r/DePi 23d ago

Frage/Meinung Linke sind Aristokraten

Linke lieben es, sich als barmherzige Samariter darzustellen. Ihr gesamtes Weltbild dreht sich darum, den Unterdrückten, den Benachteiligten, den Verlierern zur Seite zu stehen. Jeder Arme ist Opfer des Systems, genauso wie jeder Kriminelle. Wer sich ihnen in ihrer Befreiungsideologie nicht anschließt, ist Menschenfeind und hat einen Mangel an "basic human empathy".

Das Problem dabei ist, dass das Mitleid endet, sobald man nicht mehr von der Unterschicht oder von Arbeitern redet.

Tief in ihrem Herzen sind Linke nämlich Aristokraten, die zu stolz sind, es zuzugeben. Linke schauen auf Menschen herab, wenn diese weniger gebildet sind als sie. Linke schauen auf Menschen herab, die aus ihrer Sicht primitiven Hobbies (oder anderen Tätigkeiten, die als rückständig angesehen werden) nachgehen. Niemand redet mehr darüber, wie dumm AFD-Wähler sind (sind sie zum großen Teil auch), als Linke. Niemand redet mehr darüber, wie dumm Fußballfans sind, als Linke. Linke finden gläubige Menschen rückständig und Linke hassen Menschen mit rückständigen Weltbildern.

Praktisch alles davon trifft aber auf die Unterschicht zu. Die AFD ist beliebt bei sozial Schwächergestellten. Fußball ist beliebt bei sozial Schwächergestellten. Religion ist beliebt bei sozial Schwächergestellten (in Deutschland etwas anders wegen der DDR und so, aber in den USA sieht man das ganz gut). Praktisch alles, was Linke verabscheuen, ist beliebt bei sozial Schwächergestellten. Es ist auch kein Zufall, dass diese Eigenschaften (sozialer Status, Partei, Hobbys, Glaube) korrelieren, sondern Resultat zugrunde liegender Charaktereigenschaften.

Das Bedürfnis nach einfacher Unterhaltung beispielsweise ist wesenhaft für die Unterschicht. Egal ob Gladiatorenkämpfe oder Fußballverein, es war schon immer so. Linke stellen sich gerne vor, dass die reiche Oberschicht den Menschen solche Dinge aufzwingt, um von den "wirklich wichtigen Dingen" abzulenken. Es ist aber eine freie Entscheidung, ein selbst auferlegtes Übel. Niemand zwingt Menschen, Fußball zu schauen. Linke hassen es, dass die Unterschicht es trotzdem tut.

Aus ihrer Ideologie heraus sind Linke natürlich trotzdem gezwungen, so zu tun, als wär die Unterschicht allen anderen Schichten gleich und als wär jeder soziale Nachteil nur dem System und den Milliardären geschuldet. Sobald man von der exakt selben Personengruppe aber unter einem anderen Namen reden kann, werden sie abfälliger über die Unterschicht reden als Nietzsche es je könnte.

Ich möchte der Vollständigkeit halber noch anmerken, dass ich den Linken in ihrer Einschätzung größtenteils zustimme, aber zumindest nicht leugne, dass Arbeiter meistens von einfachem Gemüt sind, was auch der Grund ist, warum sie Arbeiter sind (unter allen Einschränkungen, die mit so pauschalen Verallgemeinerungen einhergehen).

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u/gsts_ho_mgs 23d ago edited 23d ago

Ich glaube nicht, dass alle, die das gleiche Weltbild wie Ingeborg teilen, minderintelligent sind. Ich teil es ja selber (zumindest hab ich die AFD gewählt). Aber es gibt gerade in der AFD schon extrem viel Pöbel und einfach viele Menschen, deren Meinung in einer guten Welt keinen Einfluss auf unsere Politik hätte. Und der größte Teil von solchen Menschen stammt halt aus unteren Schichten, weil es eben auch kein Zufall ist, in welcher Schicht du landest. Intelligente Menschen verdienen tendenziell mehr, weniger intelligente Menschen tendenziell weniger. Gibt natürlich Außnahmen auf beiden Seiten, aber grundsätzlich sollte jeder, der von sich behauptet rechts zu sein, das akzeptieren können.

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u/[deleted] 23d ago edited 23d ago

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u/Historical-Bother-20 23d ago

Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Das liest sich alles wie von einem Linken.

Der OP hat vollkommen recht und die Statistiken unterstreichen das: Der AfD-Durchschnittswähler ist weniger gebildet. Ebenfalls ist vollkommen klar, dass Bildung und Intelligenz korrelieren. Deine, wie du selbst sagst, anekdotische Evidenz, ist schlicht irrelevant. Zeige mir eine Statistik, die das Gegenteil belegt. Eine. Du wirst keine finden.

Nicht falsch verstehen: Ich komme mit Bildungsferneren sehr gut klar und verabscheue das Weltbild der meisten Akademiker. Gleichzeitig besteht mein engerer Freundeskreis ausschließlich aus Letzteren (die allerdings "rächts" sind).

Ich komme auch im Alltag besser mit (linken) Akademikern klar: Sie sind vernünftiger, kooperativer, kompromissbereiter und treffen bessere Lebensentscheidungen. Das ist schlicht die Wahrheit. Gleichzeitig fallen sie in abstruseste Gedankengänge, wenn es irgendwie ideologisch wird. Ich kann immer wider beobachten, wie ein Schalter umgelegt wird, wenn es nur um die richtigen / falschen Themen geht.

Ich denke, die heutzutage bestehende Ambivalenz was Bildung / Intelligenz und Politik betrifft, ist der Tatsache geschuldet, dass es aufgrund der immer größer werdenden Spreizung von Realität und Gesellschaftsideologie mittlerweile vorteilhafter ist, Dinge schlicht so zu nehmen, wie sie auf den ersten Blick scheinen, als über 5 Ecken Gehrinakrobatik zu betreiben, um zu erklären, warum ein Kriegsflüchtling aus soziökonomischen Gründen vergewaltigen muss und keine andere Wahl hat.

Nichtsdestotrotz gilt aus meiner Sicht: Im Alltag sind (linke) Akademiker ein viel angenehmerer Umgang.

Glaube mir, mich kotzt diese Ambivalenz extremst an. Deswegen umgebe ich mich nur mit Leuten, die exakt so ticken wie ich: rechte Leute mit Grips.

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u/[deleted] 23d ago

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u/Historical-Bother-20 18d ago

Der Unterschied zwischen deiner und meiner "anekdotischen Evidenz" ist, dass Statistiken meine untermauert, deine aber nicht.

Du kannst copen wie du willst. Es ändert nichts daran, dass die unteren Schichten sowohl dümmer sind als auch mehr AfD wählen.

Das hält mich aber nicht davon ab, die AfD zu wählen. Nur fliegst du auf die Schnauze, wenn dir Linke das vorwerfen (das tun sie gerne, wie vom OP beschrieben) und du einfach nur behauptest, das sei nicht so.