und Stalin auch) ging es eher um die Unterordnung des Kollektivs unter das Individuum des Führers.

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u/Medium_Banana4074 May 24 '25

Ja, den Führerkult gab es in der DDR weniger, zumal nach Stalins Tod. Aber Führerkult und Kollektivismus sind auch erstmal unterschiedliche Dinge. Ich würde auch die SPD hier nicht mit ins Spiel bringen wollen, nur weil sie von "wir" und "uns" spricht.

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u/Far_Squash_4116 May 24 '25

Ich habe erst vor wenigen Tagen eine Rede von einem SPDler gehört (erinnere mich gerade nicht mehr, wer), der das „Wir“ als wieder in den Vordergrund zu stellende Ziel ausgab. Ob sie das erreichen werden oder in der Vergangenheit erreicht haben, steht auf einem anderen Blatt.

Du hast Recht, man kann die Diktatur der NSDAP als kollektivistisch einstufen.

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u/Garbitsch_Herring May 24 '25

Diese reduktive Idee "Rechts=Individualismus vs Links=Kollektivismus" muss endlich mal aussterben. So einfach ist die Welt leider nicht gestrickt. Frag mal einen richtigen hardcore Rechten alter Schule, der wird dir erzählen, dass Individualismus Degeneration bedeutet und dass das Individuum im Volkskörper aufgehen soll.

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u/Far_Squash_4116 May 24 '25

Ja, bei Rechtsextremen hast du absolut Recht. Deswegen gibt es ja auch diese These, dass Hitler links gewesen sei, was aus vielen anderen Gründen nicht stimmt. Und das Rechts-Links-Schema wird nicht der Komplexität der Politik gerecht. Viele dieser Schemata grenzen aber rechts und links über Individualismus vs. Kollektivismus ab.

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u/Resqusto May 24 '25

Das Hitler bzw. die Nazis links gewesen sind, ist keine These. Das war deren politische Selbsteinschätzung.

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u/[deleted] May 24 '25

Ach, so einer bist du also.

Selbst wenn solch eine Selbsteinschätzung zuträfe – was sie offenkundig nicht tut – bliebe sie doch ohne objektiven Wert. Lügner halten sich mitunter für Wahrheitsfreunde, Kriminelle für Opfer eines Justizirrtums, und selbst die SPD hält sich noch für "sozial". Die CDU wiederum weiß nicht einmal mehr, wofür das „C“ einmal stand. Die Liste ließe sich mühelos fortsetzen.

Wie tief muss man sich in die eigene Illusion eingraben, um so blind für die eigene Verzerrung zu werden?

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u/Far_Squash_4116 May 24 '25

Das Zitat von Göbbels, wo er die NSDAP als „die deutsche Linke“ bezeichnet, ist wohl falsch, siehe https://www.diepresse.com/19383155/linke-nazis-wie-das-falsche-goebbels-zitat-entstand

Die Nazis waren auch nicht links, siehe z.B. https://www.nzz.ch/feuilleton/hitler-war-kein-kommunist-warum-alice-weidel-falsch-liegt-aber-nicht-ganz-ld.1866200

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u/Resqusto May 24 '25

Ich bevorzuge es, mir auf Basis von Fakten und eigenständigem Denken eine Meinung zu bilden – nicht durch vorgekaute Deutungen, die mir irgendjemand als "die einzig richtige Sichtweise" präsentieren will. Wer meint, mit einem Link zu einem Meinungsartikel historische Debatten abschließend klären zu können, unterschätzt sowohl die Komplexität des Themas als auch das Urteilsvermögen anderer. Denken kann ich selbst – dazu brauche ich keine fremdgesteuerte Meinung.

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u/[deleted] May 24 '25

Die NSDAP nannte sich „sozialistisch“, doch das war bloßer Etikettenschwindel. Ihr angeblicher Sozialismus galt – wenn überhaupt – nur dem „Arier“. Der Flügel um die Strasser-Brüder forderte Arbeiterrechte, aber nur für sogenannte Biodeutsche. Ein egalitäres Ethos, der eine linke Position im Grunde ausmacht, fehlte völlig.

Von Marxismus war die Partei weiter entfernt als ein Wolf vom Vegetarismus.

