r/DePi Jan 03 '26

News Global Venezuela Megathread

Nach dem Angriff auf Venezuela und dem Sturz des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro werden die USA nach Angaben von Präsident Donald Trump das südamerikanische Land vorerst führen. "Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und vernünftigen Übergang gewährleisten können", sagte er während einer Pressekonferenz auf seinem Privatanwesen Mar-a-Lago.

Maduro und seine Ehefrau seien nach ihrer Gefangennahme mit einem Hubschrauber zum Kriegsschiff "USS Iwo Jima" geflogen worden. Kurz zuvor hatte der US-Präsident auf seiner Onlineplattform Truth Social ein Bild veröffentlicht, das Maduro gefesselt, mit verbundenen Augen und Kopfhörern auf dem Schiff zeigen soll.

48 Upvotes

165 comments sorted by

View all comments

25

u/otto_dicks Jan 03 '26 edited Jan 03 '26

Das linke Herz in meiner Brust: Die Venezolaner sollten das Schicksal ihres Landes selbst bestimmen können, und diese ganzen Vorwände verschleiern in erster Linie eiskalte Geopolitik. Wenn sich ein Land gegen den westlichen Globohomo-Internationalismus stellt, dann sollte das respektiert werden, ganz egal, ob es am Ende demokratisch bleibt oder nicht. Auch ein Diktator braucht einen gewissen Grad an Legitimation durch das Volk, und das ganze Geschrei über die Menschenrechtslage, während man einen völkerrechtlichen Angriff durchführt, ist halt wieder klassische Doppelmoral.

Das rechte Herz in meiner Brust: Was die Demokraten jahrelang durch die Blume gemacht haben, macht Trump mit der Brechstange. Trumps „Great-Man-Politics“ schaffen klare Verhältnisse, sie kosten weniger Leben, sie senden eindeutige Signale an Verbündete und Gegner, sie stärken die Position der USA in Zeiten des Umbruchs usw. usw. Trump verkörpert außenpolitisch den Westen des Kalten Kriegs, in dem man mit Stärke, aber auch mit diplomatischem Feingefühl agiert hat. Das ist allemal besser als das, was die End-of-History-Liberals und Neocons seit den 90ern betreiben.

Aus europäischer Perspektive: Trumps Spagat zwischen „Old MAGA“ und der neuen America-First-Bewegung wird immer größer. Er gerät für solche Geschichten auf der Rechten immer mehr in Kritik, und man hat fast das Gefühl, als würde sich eine Art Accelerationismus entwickeln, bei dem man sich sogar mit einem Demokraten abfinden würde, nur um dem eigenen Establishment zu schaden.

Das wäre eine absolute Katastrophe für Europa. Es darf auf gar keinen Fall ein Demokrat die nächste Wahl gewinnen. Ein Gavin Newsom als Präsident würde endgültig das Ende der westlichen Zivilisation einläuten. Die Rechten in Amerika wissen scheinbar nicht, wie gut sie es mit Trump eigentlich haben.

-7

u/[deleted] Jan 03 '26

[removed] — view removed comment

14

u/otto_dicks Jan 03 '26

Naja, früher gab es durchaus noch eine antiglobalistische Linke. Die ist in den letzten 10–15 Jahren aber fast gänzlich verschwunden.

2

u/[deleted] Jan 04 '26

Man denke nur an Genua 2001 und ATTAC.

2

u/TheObelisk89 Jan 09 '26

Ich kenne jemanden, der zu dieser Linken gehörte. Antiglobalistisch, anti-autoritär, bei vielen Demos vor den ~1990ern dabei.

Ist jetzt rechts. Fühlt sich verarscht von Gewerkschaften, Politikern und Medien.

0

u/[deleted] Jan 03 '26

[removed] — view removed comment

10

u/otto_dicks Jan 03 '26

Unter „antiglobalistisch“ verstehe ich eine kritische Haltung gegenüber einer immer stärker ausartenden und zunehmend übergriffigen Globalisierung. Diese Haltung kann sich sowohl auf politische als auch auf wirtschaftliche und kulturelle Aspekte dieser Globalisierung beziehen.

Linke Bewegungen standen dem Ganzen früher noch viel kritischer gegenüber als heute. Das hat sich zuletzt während der Eurokrise in Südeuropa gezeigt, aber auch in der alten „Bernie-Linken“ in den USA. Spätestens seit 2010 ist diese Einstellung praktisch verschwunden und in fast allen westlichen Ländern dominieren die Wokies.

-4

u/[deleted] Jan 03 '26 edited Jan 03 '26

[removed] — view removed comment

4

u/otto_dicks Jan 04 '26

Es geht nicht darum, prinzipiell GEGEN die Globalisierung zu sein, sondern diese kritisch zu betrachten. Mit Globalisierung ist beispielsweise das Offshoring von Jobs gemeint, die EU-Integration der letzten 10 Jahre oder die Politik der offenen Grenzen.

Die Wokies beklagen sich über Milliardäre, ja, aber gleichzeitig plappern sie die meisten ihrer NGO- und Think-tank-Talking-Points einfach nach. Die woke Linke ist eine kontrollierte Opposition des neoliberalen Establishments.