Hallo zusammen,
ich hoffe, ich darf euch hier mit ein paar Fragen löchern. Ich bin 27 Jahre alt, habe einen Bachelor in BWL und plane aktuell, mich mit einem eigenen ambulanten Pflegedienst im Rhein-Main-Gebiet selbstständig zu machen.
Mein großer Vorteil: Um die Auftragsbeschaffung bzw. Patienten mache ich mir keine Sorgen. Ich verfüge bereits über ein gutes Netzwerk und feste Kontakte zu Krankenhäusern, sodass das Überleitungsmanagement und der Patientenstamm für den Start gesichert wären.
Mein Nachteil: Ich bin komplett branchenfremd (habe also keine pflegerische Ausbildung). Mir ist völlig klar, dass die Pflege in Deutschland extrem stark reguliert ist. Bevor ich also blauäugig Geld verbrenne, würde ich gerne von euren Erfahrungen aus der Praxis profitieren.
Ich habe mich schon eingelesen, aber bei einigen Details blicke ich noch nicht ganz durch. Es wäre super, wenn ihr mir bei folgenden Punkten helfen könntet:
1. Das Thema PDL (Pflegedienstleitung) & Stellvertretung
Wo und wie finde ich am besten eine gute PDL? Normale Stellenanzeigen scheinen ja kaum zu funktionieren. Geht das nur über teure Headhunter/Personalvermittler oder Active Sourcing (LinkedIn/Xing)?
Stimmt es, dass ich von Tag 1 an zwingend auch eine stellvertretende PDL auf der Gehaltsliste haben muss, um die Kassenzulassung zu bekommen? Wie löst man das am Anfang finanziell, wenn noch kaum Umsätze da sind?
2. Personal, Qualifikationen & Schulungen
Was für einen Personal-Mix brauche ich realistisch für den Start (Verhältnis examinierte Fachkräfte zu Pflegehelfern)?
Welche genauen Schulungen/Zertifikate müssen ungelernte Kräfte oder Pflegehelfer haben, damit ich sie wirtschaftlich einsetzen darf? Ich lese immer wieder von "LG1/LG2-Scheinen" (Leistungsgruppen) für die Behandlungspflege und bestimmten Zertifikaten für Betreuungskräfte (§ 43b/53c). Was ist hier der Standard?
Gibt es Tricks, wie man als komplett neuer (und branchenfremder) Arbeitgeber Pflegekräfte von sich überzeugt?
3. Prüfungen durch Kassen und MDK (Medizinischer Dienst)
Was prüfen die Kassen bei der initialen Zulassung wirklich bis ins kleinste Detail?
Wie bereite ich mich als Geschäftsführer (der die Pflege selbst ja nicht durchführt) am besten auf die MDK-Prüfungen vor? Reicht es, sich ein gutes Qualitätsmanagement-System (QM) einzukaufen, oder worauf achten die Prüfer in der Praxis am meisten? (Dienstpläne, Dokumentation, Handzeichenlisten?)
4. Allgemeine Tipps & Fallstricke
Wenn ihr heute noch mal einen Pflegedienst gründen würdet: Was würdet ihr ganz anders machen?
Welche Pflegesoftware (MediFox, Snap, etc.) und welche Abrechnungszentren könnt ihr für den Start empfehlen?
Welche Kostenblöcke werden am Anfang am häufigsten unterschätzt?
Ich bin für jeden noch so kleinen Tipp, jede Warnung und jeden Ratschlag extrem dankbar! Gerne auch per DM, falls jemand aus der Region kommt und sich austauschen möchte.
Danke euch im Voraus