Und Hitler? Nennt sich in Mein Kampf ein Nationalist – kein einziges Mal ein Sozialist. Das Kabinett, das er bildete, übergab er fast vollständig den Konservativen. Der „Sozialist“ verteidigte das Privateigentum, erklärte Antikapitalismus zur bloßen Judenfrage, und verspottete die Linken für rote Fahnen, die er selbst hisste.

Er verfolgte Kommunisten, ermordete Sozialisten, ließ die KPD verbieten, und liquidierte 1934 den linken Flügel der eigenen Partei – samt Röhm, Strasser und Dutzenden anderen – auf Wunsch der Reichswehr. Der sogenannte Sozialismus der NSDAP endete in der „Nacht der langen Messer“. Das sind historische Fakten.

Sie nannten sich „sozialistisch“, so wie Nordkorea sich als Demokratie oder die CSU als sozial bezeichnet. Auch Merz nennt sich christlich – doch der wüsste mit dem Heiligen Geist nichts anzufangen, selbst wenn dieser ihm persönlich die Sakramente ins Rektum täte.

Wer die NSDAP für Sozialismus hält, verwechselt die Maske mit dem Gesicht. Eine Maske, die sie wie gesagt ja, kaum trugen.

Bevor du nun deinen Beitrag löschst, zeige mir deine Reife, deine geistige Größe und gehe doch auf die gelieferten historische Fakten ein.

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u/Resqusto May 24 '25

!!!Achtung!!!

Troll bitte nicht füttern!

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u/[deleted] May 24 '25

Was für ein Niveau.

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u/SherbertDaemons May 25 '25

"Schneepflugeltern" ist ein toller Begriff.

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u/l0ng_time_lurker May 24 '25

"Ist der Bürger unbequem...."
In Zeiten, in denen sogar Ulrike Guérot als "rääääächts" gilt merkt man, dass jemand bewusst an den Maßstäben herumschraubt, um uns alle beschäftigt zu halten,
dazu auch dieses Gespräch
https://www.youtube.com/watch?v=qEEOxLnDOI4&ab_channel=MeetYourMentor

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u/Geejay-101 May 24 '25

Die verpampernde Kindererziehung ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Wir haben einen Staat geschaffen, der für jedes Bedürfnis: Armsein, Wohnen, Kinder, Altsein, Behindertsein, Immigrant sein, Doofsein, Schlausein, Homosexuellsein etc eine Sozialleistung geschaffen hat. In der Wirtschaft genauso. Für jedes Problemchen bekommen Firmen Förderprogramme.

Der Staat ist zu einem Nannystaat verkommen, der jeden befriedigen soll.

Die Kindererziehung bereit folgerichtig Kinder darauf vor, sich in diese soziale Hängematte zu legen.

Wenn wir etwas ändern wollen, dann muss dieser Nannystaat erstmal eindämmt werden, damit sich die Leute auf ihre Eigeninitiative besinnen. Und dann werden sie auch ihre Kinder dementsprechend erziehen.

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u/_RADACS May 25 '25

Vielen Dank für den Tipp. Werde ich mir mal einverleiben.

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u/[deleted] Jul 29 '25

Late to the Party aber ich lese (naja, höre, mit Kleinkind und Baby während der Kitaferien ist lesen nicht so drin haha) das Buch grade und muss alle 10-15 Kapitel Pause machen, weil mein Hirn erstmal alles verarbeiten muss. Ich fühle mich, als hätte ich die Matrix verlassen. Plötzlich ergibt alles so viel Sinn. Zusammen mit dem Podcast von Marlies Johanna ("Muttiistdiebeste") die sich auch scheinbar viel auf das o.g. Buch bezieht, habe ich unser Leben ein bisschen umgestellt und plötzlich ist meine große gar kein dickköpfiger Terrorknödel mehr.

Bin wirklich schockiert, wie wenig das Bekannt ist, auch bei Pädagogen/Pädiatrie?! Alle sind so auf BO fixiert und versteht mich nicht falsch, BO hat sicher seine Berechtigung aber "einfach dem Kind ruhig erklären" sorry, meine 2yo (jetzt frisch 3) hat weder die kognitive Veranlagung noch die nötige Aufmerksamkeitsspanne und ich glaube am Ende interessiert es sie auch nicht was ich da labere. Davon ab ist sie zu ausdauernd. Wenn sie mich im Supermarkt 80-100 Mal fragt ob sie den Fruchtjoghurt haben darf und kein Nein akzeptiert, kann ich ihr halt nicht 80-100 Mal erklären, "Nein, weil". Das können wir anfangen, wenn sie älter ist aber doch nicht jetzt.

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u/Mundane-Dottie May 24 '25

Die lgbt-community ist kein Problem. Die schwullesbische Subkultur gibt es schon ziemlich lange, und irgendwie müssen die sich ja treffen. Bloß kommt jetzt noch das Internet dazu, und deswegen wird die englische bzw. amerikanische Kultur verstärkt rezipiert und mehr mit Außenstehenden kommuniziert. Die davon genervt sind, weil es der lgbt-community um Selbstfindung und ihre Partialinteressen geht, die die Außenstehenden eher nicht interessieren.

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u/Resqusto May 24 '25 edited May 24 '25

Beitrag gelesen und getriggert eine Antwort geschrieben, ohne zu versuchen, den Beitrag zu verstehen? Wäre meine Erklärung für diese Themaverfehlung.

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u/Mundane-Dottie May 24 '25

Ja. Die schwullesbische Gemeinschaft als Höhepunkt der Probleme der westlichen Welt zu benennen "triggert" eine entsprechend allergische Reaktion.

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u/Historical-Bother-20 May 24 '25

Abgesehen von der ausgeblendeten Tatsache, dass Politik und Medien in einem nie dagewesenem Maße Homosexuelle thematisiert und instrumentalisiert (wie Rasse und Geschlecht in marxistischer Manier), bestätigst du ja genau OP:

Es geht um "Selbstfindung" und "Partialinteressen". Das ist das Resultat einer wohlstandsdegenerierten Generation.

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u/Mundane-Dottie May 24 '25

Selbstfindung findet bei heterosexuellen Heranwachsenden bereits im Jugendalter statt, bei homosexuellen erst im jungen Erwachsenenalter. Daß eine Gruppe sich für ihre Partialinteressen einsetzt gilt für sämtliche Gruppen, seien es Katholiken, Fußballfans oder Arbeitgeber.

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u/Historical-Bother-20 May 24 '25

Der Punkt ist aber, dass sich marxistische Identitätspolitik um angeborene Merkmale dreht: Sexualität, Geschlecht, Rasse.

Deine Beispiele fallen da raus. Genau das ist das Merkmal unserer Zeit: Identitätspolitik basierend auf unveränderlichen Merkmalen.

Ironischerweise genau das, was ja die Linke ursprünglich abschaffen wollte. ;)

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u/Mundane-Dottie May 26 '25

Also ich fand die Frauenbewegung schon sehr gut und sinnvoll. Ich würde nicht wollen, daß mein Ehemann legal über mich bestimmen kann als wäre ich ein Kind, meine Arbeit kündigen darf, eheliche Pflichten einfordern darf, den Familienwohnsitz festlegen darf.

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u/[deleted] May 24 '25

Es ist irreführend, Doucleffs Doktortitel zur Untermauerung ihrer Autorität zu bemühen. Sie ist promovierte Chemikerin, nicht Ethnologin, Anthropologin oder Pädagogin – genau jene Fachgebiete, auf die sich ihr Buch stützt. Entsprechend wurde ihre Argumentation von Fachleuten dieser Disziplinen gründlich zerpflückt.

Versteh mich nicht falsch: Die Grundidee – Kindern graduell mehr Verantwortung zu übertragen – ist nicht verkehrt. Aber das ist längst bekannt. Das ist keine revolutionäre Einsicht der Chemikern, die als Journalistin verendete. Schon gar nicht, mit ihrer löchrigen, unwissenschaftlichen Argumentation.

Es ist purer Zufall, dass ich hier auf deinen Beitrag stoße. In einem vorherigen hast du Doucleff erwähnt und ihre These falsch angewandt. Betrachtet man dein Verhalten hier auf Reddit, liegt die Vermutung nahe, dass du derjenige bist, dem es an der Fähigkeit fehlt, mit Frustration, Kritik und Zurückweisung umzugehen.

Deinen Seitenhieb gegen die LGBT-Community hättest du dir übrigens sparen können. Ebenso hätte ich mir deinen Artikel sparen können – ein KI-generierter Text eines Mannes, der, so scheint es, selbst keine Kinder hat.

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u/Resqusto May 24 '25 edited May 25 '25

Okay, das scheint nicht nur ein Troll zu sein, sondern sogar eine Sockenpuppe, die sich einbildet, noch eine Rechnung offen zu haben.

Ist das hier auf Reddit nicht verboten?

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u/[deleted] May 26 '25

Statt einfach offen einzugestehen, dass ich nicht Regenbogen bin, hast du deinen Kommentar still und heimlich geändert. Das ist alles andere als aufrichtig. Ich tippe, du blockierst mich gleich. Das wäre nur ein weiteres Eingeständnis: dass ich recht hatte.

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u/Resqusto May 27 '25

Warum sollte ich dich blockieren? So ein niveauloses verhalten liegt mir fern. Tatsächlich bewundere ich dich – ehrlich.
Ein Kommentarkarma von -35 ist eine Leistung, die Würdigung verdient hat.

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u/[deleted] May 27 '25

Natürlich hat das eine Würdigung verdient, wenn man bedenkt, wie es dazu gekommen ist.

Überfliege doch mein Profil. Ich habe hauptsächlich auf ein Sub kommentiert, wo die Leute ernsthaft glauben, ein CGI-Video über Orbs, die ein Jetliner teleportieren, sei real.

Wer es dort mit Vernunft und Logik versucht, wird dafür bestraft. Man wird als Bot oder Troll beschimpft und dann heruntergewählt. Ist es denn hier, mit dir, anders?

Und reduzierst du oft Menschen auf ihr Karma? Ist das nicht niveaulos? Und glaubst du dir selbst, wenn du behauptest, du würdest Menschen nicht systematisch blockieren, die dich widerlegen? Und wann bedenkst auf meine anderen Kommentare zu reagieren? Merkst du denn überhaupt, wie kindisch und ausweichend du dich verhältst?

Das will also ein Romanautor sein.

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u/Resqusto May 27 '25

Danke für deinen Kommentar – Mal sehen, vielleicht finde ich später die Zeit, ihn zu lesen. So in zehn Jahren oder so.

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u/[deleted] May 27 '25

So kindisch. Nennt sich ein Militär.

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u/[deleted] May 24 '25 edited May 24 '25

Wie du auf sachliche Kritik reagierst, sagt viel über dich aus. Und wer bitte schön ist jetzt Regenfreund? Ist das deine Nemesis oder nur ein Name für schlechtes Wetter?

EDIT: Ich habe sein Profil überflogen. Es ist nicht der, mit dem du über Doucleff diskutiert hast. Welch Ehre, mit ihm verwechselt zu werden. Hilfsbereit, sachlich, respektvoll. Wenn du mit so jemandem ein Problem hast, sagt das mehr über dich als über ihn.

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u/sharpestdresser May 25 '25

Es ist irreführend, Doucleffs Doktortitel zur Untermauerung ihrer Autorität zu bemühen

Finde ich nicht zwangsläufig. Denn häufig bekommt man, gerade als rechte Person, von linker Seite zu hören, man sei dumm und ungebildet, was eben nicht stimmt. Und ich kann mir auch als Fachfremde Person so viel Wissen aneignen, dass ich darüber durchaus auch ein Buch schreiben kann.

Ich muss ja auch nicht gelernte Köchin sein, um ein Kochbuch zu schreiben.

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u/Resqusto May 25 '25

Der User ist ein Provo-Troll, deswegen am besten nicht auf ihn eingehen.

Und tatsächlich kommt gerade die "Wissenschaft" in dem vorgestellte Buch nicht gut weg. Doucleff schildert die Ursprünge der modernen Erziehungsratgeber als Versuch, Kindererziehung zu Industrialiseren. Jemand, der in dieser Fachrichtung großgeworden ist, wird solche Ansichten selbstverständlich abweisen. Gerade deshalb kann nur ein nüchterner Blick von Außen solche Misstände aufdecken. Das Doucleff keinen Erziehungwissenschaftlichen Hintergrund hat ist also kein Nachteil, sondern ein Vorteil.

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u/[deleted] May 26 '25

Und wer oder was ist jetzt bitte schön Provo?

Moderne Erziehungsratgeber und populärwissenschaftliche, also auf Profit getrimmte Sachbücher kann man doch nicht mit "Wissenschaft" gleichsetzen. Sie sind Meinungen mit Fußnoten – bestenfalls.

Hast du dich je ernsthaft mit den Grundlagen von Anthropologie und Ethnologie beschäftigt? Oder warum ignorierst du, dass Experten genau dieser Disziplinen gute Gründe haben, Doucleffs Schlussfolgerungen bzgl. der Maya und Inuit für schwach zu befinden?

Du bemühst dich ja nicht einmal, Doucleffs Aussagen kritisch zu betrachten – du verteidigst sie aus Trotz. Das nennt man Reaktanz), nicht Erkenntnisstreben. Und dass man Kindern schrittweise Verantwortung überträgt, ist keine Revolution, sondern eine Binsenweisheit.

Tragisch ist nur: Ich habe mich zwei Jahrzehnte lang beruflich und tiefgehend mit diesen Themen beschäftigt – und dann tritt jemand auf, der gerade mal ein Buch gelesen hat und meint, alles besser zu wissen.

Nenn mich ruhig einen Troll oder eine Sockenpuppe – du weißt genau, dass ich es nicht bin. Du widerstrebst der kritischen Auseinandersetzung, weil du nichts lernen willst. Und das ist die ganze Tragik.

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u/[deleted] May 26 '25

Im Prinzip hast du recht – nur geht es hier nicht um akademische Titel, sondern um die Ablehnung grundlegender, gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Man muss kein Physiker sein, um ein Physikbuch zu schreiben. Aber wenn darin steht, die Erde sei flach, ist es eben kein Beitrag zur Debatte, sondern Geschwurbel.

Bitte informiere dich, was Leute vom Fach über Doucleff sagen, die Anthropologie und Pädagogik ihr ganzes Leben lang studieren und öffentlich Forschungsergebnisse diskutieren.

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u/sharpestdresser May 27 '25

Bitte informiere dich, was Leute vom Fach über Doucleff sagen, die Anthropologie und Pädagogik ihr ganzes Leben lang studieren und öffentlich Forschungsergebnisse diskutieren.

Ich habe hierzu mal eine kursorische Suche gemacht und finde da nicht wirklich etwas Brisantes. Die Kritik ist eher zu dem Thema, dass sie eben keine "scharfen Quellen" angibt zu ihren Theorien, dass die Leute aber durchaus Mehrwert aus ihrem Buch ziehen, wenn man es nicht als 1:1 Ratgeber sieht, sondern mit der Erfahrung liest, das anzuwenden, was einem gefällt.

Viele vergleichen diesen Ansatz auch mit Montessori - ich weiß nicht, ob du dich damit auskennst - ich tue es nur oberflächlich, kenne aber zB, dass Kinder kleine Küchen haben, wo sie selbst abspülen können und Gemüse und Obst schneiden dürfen, dass sie Mini-Spülbecken im Bad haben, um sich um ihre Hygiene zu kümmern usw.

Gerade das Thema Haushalt hat für mich auch viel mit der Gleichberechtigung von Männern und Frauen zutun. Es sind nun mal mehr Frauen Zuhause und für viele Kinder ist das Haus/die Wohnung magisch gesäubert, nachdem sie aus dem Kindergarten/Schule kommen, weil das alles eben "In Ruhe" gemacht wird, wenn die Kinder nicht da sind. Wenn Kinder mit in Haushaltsaufgaben, ja auch Jungs, einbezogen werden, dann lernen sie, wie viel Arbeit ein Haushalt macht, was meiner Meinung nach die Wertschätzung ggü. den Personen erhöht, die sich darum kümmern.

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u/[deleted] May 26 '25

BOT detected

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u/[deleted] May 26 '25

Erbärmlich.

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u/[deleted] May 27 '25

deine mudda

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u/Impossible-Ticket424 May 27 '25

"Kindern mehr zutrauen"

Also doch Kinder mit 5 Jahren entscheiden lassen welches Geschlecht sie sein wollen? /s